Goldene Worte von Bill Gates

Wunderbar. Bill Gates gibt Absolventen fünf Ratschläge. Einer davon ist: Nehmt euch Auszeiten, wenn ihr sie braucht.

Aber er sagt selbst, dass da die Chefs das eigentliche Problem sind: „Mein Büro lag mit Blick auf den Parkplatz, und ich führte Buch darüber, wer früh ging und wer spät kam.”

t3n: Bill Gates: 5 Ratschläge, die der Microsoft-Gründer gern früher gewusst hätte

Es erinnert mich an einen Tipp von Steve Jobs: „Eure Zeit ist begrenzt. Vergeudet sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lasst euch nicht von Dogmen einengen – dem Resultat des Denkens anderer. (…)“

Ja, nur was war denn mit seinen Angestellten? Von denen erwartete er doch, dass sie die Geedanken eines anderen – seine – umsetzen.

Warum das Auto das beste Verkehrsmittel ist

Warum die Menschen ihre Autos behalten werden (und das sagt einer wie ich, der kein Auto hat und das meiste mit ÖPNV und Fahrrad fährt – oder ich werde mal mitgenommen). Ein kleiner Rückblick auf meinen Vormittag heute. Ich hatte einen Termin und musste von Darmstadt ausnahmsweise nach Rüsselsheim. Von der Großstadt in die größte Stadt des Kreises Groß-Gerau, das sollte mit dem ÖPNV kein Problem sein. Nun ja. Geht, dauert über eine Stunde und ich darf drei oder vier Mal umsteigen:

Das Datum ist von nächste Woche, damit ich Verbindungen angezeigt bekommen. Mein Termin war heute.

Jedes Umsteigen ist ein Bruchpunkt, also mal weiter gucken. Aha, es gibt eine Verbindung, da muss ich nur einmal umsteigen. Fährt einmal die Stunde (das merken wir uns mal) und bleibt unter einer Stunde Fahrzeit.

Aber in den Details zu der Verbindung steht auch „Die Busse fahren eine Umleitung und die Haltestelle „Pallaswiesenstraße“ ist verlegt. Grund dafür sind Bauarbeiten.“ Blöderweise steht das zweimal da. Einmal ohne Fahrtrichtung, einmal mit Fahrtrichtung. Und von den aktuellen Baustellen weiß ich, dass die Haltestelle Pallaswiesenstraße rund 400 Meter von der Ersatzhaltestelle Pallaswiesenstraße entfernt ist.

Ok, ich laufe mal lieber eine Haltestelle weiter zur Haltestelle Im tiefen See. Oh, dort ist eine Ersatzhaltestelle, wegen einer kleinen Baustelle. Ein Aushang weist auf die Ersatzhaltestelle hin, aber nur für die Linien WE1 und WE2. Hm, wissen die Fahrer der X15-Linie das mit der Ausweichhaltestelle? Die beiden Haltestellen sind nah beieinander, aber für einen Sprint zu weit auseinander. Also laufe ich vorsichtshalber zur Haltestelle Windmühle weiter, sicher ist sicher. Hatte ich erwähnt, dass meine Haltestelle eigentlich um die Ecke ist? Nee, nicht bei Baustellenbetrieb.

Ok, da stelle ich mit der App fest, dass der Bus acht Minuten Verspätung haben wird. Das ist blöd, denn dann habe ich keinen Anschluss mehr in Mörfelden Walldorf. Und wir erinnern uns an den Stundentakt. Der Bus 67 im Mörfelden-Walldorf ist der mit dem Stundentakt. Wenn ich den nicht erwische, warte ich eine Stunde.
Ein Wunder, der X15 holt die Verspätung etwas auf und ist 30 Sekunden vor meinem Anschlussbus da. Das war pures Glück.

