Der Schatz von Kranichstein – Die DKP blickt auf die „Soziale Stadt“-Förderung

Die „Neue Mitte“ in Kranichstein war das letzte große Projekt des Städtebauprogramms „Soziale Stadt“ in Kranichstein.

1,3 Millionen Euro kostete die „Neue Mitte„, ein Platz in der Kranichsteiner Bartningstraße, der infolge von zwei Planungswerkstätten mit Bürgern und Einrichtungen entstanden war.

In ihrem aktuellen „Blickpunkt Kranichstein“ (PDF, 1,3MB) schreibt die DKP dazu

1,3 Millionen Euro in Beton gegossen – Bei der Besichtigung des Boulevards breche ich in spontanen Jubel aus. Da haben sich die Stadtplaner wirklich was nettes für uns ausgedacht. Sofort mache ich mich auf die Suche nach dem vergrabenen Schatz. Irgendwo müssen die 1,3 Millionen ja liegen. Oder habe ich da was falsch verstanden?

Sonntag (7.) hatte die DKP dann zu einer kleinen Begehung eingeladen. Echo Online: Kritik der Kommunisten an der „Sozialen Stadt“ – „Viel Geld in Beton investiert“: DKP-Mitglieder bemängeln bei Rundgang den Umgang mit Fördermitteln

Rund 7,5 Millionen Euro stecken über das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ in baulichen Maßnahmen in Kranichstein, in Eberstadt sind es um die 7,7 Millionen Euro.

Wo – ich nenne es mal – der „Schatz von Kranichstein“ vergraben ist, haben sich die Genossen (vielleicht unbemerkt) selbst beantwortet. Weiterlesen →

Jetzt doch „Soziale Stadt“-Förderung im Westen Darmstadts

Das hatte ich im September 2013 doch „aufgedeckt“, dass die Stadt immer noch (erfolglos) dabei war, das Pallaswiesen- und das Mornewegviertel ins „Soziale Stadt„-Programm zu bekommen. Es stand als Vorhaben im Sozialatlas von 2013, nur tat es das auch schon 2010. Nur hatte man 2013 nicht groß drauf hinwiesen, sondern es einfach in den Bericht reingeschrieben. (Ich hatte in beide Berichte halt damals jeweils reingeguckt.)

Die Cover der Sozialatlanten von 2010 und 2013.

Und vom Land Hessen gab es auch keine Hoffnung oder klare Antwort, ob und wann der Darmstädter Westen in das Förderprogramm reinkommt.

Echo Online, 7.9.2013: Neuer Sozialatlas für Darmstadt – „Die Städte und Gemeinden können jederzeit einen Aufnahmeantrag stellen“, sagte eine Sprecherin des hessischen Wirtschaftsministeriums auf Anfrage. Aber die Kapazität des Soziale-Stadt-Programms sei begrenzt, es gebe eine Warteliste. „In der Regel beträgt die Wartezeit mehrere Jahre, ein Regelzeitraum kann hier nicht benannt werden.“

Jetzt aber hat sich bei dem Städtebauprogramm doch was getan und das ist auch gut:

darmstadt.de: Förderbescheide – In diesem Jahr wird das Stadtgebiet Pallaswiesenviertel/Mornewegviertel der Stadt Darmstadt neu in das Programm aufgenommen, während die Maßnahme Kranichstein fortgeführt werden kann. Priska Hinz, Hessens Ministerin für Stadtentwicklung überreichte dem Oberbürgermeister Jochen Partsch, einen Förderbescheid über 169.000 Euro für das Gebiet Pallaswiesenviertel/Mornewegviertel im Programmjahr 2014. Damit können gemeinsam mit dem Eigenanteil Investitionen in Höhe von insgesamt 250.000 Euro finanziert werden.

Deswegen kann man jetzt natürlich auch auf 2010 verweisen:

Echo Online, 5.12.2014: Förderung für Pallaswiesen- und Mornewegviertel – Dass Pallaswiesen- und Mornewegviertel endlich im Fördertopf sind, sei „lange geplant und erhofft“, sagte OB Partsch. Schon bei der Erstellung des vorletzten Sozialatlas’ noch zu seiner Zeit als Sozialdezernent sei dies empfohlen worden.

