Wicki Weißwas über Hessen-Darmstadt in Straßburg

Das historische Straßburger Rathaus heißt auch Hôtel de Hesse-Darmstadt.

Ursprünglich war der Bau das Stadtschloss des Grafen Johann Reinhard III. von Hanau-Lichtenberg, der allerdings starb bevor der Bau fertig war. Das Schloss erbte Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt. Aha.

Nach der französischen Revolution wurde es 1805 zum Straßburger Rathaus. Die Stadtverwaltung arbeitet aber seit 1976 in einem „Centre administratif de Strasbourg“ am Parc de l’Étoile. Das historische Rathaus ist laut Badischer Zeitung sanierungsbedürftig: Inzwischen regnet es regelmäßig durch das Dach.

Wicki Weißwas über den zehn Jahre alten Auslöser des syrischen Bürgerkriegs

Der Auslöser für den Aufstand 2011 in Syrien, der zu einem Bürgerkrieg wurde, soll unglaublich simpel sein. Er begann angeblich in der südsyrischen Stadt Daraa. Dort kommen Dürre, Bürokratie, Korruption und Willkür und ein Satz Jungs zusammen, schreibt die taz. Ein Fünftkläassler sprüht am 6. März 2011 mit gelber Farbe Herzen an die Schulmauer sowie die Sätze „Jetzt bist du dran, Doktor!“ und „Du hast das Land geplündert, oh al-Assad!“

Statthalter ist dort Assads Cousin Atef Najib, der die Kinder verhaften und foltern lässt. Die Eltern protestieren und fordern ihre Kinder zurück, werden dafür aber angeblich verhöhnt: „Vergesst eure Kinder! Macht neue! Und wenn ihr das nicht könnt, schicke ich meine Männer, die werden es euren Frauen zeigen.“

Am 18. März demonstrieren die Bewohner von Daraa und vier Demonstranten werden erschossen. Woraufhin auch andere Städte und Dörfer gegen Assad protestieren und die Regierung irgendwann Panzer schickt.

Die Süddeutsche sagt nun sie habe den Jungen mit der Spraydose von 2011 gefunden: Abdulrahman al-Krad ist 15 Jahre alt. Er ist 2013 mit seiner Familie nach Jordanien geflohen, sie lebt in der Grenzstadt al-Ramtha ganz im Norden des Landes.

Wicki Weißwas zu Schlangen und dem 17. März

Der 17. März ist St. Patrick’s Day und der Gedenktag an den irischen Bischof Patrick, der als erster christlicher Missionar in Irland gilt. Es ist auch der irische Nationalfeiertag.

Der Legende nach hat St. Patrick die Schlangen aus Irland vertrieben. Etwas wahrscheinlicher ist aber, dass das was mit der letzten Eiszeit und den Landverbindungen zu tun hat.

Während der letzten Eiszeit war es im heutigen Irland und England zu kalt für die wechselwarmen Schlangen. Während die Eiszeit vor 18.000 Jahren endete, stieg auch der Wasserspiegel langsam an. Was Irland von England trennte. Und so schafften es die Schlangen vom europäischen Festland zwar bis nach England und Schottland, aber nicht mehr bis Irland.

Man kann die Legende auch als Metapher sehen. Die Schlange ist ein keltisches Symbol und der christliche Heilige vertrieb die alte Religion.

Wicki Weißwas über Künstlernamen der Renaissance

Künstlernamen sind nichts neues, die gab es schon in der Renaissance. Ein paar Beispiele:

Cimabue – Cenni di Pepo (*1240 †1302)
Giotto – Giotto di Bondone (*1266 †1337)
Donatello – Donato di Niccolò di Betto Bardi (*1386 †1466)
Masaccio – Tommaso di Ser Cassai (*1401 †1428)
Antonello da Messina – Antonio di Giovanni d’Antonio (*1429/1430 †1479)
Sandro Botticelli – Alessandro di Mariano Filipepi (*1445 †1510)
Hieronymus Bosch – Jheronimus van Aken (*1450 †1516)
Leonardo da Vinci – Leonardo di ser Piero (*1452 †1519)
Michelangelo – Michelangelo di Lodovico Buonarroti Simoni (*1475 †1564)
Tizian – Tiziano Vecellio *1477-1490 †1576)
Giorgione – Giorgio da Castelfranco (*1478 †1510)
Raffael – Raffaello Sanzio da Urbino (*1483 †1520)
El Greco – Domínikos Theotokópoulos (*1541 †1614)
Caravaggio – Michelangelo Merisi da Caravaggio (*1571 †1610)

Neulich war das nämlich eine Runde im Pubquiz. Wir dachten ja erst an so Künster wie Issur Danielowitsch Demsky und waren kurz davor den Doppelte-Punkte-Joker drauf setzen. Zum Glück machten wir das nicht, denn es kamen eben viele italienische Renaissancekünstler.