Ok, die Rückfahrt. Da verpasse ich terminbedingt gerade den Bus und darf damit eine Stunde warten. Eine Stunde in der ich nicht richtig was machen kann, und eine Stunde im Internet rumklicken, ist doch etwas öde. Nein, ich will auch nicht in einem Café Geld ausgeben fürs Warten. Also, Notiz an mich selbst: Wenn ein Stundentakt im ÖPNV dabei ist, Finger weg. Es sei denn, ich habe den Tag über nichts anderes vor.

Fazit: Ich benötige im Herzen des Rhein-Main-Gebiets zwischen zwei großen Städten, die 25 Kilometer voneinander weg sind, mit dem ÖPNV eine Stunde und kann nur einmal die Stunde eine übersichtliche Verbindung nehmen. Das ist zu schlecht. Eine Stunde eher fahren ist keine Alternative, dann sitze ich dort erstmal eine Stunde rum. Laut Google Maps brauche ich mit dem Auto 30 Minuten (ok, noch kein Parkplatz aber kein Fahrplan) und mit dem Fahrrad 80 Minuten (was bei blödem Wetter für mich ausfällt).

So. Dann kommen noch Verspätungen dazu, die einem die Anschlüsse aufknacken, verlegte Haltestellen, wegen denen ich Extrawege und die Zeit dafür einplanen muss, und ab und an wird der ÖPNV auch noch bestreikt. Ach ja, die Zeit, diese Verbindung rauszufischen war eigentlich auch Fahrzeit. Und eigentlich müsste ich die Haltestellen am Tag vorher noch auskundschaften, ob die da sind, wo ich sie vermute. Tut mir leid, da ist das eigene Auto nun mal das beste Verkehrsmittel. Und ich sehe nicht, dass der ÖPNV das zu vernünftigen Kosten lösen kann.

„Sternenkrieger“ auf der Darmstädter Frühjahrsmess‘

Einige der 501. Legion waren heute auf der Darmstädter frühjahrsmess‘ auf dem Karolinen- und dem Friedensplatz. Sie kommen nochmal, am 7. Mai, dem letzten Tag der Mess‘ zwischen 15 Uhr und 19 Uhr.

Inferno Kommando, Stormtrooper, Gunner des Todessterns, Sandtrooper und TIE Fighter Pilot.

Ich muss ja zugeben, der „Sandtrooper“ war auch gut zu fotografieren. Die helle Rüstung hat eine bessere Zeichnung als die schwarzen Rüstungen. Und er war mit dem TIE-Fighter-Piloten der größte Darsteller. Da konnte ich leicht über die Köpfe der Kinder, die sich von ihren Eltern fotografieren ließen drüberfotografieren.

Der wendige Markus Söder

Aus einem FAZ-Portrait über die vielen Wendungen des bayrischen CSU-Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder:

„Allzu ambitioniert ist Söder aber nicht mehr in dem Bemühen, glaubwürdig zu erscheinen, schon mangels Erfolgsaussichten. Er tendiert sowieso zu der Meinung, die anderen Politiker agierten im Grunde so wie er, nur schlechter.“

Oder es ist die Methode der CSU-Ministerpräsidenten. Die bayrischen Jusos hatten mal die Website „Drehhofer“ rausgebracht. Weil CSU-Ministerpräsident Seehofer auch sich widersprechende Positionen einnahm.

Vielleicht macht es Markus Söder aber auch, weil es in der CSU auch den Spruch gibt: Das bisschen Opposition können wir dann auch noch übernehmen.

Faz: So tickt der CSU-Chef

Und zum Abschied das was vom neuen Politikstil in Darmstadt übrig geblieben ist

Sieht so aus, als hätten OB Jochen Partsch und „seine“ Darmstädter Grünen die Osterferien genutzt, Strippen zu ziehen, um vor dem OB-Wechsel im Juni noch ein paar Personalien für ein paar Jahre festzuzurren.

Und dabei war man mal vor zwölf Jahren angetreten, einen neuen Politikstil einzuführen. Tja, schade eigentlich.

