Im Landgericht: Wo ist mein Prozess?

Da gucke ich auf den Aushang im Landgericht und frage mich, wo denn der eine Prozess vom Montag gebleiben ist? Tja, der Angeklagte hatte überraschend gestanden, wie ich erfuhr. Und daher gab es bei der Kolumbien-Odenwald-Connection schneller ein Urteil als gedacht.

Echo Online: Drogenschmuggler legt Geständnis ab – Mann aus Wald-Michelbach muss für viereinhalb Jahre ins Gefängnis

Horst Rotter sucht Feuerwehrmann von 1937

Kommando der freiwilligen Feuerwehr Darmstadt 1937. Horst Rotter sucht den Namen des Feuerwehrmanns oben links. Dieser soll noch leben und könnte etwas zur Wehrgeschichte nach dem Krieg beitragen.

Horst Rotter, langjähriger Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Innenstadt, stellt eine Dokumention zur Wehr nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen und freut sich über Hinweise.

Echo Online: Anruf, Knopfdruck, Alarm

Schüler aus Darmstadt, Frankreich, Italien und Tschechien im Haus der Geschichte

Eine internationale Schülergruppe recherchierte diese Woche im Staatsarchiv am Karolinenplatz.

Während vor genau 100 Jahren im Ersten Weltkrieg tausendfach gestorben wurde, recherchierten diese Woche Schüler der Edith-Stein-Schule und ihrer Partnerschulen Lycée St. Dominique (Nancy), Liceo Veronica Gambara (Brescia) und Gymnázium třída Kapitána Jaroše (Brünn) im Staatsarchiv zum Krieg.

Bei freien Kindergärten und Horten

Der Tag der Freien Träger iste ine gemeinsame Veranstaltung des „Dachverband selbstorganisierter Kindereinrichtungen Darmstadt“ (DaS KinD) und der Centralstation.

Sonntag stellten sich über zwei Dutzend freie Kinderbetreuungseinrichtungen in der Centralstation vor.

Echo Online: Eltern als Hausmeister oder Buchhalter – Wenn private Initiativen Plätze anbieten, ist als Gegenleistung mehr als nur Geld erwünscht

An der Initiative „Maviki“ (MartinsViertelKinder) konnte ich jedenfalls nicht vorbei, da steckt einfach zu sehr (jedenfalls phonetisch) mein Name drin.

Unterwegs bei den Grünen in Sachen Spitzensteuersatz

Der TU-Soziologe Michael Hartmann und OB Jochen Partsch diskutierten am Mittwoch mit Bürgern im Heiner-Lehr-Zentrum.

Echo Online: Von unglaublichen Zuständen im Mutterland des Kapitalismus berichtete TU-Soziologe Michael Hartmann am Mittwochabend im Heiner-Lehr-Zentrum. „Die USA waren mal das Land mit den höchsten Steuersätzen von über 90 Prozent.“

Zum Spitzensteuersatz siehe auch „Der Obolus der Rockefellers“ oder „Fehlende Mittel gegen organisierte Gier„.

Nachbarschaftshilfe in Eberstadt und Braunshardt

Manchmal fallen die Themen ja fast zeitgleich zusammen. In Braunshardt hat sich ein Verein gegründet, der auch Nachbarschaftshilfe organisieren will. Und in Eberstadt soll ein privates Netzwerk zur Nachbarschaftshilfe geknüpft werden. Beides auf lokaler Ebene, da der Austausch besser in der räumlichen Nähe klappt.

Nur will man in Eberstadt den Verein wegen der damit einhergehenden Bürokratie vermeiden, während man in Braunshardt (www.wohnenbleiben-braunshardt.de) gerade den Verein will, auch um versicherungsrechtlich auf sie sichere Seite zu kommen.

Kommentar: Stadtteilfonds, Bürgerjurys – und dann doch Ortsbeiräte?