Wicki Weißwas: James Bond-Designer Ken Adam ist gestorben

Ken Adam war der Produktionsdesigner bei den ersten James Bond-Filmen. Er war verantwortlich für die Settings, den Kulissenentwurf, die Autos, Waffen und auch die Gadgets und andere „Spezialanfertigungen“. Er prägte den 007-Style von Anfang an mit und half aus 08/15-Agentenfilmen in den 60ern die James Bond-Filme zu machen.

Ken Adam ist am 10. März 2016 im Alter von 95 Jahren in London gestorben.

Eigentlich hieß der langjährige Bond-Designer Kenneth Adam und noch eigentlicher Klaus Adam. Er stammte aus Berlin. 1934, da war er 13 Jahre alt, floh seine Familie wegen der NS-Diktatur. Weiterlesen

Wicki Weißwas über Königin Luise … und Darmstadt … und Weiterstadt

Die spätere preußische Königin Luise war nach dem Tode ihrer Mutter und ihrer Tante bei ihren Darmstädter Großeltern aufgewachsen, unter anderem hatte sie im Porzellanschlösschen am Prinz-Georgs-Garten gewohnt.

Die Fürsten von Darmstadt spielten ja nicht so die große Rolle in der Weltgeschichte, dennoch kann man mit ihnen ab und an ein wenig Ruhm abstauben und sich für zehn Sekunden an einer Ausschüttung royalen Endorphins erfreuen.

Die preußische Königin Luise (ja die, die sich mit Napoleon traf) ist so ein Fall. Denn sie ist die Tochter einer hessischen Prinzessin und war sogar in Darmstadt (im Porzellanschlösschen) und in Weiterstadt (im Schloss Braunshardt) aufgewachsen.

Die spätere preußische Königin Luise war auch im Schloss Braunshardt aufgewachsen. (Archivfoto von 2011)

Luise (sie lernte 1793 den 22 Jahre alten, preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm in Frankfurt kennen) wurde am 10. März 1776 – heute vor 240 Jahren – geboren. Ihr Vater war Herzog Karl zu Mecklenburg-Strelitz, ihre Mutter war Friederike von Hessen-Darmstadt.

Luise wuchs mit ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester Friederike bei ihren Darmstädter Verwandten auf. Ihre Mutter Friederike starb 1782 (Luise war sechs Jahre alt) und ihre Tante und spätere Stiefmutter Charlotte dann 1785. So kam Luise zu ihrer Großmutter „Prinzessin George“ nach Südhessen. „Prinzessin George“ hieß eigentlich und mit vollem Namen Maria Luise Albertine. Sie stammte aus dem Pfälzer Heidesheim und dem Haus von Leiningen-Dagsburg-Falkenburg. An ihrem 18. Geburtstag hatte sie sie 1748 den Darmstädter Prinzen Georg Wilhelm von Hessen geheiratet, dessen Bruder Landgraf Ludwig IX. war.

Prinzessin George überlebte ihre Enkelin. Luise starb 1810 an den Folgen einer Lungenentzündung, ihre Großmutter wurde fast 89 Jahre alt, sie starb 1818.

Nebenbei I: Jetzt könnte man ja meinen, der Darmstädter Luisenplatz wäre nach Königin Luise benannt. Aber nein, das Darmstädter Namenschaos setzt sich auch da fort. Der Luisenplatz ist nach der Ehefrau Ludwigs I. von Hessen-Darmstadt benannt. Und auch die Luisenstraße ist nach ihr benannt.

Nebenbei II: Der spätere deutsche Kaiser Wilhelm I. ist ein Sohn Luises. Er war 13 Jahre alt, als seine Mutter starb.

Wicki Weißwas über die 72er-Regel

Dreisatz und Prozentrechnung ist ja nicht jedermanns Sache, und wenn es um Zinseszinsen geht („das achte Weltwunder“ wie der damalige Wirtschaftsweise Bert Rürup sagt) wird es nochmal komplizierter. Aber es gibt eine Faustformel, die bei Zinssätzen zwischen 2 und 10 Prozent ganz gut funktioniert: Die 72er-Regel.

Laut der Regel teilt man 72 durch den Zinssatz den man bekommt und das ist dann die Zeit in Jahren, bis sich das Kapital verdoppelt hat.

Ok, ist auch wieder ein Dreisatz am Ende, aber die Anwendung ist doch sehr praktisch, so dass man seine Abneigung überwinden könnte.

Wicki Weißwas über einen Papst, der lange der letzte war

Papst Hadrian VI. (*2. März 1459, †14. September 1523) war der letzte Papst aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Er war auch bis zur Wahl Johannes Pauls II. (im Jahr 1978) für lange Zeit der letzte nichtitalienische Papst.

Da Hadrian VI. aus Utrecht war, könnte man ihn auch als niederländischen Papst sehen. Aber die Niederlande gibt es als Staat erst seit ihrer Proklamation 1581. Und anerkannt wurden sie erst mit Ende des Dreißigjährigen Krieges.