(€) Echo online: Scheidender OB Partsch besetzt noch schnell die Posten

Nachtrag: Grüne, CDU und Volt weisen in einer Pressemitteilung die Vorwürfe zurück. Die Wahltermine für die Gremien seien Zufall und den normalen Abläufen geschuldet, sagen die Koalitionäre. Und zum Schluss kommt eine geschickte Volte:

„Die Koalition hatte Willen gezeigt, vertrauensvoll in die Arbeit mit dem neuen Oberbürgermeister einzusteigen. Dies wurde durch die SPD einseitig aufgekündigt, indem inmitten der Gespräche zwischen SPD und Koalition und sogar vor dem Gespräch zwischen OB Jochen Partsch und Herrn Benz eine derartige, zudem fehlerhafte Pressemitteilung herausgegeben wurde. Das Ziel dieser Pressemitteilung bleibt schleierhaft und entspricht nicht den Grundsätzen einer vertrauensvollen Zusammenarbeit“ so Malena Todt und Andreas Ewald abschließend.

Genau so geht das. Denn es ist ja eine Win-Win-Situation. Erstmal Strippen ziehen. Wenn es keiner merkt, ist alles prima und man hat seine Schäfchen im Trockenen. Und wenn das auffliegt und die Düpierten das benennen (gestern, die SPD-Fraktion), dann sind sie „die Bösen“ mit denen man leider, leider nicht vertrauenvoll zusammenarbeiten könne. Perfekt.

Allerdings legen gerade die Abläufe bei der Besetzung des Kulturreferats nahe, dass da probiert wurde, am kommenden OB vorbei Fakten zu schaffen und das nur durch Nachfragen und Berichterstattung erstmal so nicht passiert. Und es ist ja nicht zum ersten Mal, dass die Gremienbesetzung „optimiert“ werden sollte (9. Oktober 2011: Alter Politikstil bei der Besetzung des neuen HEAG Holding-Aufsichtsrats)

Und noch ein Nachtrag: Es ist fast alles so gekommen, wie es Oppositionskreise vermutet hatten. (€) Der Darmstädter Magistrat hat über Aufsichtsratsposten von sechs Gesellschaften entschieden.

Nur die Stelle Kulturreferat soll später besetzt werden. Die Rathauskoalition aus Grünen, CDU und Volt haben ihre Mehrheit noch genutzt und die kurzfristig im Magistrat angesetzten Wahlen durchgezogen. Und so mehr von ihren Leuten in den Gremien untergebracht. Bei der Gelegenheit wurde der Noch-OB Jochen Partsch in den Entega-Aufsichtsrat gewählt und bleibt damit auch nach seiner Amtszeit in dem Gremium.

Aber so wie ich den Darmstädter Beteiligungkodex verstehe, sollen (ja, das steht nur sollen) ‚Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Stadtwirtschaft ihr Mandat niederlegen, wenn sie das Amt, das Grundlage für ihre Wahl oder Entsendung in das Aufsichtsgremium war, nicht mehr ausüben‘. (PDF: Punkt 1.11.). Und ja, man könnte jetzt sagen, dass ja nicht der Ex-OB, sondern der durchaus sachkundige Jochen Partsch nun ins Gremium gewählt wurde, aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass das so nicht gedacht ist. Außerdem klingt das nach der Bauernschläue, die ich sonst nur von CSU-Generalsekretären kenne.

Wer für einen NSU-Untersuchungsausschuss ist, schadet seiner Fraktion?

In Hamburg haben SPD und Grüne einen Antrag zu einem NSU-Untersuchungsausschuss abgelehnt. In dem Bundesland war 2001 Süleyman Taşköprü vom NSU ermordet worden. Aber es gab nie einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Die Grünen-Bürgerschaftsabgeordnete Miriam Block hat nun diese Woche für den Untersuchungsausschuss gestimmt und nun scheint es so zu sein, dass sie von ihrer Fraktion dafür „bestraft“ werden soll.

taz: Abgestraft für Integrität

Vorab: Viele Grüne, die das jetzt lesen, werden wenig darauf geben, da sie davon ausgehen, dass das Krokodilstränen von einem sind, der sie eh nicht wählt. Naja, Selbstgerechtigkeit ist die am einfachsten zu schaffende Gerechtigkeit.