Im Kommunalwahlkampf 2011, davor und danach war und ist die Uwiga für Ortsbeiräte in Darmstadt. Was aber damals abgelehnt wurde. Und der neue OB wollte auch lieber auf Quartiersforen setzen, in denen kein Parteiengezänk stattfindet. Ich sehe Ortsbeiräte skeptisch, da sie laut Hessischer Gemeindeordnung nicht hinreichend selbstständig sind und am Ende immer das Stadtparlament das letzte Wort hat. Wenn – so meine Überlegung damals und heute – sind Ortsbeiräte nur dann sinnvoll, wenn sie auch ein Budgetrecht für ihren Stadtteil haben.

Nun gibt es eine aktuelle Entwicklung: Stadtteile könnten im Rahmen des Bürgerhaushalts ein Budget bekommen, wie am Mittwoch (15.10.) die Bürgerbeauftragte auf einer Veranstaltung mitteilte. Über das Budget sollen dann „Bürgerjurys“ entscheiden.

So sympathisch ich die Idee mit den Stadtteilfonds finde, glaube ich, dass in so einem Gremium schnell das parteipolitische Hick-Hack einzieht, wenn es über Geld entscheiden kann. Die Stadtteilrunde Kranichstein läuft als Quartierforum meiner Einschätzung nach deswegen so gut, weil es dort nichts zum Abstimmen gibt.

Und dann halte ich ordnungspolitisch betrachtet ein bei ordentlichen Wahlen bestimmtes Gremium wie einen – jetzt kommt das böse Wort – Ortsbeirat für die am saubersten legitimierte „Bürgerjury“. Es liegt dann halt an den Wählern, in die Ortsbeiräte nicht wieder die üblichen Verdächtigen der etablierten Parteien zu wählen. Zudem gibt es mit dem einzigen Darmstädter Ortsbeirat (Wixhausen) eine Blaupause, das System wäre HGO-kompatibel und relativ schnell installiert.

Werner Krone, Verkehrsplaner – grüne Gedanken, aber bei der Linken

Werner Krone ist neuer Stadtverordneter in der Fraktion „Die Linke“. Der Bauingenieur sieht den den Ostbahnhof als „Kulminationspunkt Darmstädter Geschichte“. Er zeigt auf das Torhaus gegenüber des Bahnübergangs in der Erbacher Straße. „Da war die preußische Gesandtschaft“, sagt er. Eine Erinnerung an die preußische Vorherrschaft in Deutschland ab 1866.

Der Ostbahnhof – gebaut im Stil eines russischen Landbahnhofs – erinnert auch an die Verwandtschaft zwischen dem Haus Hessen und dem russischen Zaren. Am Ostbahnhof würde auch die Nordostumgehung beginnen, wenn die Umgehungsstraße nicht von Grün-Schwarz gestoppt worden wäre.

Werner Krone rückt nach für Nathalie Krieger, die aus Darmstadt weggezogen ist. Auch wenn er erst als Rentner ins Stadtparlament einzieht, ist der 71-jährige doch schon lange politisch aktiv. So war er im ICE-Beirat, hat sich in der Bürgerinitiative ONO gegen die Nordostumgehung eingesetzt, war im Nordostumgehungsbeirat und hatte die ersten Entwürfe für eine Einhausung der Trasse eingebracht.

Weiterhin war der Vater eines erwachsenen Sohnes und zweifache Großvater im Darmbach-Beirat. „Aber die Offenlegung in der Stadt – Wasserspiele – konnte ich nicht mehr mittragen.“ Weiter ist der Ingenieur in der Westwaldallianz gegen die Westumgehung oder sucht nach Lösungen für eine bessere Ostkreis-ÖPNV-Anbindung.

