Wofür leider kaum Platz ist: „Zu einem durchschnittlichen Talk gehören …“

Hach ja, beim Schreiben im Internet hat man Platz. Wie die „Welt“ in ihrer Kritik über die gestrige ZDF-Diskussion bei „Maybritt Illner“ zeigt.

Ich würde ja auch mal gerne im Lokalteil sowas schreiben wie:

Zu einem durchschnittlichen Talk gehören (…) Man könnte es auch anders sagen: Zu viele Gäste für zu wenig Sendeminuten.(…) Am Ende werden viele Gäste viel geredet, aber zu wenig gesagt haben.

Einfach mal Rituale aufzeigen oder Eindrücke wiedergeben.

Nur braucht das (auch bei der „Welt“) rund 1500 Zeichen. Das wäre aber in der Regel mein halber Artikel. Am Ende hat dieser „Welt“-Text rund 5200 Zeichen, ok, minus die 1500 kommt man bei 3700 Zeichen raus, das wäre schaffbar. Aber das Rituale aufzeigen, das manchmal eben sinnvoll wäre, kommt zu kurz.

Zeitzeugin Edith Erbrich

Die noch 1945 ins KZ Theresienstadt deportierte Zeitzeugin Edith Erbrich sprach am Mittwoch (12.) in der Albrecht-Dürer-Schule in Weiterstadt.


Persönlicher als abstrakte Ermordetenzahlen in Millionenhöhe sein können, schilderte die Frankfurterin Edith Erbrich (77) auf einer Veranstaltung des DGB-Weiterstadt rund 80 Oberstufenschülern, wie sie als Kind in Deutschland schikaniert, verfolgt und drei Monate vor Kriegsende ins KZ Theresienstadt kam. Echo Online: Kartoffelschalen gegen den Hunger.

Nach dem Krieg stellte sich heraus, dass die SS ursprünglich geplant hatte, sie und andere Kinder weiter ins KZ Auschwitz zu deportieren und am 9. Mai 1945 zu vergasen. Auschwitz war am 27. Januar 1945 von der Roten Armeee befreit worden, am 8. Mai kapitulierte die Wehrmacht bedingungslos.

Bei freien Kindergärten und Horten

Der Tag der Freien Träger iste ine gemeinsame Veranstaltung des „Dachverband selbstorganisierter Kindereinrichtungen Darmstadt“ (DaS KinD) und der Centralstation.

Sonntag stellten sich über zwei Dutzend freie Kinderbetreuungseinrichtungen in der Centralstation vor.

Echo Online: Eltern als Hausmeister oder Buchhalter – Wenn private Initiativen Plätze anbieten, ist als Gegenleistung mehr als nur Geld erwünscht

An der Initiative „Maviki“ (MartinsViertelKinder) konnte ich jedenfalls nicht vorbei, da steckt einfach zu sehr (jedenfalls phonetisch) mein Name drin.

Das Versprechen des TU-Präsidenten

Ein Physikhörsaal voller Schüler. Und das samstagmorgens um 9 Uhr – heißt ja auch Saturday Morning Physics – bei einer freiwilligen Veranstaltung.

„Sie werden Physik lernen, die Sie noch nicht in Ihren Lehrbüchern finden“, versprach TU-Präsident Hans Jürgen Prömel den Teilnehmern der Saturday Morning Physics bei der Begrüßung.

Und dann ging es mit Prof. Thomas Walther von der Glühbirne über Max Planck bis zur De-Broglie-Wellenlänge. Und tatsächlich: Spätetens beim Bose-Einstein-Kondensat war es vorbei mit dem Schulstoff.

Echo Online: Am Fachbereich Physik beginnt wieder die Vorlesungsreihe Saturday Morning Physics für Oberstufenschüler

Der Große Physikhörsaal am Herrngarten.

Unterwegs beim Kampagnenauftakt

Es geht wieder los: Karneval. Samstag war ich in Weiterstadt. Echo Online: Mit einem Frühstart in die Fastnacht

Als Showact hatte der KV Weiterstadt die Partysängerin Ina Colada engagiert.