Jetzt inhaltlich: „Ein Sprecher der Grünen sagte, Block habe mit ihrem Verhalten rund um die Abstimmung erheblichen Schaden für die Fraktion in Kauf genommen.“ Wenn das die Hamburger Grünen wirklich glauben, haben sie ein Problem.

Jede Partei sollte laufend prüfen, ob ihre aktuelle Position auch ihre Position wäre, wenn sie in der Opposition bzw. in Regierung sitzt. Das sollte eigentlich immer gleich sein. Wenn nicht wird es irgendwann beliebig. Und das merken die Wählerinnen und Wähler.

Und jetzt der Fun Fact: Frau Block ist voll auf Parteilinie. 2021 beschloss eine Landesmitgliederversammlung – weil es in Hamburg bislang keinen NSU-Untersuchungsausschuss gab – folgendes (PDF):

Die Fragen liegen auf dem Tisch – die Antworten in nicht öffentlichen, hoffentlich noch nicht geschredderten Akten sowie bei Zeug*innen. Es gibt ein politisches Instrument, das Zeugenvorladungen, Zeugenaussagen und Einsicht in nicht öffentliche Akten ermöglicht: Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss. Dies haben wir bereits 2015 und 2020 versucht und konnten unseren Koalitionspartner leider nicht für dieses wichtige Anliegen gewinnen. Das sollte uns aber nicht davon abhalten, bei der parlamentarischen Arbeit und Aufklärung weiterhin dafür zu kämpfen (…)

Und jetzt wird mit Nachdruck die Bestrafung eines Fraktionsmitglieds verfolgt, das in einer basisdemokratischen Partei für einen Mitgliederbeschluss eintritt?

Nachtrag: Was durch die Aktionen der Grünen-Fraktionsführung natürlich untergeht ist die Frage, warum die Hamburger SPD partout keinen Untersuchungsausschuss will. Mal gucken: Der NSU-Mord in Hamburg war am 27. Juni 2001. Innensenator war damals Olaf Scholz (SPD). Weil sein Parteifreund Hartmuth Wrocklage am 28. Mai 2001 zurückgetreten war. Olaf Scholz blieb aber nur bis zum 31. Oktober 2001 im Amt, da dann eine Koalition aus CDU und Schill-Partei in Hamburg die Regierung übernahm.

Und schon gerät man in den Ruf einen Verschwörungsmythos zu basteln.

Nachtrag 29.4.2023: Spiegeljournalisten sind der Sache nachgegangen und bestätigen das, was ich vermutet habe. Die Hamburger SPD will keinen Untersuchungsausschuss.

(€) Spiegel: Eine Regierung am seidenen Faden – „Hätten mehrere Grünenabgeordnete mit dem Linken-Antrag gestimmt, hätten die Sozialdemokraten sicherlich den Stecker gezogen“, heißt es aus grünen Senatskreisen. Die Sozialdemokraten in Hamburg sind in der komfortablen Lage, sofort mit der CDU regieren zu können. Die Union ist im Stadtstaat drittstärkste Kraft.

Das spricht nicht gerade für die Hamburger SPD, die ja schon Schwierigkeiten wegen der Warburg-Bank hat.

Aber, die SPD sollte gewaltig aufpassen, denn mit solchen Nummern wie in Hamburg könnte das passieren, was hier in Darmstadt passiert ist: Hier fühlten sich die Grünen von der SPD wegen einer Umgehungsstraße erpresst. Und nach der nächsten Kommunalwahl koalierten sie lieber mit der CDU als Juniorpartner (die wiederrum so dankbar ist fürs Mitregieren, dass sie kaum auffällt).