Indikator X-Mas-Shopping

In der Darmstädter Innenstadt finden die Weihnachtseinkäufe wie immer an den Adventssamstagen statt: Drängeln, einem den Weg abschneiden, in den Abstand reinlaufen wie auf der Autobahn, spontan stehen bleiben, gern an Engpässen etc. Für mich ist das ein Indikator, wie gedankenlos die Leute sich auch sonst verhalten. Und sich dann fragen: „Warum gehen die Zahlen bei den Coronavirus-Infektionen nicht runter? Wir tragen doch Masken.“

Ich habe jetzt den Rest bestellt, den ich suchte, die Innenstadt meide ich lieber.

Die Donald Trump-Library steht in Darmstadt

Wenn ein US-Präsident aus dem Amt scheidet, wird inzwischen seine Amtszeit in einer Bibliothek archiviert. Inzwischen gibt es einen ganzen Satz Präsidentenbibliotheken.

Wie die „Trump-Libary“ aussieht, zeigte nun die satirische Jimmy-Kimmel-Show vom 19. November. Nämlich wie das „Haus der Geschichte“ in Darmstadt, in dem unter anderem das Stadtarchiv und das Staatsarchiv sind.

Ein Screenshot der „Trump-Libary“, wie sie sich Jimmy-Kimmel-Live vorstellt.

Das richtige Haus der Geschichte am Darmstädter Karolinenplatz.

Coronavirus in Darmstadt und im Landkreis, 30.10.2020

Es gibt wieder Zahlen zum Coronavirus aus dem Landkreis, ich habe das mal in zwei Graphen eingetragen. Man sieht jetzt auch den Zuwachs innerhalb einer Woche. Das exponentielle Wachstum zeigt sich auch in der Region. Auch im Kleinen. In Fischbachtal stiegen die Fälle innerhalb einer Woche um 25 Prozent. Von vier auf fünf. Wobei bei so kleinen Zahlen natürlich auch viel Zufall dabei ist. Aber auch in Weiterstadt, von 99 seit Pandemiebeginn innerhalb von einer Woche auf 129, 30 Prozent Zuwachs.

Darmstadt hatte innerhalb einer Woche 103 Fälle dazubekommen, 13 Prozent mehr.

Covid-19-Fälle (Fälle pro 1000 Einwohner) in Darmstadt und den Kreiskommunen.

Covid-19-Fälle (absolute Zahlen) in Darmstadt und den Landkreiskommunen.

Allerdings werde ich mir eine andere Darstellung überlegen müssen, mit jeder Säule wird es ja unübersichtlicher.

Coronavirus in Darmstadt und im Landkreis, 23.10.2020

SARS-CoV-2, Quelle: CDC Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM

Der Landkreis hat am Freitag zum ersten Mal die Anzahl der Coronavirus-Infektionen seit Pandemiebeginn nach Kommunen aufgeschlüsselt. Da das in absoluten Zahlen war, habe ich das auf je 1000 Einwohner umgerechnet und Darmstadt dazugepakt (ist ja Kreisstadt ), nee, da wohne ich und es liegt mitten im Landkreis.

Coroanvirusinfektionen pro 1000 Einwohner seit Pandemiebeginn.

Coronavirus: Die Haltung der Menschen und die Vergesslichkeit der Regierungen

This illustration, created at the Centers for Disease Control and Prevention (CDC), reveals ultrastructural morphology exhibited by coronaviruses.

Am 12. August hatte ich mich gefragt was unsere Regierungen machen, weil die Zahlen seit Juli wieder stiegen und es inzwischen wie der Anlauf zu x^n aussah.

Mitarbeitern in den Supermärkten war und ist es egal, wie sie ihre Masken tragen, eine Filialleiterin kaufte auch mal ohne ein. Es reagierte auch keiner, wenn man ihn auf zu kleine Abstände an der Kasse ansprach; als mir einer mit Schlägen drohte, habe ich halt nichts mehr gesagt. Und die Kassierer sagten natürlich auch nichts zu geringen Abständen.

Klar, Supermärkte sind keine Hot Spots, aber es zeigt die Haltung.

Vielleicht hätten unsere Landesregierungen vor vier Wochen doch schon mal Zeichen setzen sollen, dass es ernst ist. Beispielsweise indem man vor die Supermärkte wieder Security zur Maskenkontrolle stellt und die Anzahl der Kunden in Läden wieder beschränkt. Aber unsere Regierungen hatten anscheinend nichts aus der Entwicklung im Februar und März gelernt und das mit der Exponentialfunktion schon wieder vergessen. Dass ich nicht falsch verstanden werde, die sind gut im reagieren auf die akute Lage. Aber präventiv ist da nichts. Was wir schon seit März wissen, als das mit dem Modi-Sars-Szenario von 2012/2013 rauskam.

Ich hätte mir auch Erklärungen gewünscht. Warum kann man im Flugzeug und im ÖPNV eng sitzen, aber bei Veranstaltungen nicht? Was wird erlaubt, weil es halt nicht anders geht, was ist essentiell und was muss auf jeden Fall gemacht werden?

Frühaufsteher am Ostbahnhof

Der Darmstädter Ostbahnhof morgens um halb sieben im Oktober.