In seinem Berufsleben seien immer Lösungen gefragt gewesen, erklärt der Bauingenieur sein Engagement bei Verkehrsplanungen. „Bei jedem Problem überlege ich, wie man das lösen könnte.“ Beispielsweise könnte der K-Bus bis zur H-Bus-Endhaltestelle fahren und so den H-Bus entlasten. Oder: Warum fährt die Pfungstadtbahn nicht weiter über den Nordbahnhof (Anschluss für Merck) bis zur Lichtwiese? „Die Studenten könnten dann vom Hauptbahnhof mit der Bahn zur Lichtwiese fahren.“

Und so sieht Krone für die ÖPNV-Anbindung in den Ostkreis nach Groß-Zimmern fünf Ansätze, die man prüfen könnte. Zum einem mehr oder größere Busse oder eine Trolleybusverbindung (Bus mit Oberleitung). Oder eine Stadt-Land-Bahn, eine Eisenbahn, die dann nach Darmstadt wie eine breitere Straßenbahn reinfährt. Viertens eine Straßenbahn und fünftens eine Bahnverbindung. „Einen Zug von Groß-Zimmern könnte man an die Odenwaldbahn ankoppeln und damit nach Frankfurt oder Pfungstadt fahren.“ Zumal er ein Praxisbeispiel hat: Die Schönbuchbahn in der Region Stuttgart, die ähnliche Eckdaten habe wie eine Strecke nach Groß-Zimmern. „Die dort prognostizierten 2500 Fahrgäste am Tag, wurden schon am ersten Tag überschritten.“ Allerdings müsse man eine Lösung in Roßdorf finden, räumt der Planer ein, wo inzwischen ein Seniorenheim auf der Trasse liege. Aber schon jetzt könne man etwas für die Busse tun, findet Krone. Beispielsweise über eine Pförtnerampel an der Bundesstraße B26 und eine Busspur.

Politisch aktiv ist der im märkischen Sauerland aufgewachsene Werner Krone seit seiner Studentenzeit. Die Erinnerungen seines Großvaters, der 1908 in Griesheim stationiert war, führten ihn zum Studium an die TH Darmstadt. Ende der sechziger Jahre wurde er SDS- und DKP-Mitglied, unter anderem wegen der Notstandsgesetze. Was ihn nachher aber auch beruflich beeinflusste, denn nach seinem Referendariat bei der Deutschen Bundesbahn wurde Krone nicht übernommen. Besonders habe gestört, dass er 1972 für das Stadtparlament kandierte, erzählt er, ein zu offenes Engagement. So arbeitete Krone bei verschiedenen Ingenieurbüros, ab 1980 bei der Deutschen Eisenbahngesellschaft, einer Privatbahnbetriebgesellschaft.

Aber trotz der „grünen“ Gedanken pro Bahn, gegen die Nordostumgehung oder für den Westwald sieht Werner Krone Bündnis 90/Grüne nicht als seine Partei. Unter anderem, weil die Grünen 1999 als Teil der rot-grünen Bundesregierung für den Kosovokrieg waren. „Die grüne Partei ist die neue FDP“, findet er. Und denkt an grüne Ikonen wie Klaus Traube, Petra Kelly oder Gerd Bastian zurück. „Das war noch eine andere Partei.“ Im Stadtparlament wird er aber wieder einen „grünen“ Schwerpunkt haben, er sitzt im Umweltausschuss.

450, 525 oder 615 Jahre Kranichstein

Gläser mit Kranichsteinwappen zum Andenken an den Darmstädter Grenzgang von 2014

Gläser zum Andenken an den Darmstädter Grenzgang von 2014

Beim diesjährigen Darmstädter Grenzgang in Kranichstein hatte ich mich zwar schon ein wenig gewundert, dass Kranichstein erst vor 450 Jahre erwähnt worden sein soll (aber das konnte ich an dem Wochenende nicht klären). Mit Jörgs Anstoß und etwas mehr Zeit habe ich das nun mal etwas ausgeleuchtet, woher die 450 Jahre kommen, wo der Ort doch schon im Jahr 1399 erwähnt wird.

Echo-online: Wie alt ist Kranichstein? Stadtgeschichte – Auf der Suche nach einem Jubiläum gibt es verschiedene Daten

Ich war dazu auch im Hessischen Staatsarchiv und dort gibt es unter anderem eine Urkunde von 1564, die die 450 Jahre erklärt: Es ist das Jubiläum für den Namen, damals „Cranigstein“ geschrieben (13. Zeile, erstes Wort.) Aber der Ort wurde schon viel früher erwähnt.