Ahnungslose Busfahrer finden ihr Ziel dann doch

Dass Busunternehmen ihre Fahrer nicht unbedingt in die Motoreinstellungen (z.B. für Stadt- oder Überlandverkehr) einweisen, wurde mir mal erzählt – damit die sie halt nicht verstellen.

Das man den Fahrern aber nichtmal sagt, für welche Kunden und welche Tour gebucht sind, fand ich gestern dann doch etwas seltsam.

Ich sollte über die „Jobtournee“ berichten (Studierende und Absolventen treffen neun Unternehmen an ihren Standorten). Treffpunkt war um 10.30 Uhr am Hauptbahnhof, aber um 10.15 Uhr war noch niemand zu sehen. Es war kalt und es waren schon ein paar andere Studenten da, die draußen frierten und nicht wussten wohin, da noch keine „Reiseleitung“ da war.

Aber dafür gab es zwei Busse (ich wusste, dass es drei Busse sind) mit den Nummern „1“ und „2“ in den Fenstern, die für die Rundfahrt ganz geeignet erschienen. Ich fragte die beiden Fahrer, ob sie für die „Jobtournee“ fahren – und die wussten von nichts, aber so gar nichts; sagten sie jedenfalls (ja, sie konnten perfekt Deutsch).

Aber als es dann um 11 Uhr losging, stiegen wir in genau diese Busse ein – und kamen auch ans Ziel.

Ein dreifach ungewöhnlicher Prozess

1. Wenn man jemanden überfällt, dann beraubt man in der Regel nicht den Ex-Schwager. 2. Ein Angeklagter wird selten von der Verhandlung ausgeschlossen, weil er zu sehr stört. Und bei der Richterin war es sogar das erste Mal in 20 Jahren. 3. So ein krummes Strafmaß hatte ich bisher noch nicht: Drei Jahre, sechs Monate und zwei Wochen. Die zwei Wochen stammen aus einer frühren Geldstrafe, die mit ins Urteil einbezogen werden musste.

Echo Online: Schwager überfallen – Mehr als dreieinhalb Jahre Haft für Angeklagten

Der Förderverein, der als Kerbverein angefangen hat

Echo Online: Der Förderverein Kranichstein wird dieses Jahr 25 Jahre alt. Er veranstaltet die „Bunte Wiese“ und ist Keimzelle vieler Projekte

Übrigens: Ein Bild, dass der Fotograf André Hirtz von der „Bunten Wiese“ im Mai gemacht hat (und mit meinem Text, *trittbrettfahrbeimruhm*) wurde als eines der besten „Presse-Fotos Hessen-Thüringen 2014“ ausgezeichnet

Der Indoor-Adventmarkt

Der Jugendposauenchor des evangelischen Dekanats Darmstadt spielte auf dem Kranichsteiner Weihnachtsmarkt.


Der Kranichsteiner Weihnachtsmarkt hat eine Besonderheit: Es ist ein „Indoor“-Weihnachtsmarkt.

Echo Online: Der Weihnachtsmarkt auf dem man nicht friert – Der Förderverein wollte im Jahr 2000 einen Weihnachtsmarkt für den Stadtteil, aber die markttypischen Holzhäuschen für die Händler waren nicht zu finanzieren. Also tat sich der Verein mit dem Wohnpark zusammen, der damit auch eine Veranstaltung im Haus für seine Bewohner hat.

Nikolaus Bernd Rohrmann grüßte auf dem Adventmarkt im Wohnpark Kranichstein.


(Ich bin ja dafür, die ein- bis dreitägigentägigen Märkte „Adventmärkte“ zu nennen. Weihnachtsmärkte sind für mich die großen Märkte, die von Ende November bis 23. Dezember laufen. Aber da gibt es wohl keine Regel.)

Unterwegs … im Landgericht: Kugel auf Balkon im zweiten Stock

Beim Landgerichtsprozess um den Mord in der Taunusstraße am 21. März 2014 ging es am Donnerstag (28.) um Schmauch- und Treibladungsspuren sowie die Lage von Projektilen und Hülsen.

Unter anderem war ein Projektil von den fünf Schüssen auf offener Straße irgendwo so abgeprallt, dass es auf einer Couch auf einem Balkon im zweiten Stock landete.