Ich war ja am Freitag um 6.15 Uhr am Darmstädter Ostbahnhof, um zu gucken, wie das mit der Vollsperrung am Bahnhübergang läuft. Denn laut Stadt Darmstadt, die es wohl so von der DB AG bekommen hatte, war der ab 4 Uhr gesperrt.

Die Stadt Darmstadt informiert auf ihrer Website über Baustellen im Stadtgebiet.

Aber es fuhren fröhlich Autos über die Gleise, von einer Sperrung war nichts zu sehen. Bis ich das Schild fand: Ab 9 Uhr.

Tja, um 5 Uhr aufstehen war also für die Katz. Aber auch um 11.30 Uhr glaubten viele Autofahrer nicht, dass sie in eine Sackgasse fahren.

Echo online: Sperrung am Darmstädter Ostbahnhof überrascht Autofahrer

E-Roller zum Leihen nun auch in Darmstadt

Insgesamt 300 Leih-E-Roller von „Tier“ sollen im Stadtgebiet stehen.

In Darmstadt gibt es nun auch E-Roller zum spontanen ausleihen – wenn man die App hat und registriert ist.

Echo online: 300 E-Scooter stehen ab sofort in Darmstadt bereit (€)

Interessant fände ich so einen Roller ja, um auf längeren Wegen zwischen ÖPNV-Haltestelle und Ziel schneller zu sein. Mir fällt da jetzt sowas wie die 1,8 Kilometer zwischen der Haltestelle Gräfenhausen Postplatz und dem Steinrodsee ein (was beides aber nicht mehr Darmstadt ist).

Bei 20km/h – so schnell sollen die fahren können – brauche ich für die einfache Strecke im Idealfall um die sechs Minuten anstelle rechnerische 24 Minuten, wenn ich zu Fuß gehe.

Aber die Kosten (laut giga.de): 15-19 Cent pro Minute plus ein Euro fürs Einbuchen. Also 1,9 bis 2,14 Euro für die Fahrt und das gleiche nochmal zurück. Wenn der Roller – den man besser freigibt, weil die Minute sonst 15 Cent kostet – dann noch da ist.

Also grob 1€/km, wenn es keine Pausen gibt. Das kann man mal machen, aber täglich bzw. fünfmal die Woche? Zwei Kilometer hin und zurück, sind vier Euro, das jeden Arbeitstag (20 Tage im Monat), macht 80 Euro pro Monat. Wenn es einen ÖPNV gibt, ist der günstiger. Also sind die Roller eher was zum Spaß. Aber da eine Uhr läuft, ist der Spaß auch relativ, denn unterwegs mal kurz was angucken oder ein Foto machen, kostet dann was.

Der Löwenbrunnen auf dem Mathildenplatz läuft wieder

Der Löwenbrunnen auf dem Mathildenplatz läuft wieder.

„Der Löwenbrunnen ist das letzte was noch saniert werden muss“, sagte der Architekt Jürgen Rittmannsperger mit Blick auf das Ensemble Mathildenplatz am 15. August 2012. Das Rittmanspergersche Büro, Experten für komplexe Altbautensanierung, hatte gerade mit Justizminister und Gerichtspräsidenten die fertig sanierten Gebäude Altes Landgericht und Altes Amtsgericht vorgestellt. „Wir werden als Stadt unser Scherflein beitragen“, hatte Oberbürgermeister Jochen Partsch damals auf Rittmannspergers Hinweis für den Brunnen zugesichert.

Fast neun Jahre und einen Monat später – und sieben Zeitungsartikeln von mir dazu – ist es nun soweit. Es glitzert, rauscht und plätschert wieder auf dem Mathildenplatz; seit dem 10. September, 12 Uhr, läuft der Brunnen wieder.

Dass die Löwen aus gelben Sandstein vom Wasser aus der oberen Schale geduscht werden ist Absicht. Ein Effekt, der aber auch dazu beigetragen hat, dass die Skulpturen verkalkten. Allerdings hat der Brunnen jetzt auch eine Entkalkungsanlage, was das verlangsamen soll.


Im Sommer 2016 sah der Brunnen noch so aus, auf den Löwen und anderen Flächen waren noch millimeterdicke Kalkablagerungen.

Ab 2013 lag der Brunnen trocken, ab 2015 war er eingezäumt. Lange passierte nichts, da erst ein Sanierungskonzept ausgearbeitet werden musste. Unter anderem wurde geprüft, ob man den Brunnen stehen lassen und sanieren kann oder ob man ihn besser abbaut und wieder zusammensetzt. Fun Fact: Was man ja schonmal gemacht hatte. Denn bis 1840 stand der Brunnen auf dem Luisenplatz – da wo jetzt der Lange Ludwig steht.


2017 wurde es dann ernst, die Löwen wurden abmontiert und extern mit einer Kombination aus Chemie und Handarbeit von den Kalkschichten befreit.

Der Brunnen war nicht nur verkalkt, an den Oberflächen hatten sich auch Algen niedergelassen, die dann wieder verkalkten und so weiter. Das Bild ist von 2012.

Die Reliefs wurden vor Ort gereinigt und darunter kamen geschuppte Fische heraus. Die Schuppen sind aber nicht auf allen Reliefs erhalten.

Der ganze Brunnen in Aktion.

Echo online: Ein gutes Ende für die Löwen in Darmstadt