Und da bestimmt mal einer fragt, wegen Karneval und so. Ok, ich bin kein Fastnachter, aber eigentlich ist das alles ganz ok. Nur finde ich die normalen Sitzungen einfach zu lang. So ein Kampagnenauftakt hat mit drei bis vier Stunden meiner Meinung nach die richtige Länge. Ich sehe natürlich auch, dass die Vereine viele Gruppen und Aktive haben und die alle im Programm unterkommen müssen – was es dann wieder lange Sitzungen bedeutet.

Der Historiker Alexander Koch über den Häftlingsfreikauf

Der Historiker Alexander Koch hat den Freikauf von politischen Häftlingen aus DDR-Gefängnissen durch die Bundesrepublik untersucht.

Fürs Echo habe ich mich mit dem Weiterstädter Alexander Koch unterhalten; der Stadtverordnete und Weiterstädter SPD-Vorsitzende hat in seiner jetzt als Buch erschienenen Doktorarbeit den Häftlingsfreikauf aus der DDR durch die BRD untersucht.

 

Alexander Koch: Der Häftlingsfreikauf
Alexander Koch:
Der Häftlingsfreikauf

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(PM Uni Heidelberg) „Ein wichtiger Faktor für den Start des Häftlingsfreikaufs im Jahr 1963 war der Bau der Berliner Mauer zwei Jahre zuvor. Die Hoffnung auf eine schnelle Wiedervereinigung hatte sich zerschlagen. Damit erhöhte sich für die westdeutschen Politiker der Druck, etwas für die politischen Häftlinge in der DDR zu tun“, erläutert Dr. Koch. Der „Preis“ für einen freigekauften Häftling variierte anfangs und war an verschiedene Kriterien gekoppelt. Dies waren die Höhe des Strafmaßes, die Reststrafe und die Ausbildung der betroffenen Person. 1977 einigte man sich auf einen Pauschalbetrag von rund 96.000 DM pro Person. Bezahlt wurde allerdings nicht mit Geld, sondern mit Sachgütern, vor allem mit Rohstoffen, die von der DDR zur Generierung von Deviseneinnahmen auf internationalen Märkten weiterverkauft wurden, wie der Historiker betont.

Für die Bundesrepublik stellte der Häftlingsfreikauf, so Dr. Koch, ein Instrument dar, um die Bindung zu den Menschen in Ostdeutschland aufrechtzuerhalten und ein ständiges Signal der Verbundenheit an die DDR-Bürger zu setzen. „Die DDR profitierte zumindest kurzfristig. Für den stets klammen Staat ergab sich damit eine willkommene Einnahmequelle. Gleichzeitig konnten auf diese Weise politische Gegner abgeschoben werden. Nicht zuletzt trug der Häftlingsfreikauf zu einer Zusammenarbeit der beiden deutschen Staaten auch in anderen humanitären und politischen Fragen bei“, betont Alexander Koch. Im Laufe der Zeit setzte jedoch eine für die SED-Diktatur gefährliche Eigendynamik ein. „Letztlich wurde mit diesem Verfahren ein Anreiz geschaffen, über den Freikauf die DDR zu verlassen. Insbesondere in den 1980er Jahren stieg die Zahl der freigekauften Häftlinge stark an. Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass die Risikobereitschaft vieler DDR-Bürger, die in den Westen wollten, immer stärker wurde und in diesem Zusammenhang sogar eine Haftstrafe bewusst in Kauf genommen wurde.“

Verflochten war der Häftlingsfreikauf zudem mit der sogenannten „Familienzusammenführung“. In der DDR zurückgebliebene Angehörige konnten Ausreiseanträge stellen. Auch dafür erbrachte die Bundesrepublik wirtschaftliche Gegenleistungen. Über diesen Weg, so Alexander Koch, wurde bis zum Fall der Mauer im Jahr 1989 rund 250.000 Menschen die Übersiedlung in die Bundesrepublik ermöglicht.