Echo Online: Schussspuren belasten den Angeklagten

Zweiter Teil: Anwälte kritisieren, dass der Angeklagte nicht über seine Rechte belehrt wurde und beantragen Beweisverwertungsverbot

Nachtrag: Drei Schüsse in den Rücken, zwei auf den zu Boden gegangenen

Noten fürs Abi gekauft

Auch kleinere Ensemlbles, wie hier Paul-Philipp Pratz, David Wagner und Helene Hoffmann spielten auf dem Elo-Herbstkonzert am Dienstag (25. November).


An der Eleonorenschule (Elo) wird es nächstes Jahr eine ungewöhnliche Abiturprüfung geben. Oberstufenschüler Jan Franke hat als „besondere Prüfungsleistung“ ein symphonisches Blasorchester zusammengestellt, Stücke ausgesucht, einstudiert und extra Notensätze gekauft. Am Mittwoch trat das Orchester beim Elo-Herbstkonzert zusammen mit vier Schülerensembles auf, die Salon-Kompositionen, Jazz und Pop spielten.

Echo Online: Blasmusik ganz ohne Polka und Märsche

Heinertown hört Ende November auf

Die Darmstädter Online-Zeitung „Heinertown“ hört auf, wie der Verlag in einer E-Mail an die Abonnenten mitteilt. Mit dem Tod des Herausgebers Uwe Lorenz am 13. September 2014 habe man „ihren Kopf, Motor und Netzwerker verloren“.

Leider sei es nicht gelungen, ein schlagkräftiges Führungsteam zu finden, erklärt der Verlag, sodass die Online-Zeitung zum 30. November eingestellt wird.

„Heinertown“ war im Frühjahr 2010 gestartet. Ungewöhnlich für eine Online-Zeitung war, dass es sie nur im Abo gab. Allerdings war die Berichterstattung schnell umstritten; Lokalpolitiker sagten mir, sie fänden, dass die Geschichten gerne einen „Dreh“ bekämen. Auch ich hatte das oft Gefühl, dass bei „Heinertown“ der Trend einer Geschichte vorher festgelegt worden war, was dann zu einem … äh, einzigartigen … Stil für eine Lokalzeitung führte. Beispielsweise sorgte man sich bei der Stadt und den Fans des SV98, dass das Stadion rechtzeitig zum Zweitligastart in diesem Jahr wieder bespielbar ist. Aus dieser Mitteilung wurde ein Artikel, den man so verstehen kann, dass der Geschäftsführer der Sportstättenverwaltungsgesellschaft versage.

Ich hatte mich als freier Journalist dort auch mal gemeldet und wurde drei Monate später angerufen. Nachdem mir der Herausgeber die Randbedingungen genannt hatte, hatte ich nach kurzer Nachfrage aufgelegt – ich hatte noch nicht mal nach Honoraren gefragt. (Nachtrag: Und ich muss dazusagen, dass ich es ziemlich dreist fand, nach drei Monaten zu reagieren. Ein Bewerber, der sich nach drei Monaten bei einer Firma meldet, wäre damals ausgelacht worden.)

Und im Spätsommer 2011 mahnte „Heinertown“ einen Darmstädter Blogger ab, der den Stil der Webzeitung kritisiert hatte, was ich dann hier im Blog verfolgte.

Ich fand es erstaunlich, wie „Heinertown“, das gegen alle möglichen Einrichtungen und Parteien austeilte, im September 2011 sehr unsouverän im Einstecken war. Es passte meiner Meinung nach halt nicht zusammen, sich auf Presse- und Meinungsfreiheit zu berufen und dann selber andere deswegen juristisch anzugehen. Eine politische Gruppierung sprach infolge der Geschichte auch nicht mehr mit der Online-Zeitung.

Wo ich „Heinertown“ aber wirklich vorne sah, war bei seinen Artikeln über das Klinikum Darmstadt und den Aktionen des damaligen Chefs. Auch so einige Artikel über die HSE und ihre damaligen Vorstände waren gut. Aber – so mein Eindruck – mit der Geschichte um einen Posten für den Darmstädter CDU-Vorsitzenden im Klinkum ein Jahr nach der Abmahnungsgeschichte, im September 2012, war die Luft aus meiner Sicht irgendwie raus. Zum Schluss – und das auch schon vor dem plötzlichen Tod des Herausgebers – fehlte es meiner Meinung nach schon an Mitarbeitern; viele Meldungen waren redigierte Pressemitteilungen.