Für seine Studie hat Alexander Koch zahlreiche, zum Teil unveröffentlichte Quellen aus verschiedenen Archiven ausgewertet. Der Historiker stieß dabei auch auf ein Dokument der Westberliner „Rechtsschutzstelle“, in dem der Freikauf bereits im Jahr 1951 als eine Möglichkeit angesehen wird, politisch Inhaftierten in der DDR zu helfen. Darüber hinaus hat der Wissenschaftler Interviews mit Zeitzeugen geführt. Neben ehemaligen Häftlingen, Rechtsanwälten und Diplomaten gehörten dazu auch Politiker wie Egon Bahr und Hans-Dietrich Genscher. Gesprächspartner waren zudem die ehemaligen ranghohen Mitarbeiter im Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen Ludwig Rehlinger und Jan Hoesch, die beim Häftlingsfreikauf eine zentrale Rolle auf bundesrepublikanischer Seite spielten.

Die DDR hatte gehofft, aus ihrer Sicht unbelehrbare politische Häftlinge loszuwerden. Aber Koch zeigt, dass das Ministerium für Staatssicherheit am 2. November 1987 selbst feststellte:

Der Umstand, dass Genehmigungen zur Übersiedlung in die BRD bzw. nach Westberlin überwiegend trotz Fehlens der dafür gesetzlich geregelten Voraussetzungen erteilt werden, hat eine Sogwirkung erzeugt, zu deren Eindämmung die Schwelle strafrechtlicher Verantwortlichkeit für Forderungen nach weiteren derartigen Entscheidungen so weit abgesenkt wurde, dass der mit der Strafverfolgung verbundene Vorwurf der Begehung kriminellen Unrechts vielfach nicht akzeptiert wird, zumal über den Strafvollzug das angestrebte Ziel – die Übersiedlung – mit staatlichem Handeln gerade erreichbar wird.

Aber es war auch in dem Bereich zu spät, sagt Alexander Koch: „Die DDR bekam es nicht mehr unter Kontrolle.“

Unterwegs bei den Grünen in Sachen Spitzensteuersatz

Der TU-Soziologe Michael Hartmann und OB Jochen Partsch diskutierten am Mittwoch mit Bürgern im Heiner-Lehr-Zentrum.

Echo Online: Von unglaublichen Zuständen im Mutterland des Kapitalismus berichtete TU-Soziologe Michael Hartmann am Mittwochabend im Heiner-Lehr-Zentrum. „Die USA waren mal das Land mit den höchsten Steuersätzen von über 90 Prozent.“

Zum Spitzensteuersatz siehe auch „Der Obolus der Rockefellers“ oder „Fehlende Mittel gegen organisierte Gier„.

Fahrlässige Tötung


Der Fall ist tragisch, denn bei einem Unfall vor rund eineinhalb Jahren starb die Verlobte des Angeklagten, nachdem das Auto mit viel zu hoher Geschwindigkeit von der Straße abkam.

Nur gehen Staatsanwaltschaft (und im Frühjahr schon das Amtsgericht) davon aus, dass der junge Mann gefahren ist – was dieser aber vehement bestreitet. Weswegen er auch in Berufung ging. Obwohl er in erster Instanz wegen fahrlässiger Tötung (nur) zu einer Bewährungsstrafe mit Führerscheinsperre verurteilt worden war, will er auch vor Gericht nicht der Fahrer gewesen sein. Die Freundin sei gefahren. Allerdings scheinen seine Aussagen drumherum teilweise widersprüchlich.

Echo Online: Tragischer Unfall kurz vor der Hochzeit: Berufungsprozess startet

Nachbarschaftshilfe in Eberstadt und Braunshardt

Manchmal fallen die Themen ja fast zeitgleich zusammen. In Braunshardt hat sich ein Verein gegründet, der auch Nachbarschaftshilfe organisieren will. Und in Eberstadt soll ein privates Netzwerk zur Nachbarschaftshilfe geknüpft werden. Beides auf lokaler Ebene, da der Austausch besser in der räumlichen Nähe klappt.

Nur will man in Eberstadt den Verein wegen der damit einhergehenden Bürokratie vermeiden, während man in Braunshardt (www.wohnenbleiben-braunshardt.de) gerade den Verein will, auch um versicherungsrechtlich auf sie sichere Seite zu kommen.