Es gab auch einen Grenzstein zu sehen

Ein Obelisk, Alphornbläser, Kanunklänge und Rentierschinken in einem FFH-Schutzgebiet. Der städtische Grenzgang führte Samstag durch den Kranichsteiner Wald nordöstlich des Jagdschlosses, weil Kranichstein vor genau 450 Jahren erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Zu Zeiten Ludwigs VIII. (1691-1768) konnte man Kranichstein sogar als hessische Hauptstadt sehen. Der „Jagdlandgraf“ hatte seine Hauptresidenz ins Jagdschloss verlegt. Er ließ auch das Rondell ans Schloss anbauen, das ein Zentrum eines barocken Schneisensterns ist – zum bequemen Schießen vom Schloss aus.

Nebenbei verbot er Kaffeetrinken (außer für Bürger mit „Ansehen und Vermögen“) und bestrafte Bauern, die sich dagegen wehrten, dass das Wild ihre Felder verwüstete. Und nur die Freundschaft zur Kaiserin Maria-Theresia hatte verhindert, dass Hessen-Darmstadt wegen seiner Schulden in den Bankrott ging.

Krautreporter – der Name trifft es doch

Eine Orga wie Kraut und Rüben.

Gerade kam eine BBQ Einladung an die Unterstützer rein. Nach Berlin. Vor drei Wochen startet das Projekt, jetzt kommt – mit vier (4!) Tagen Vorlauf – eine Einladung nach Berlin. Hauptstadt, aber zentral ist anders. Und für einen Dienstag, ein Arbeitstag. Der Feiertag Pfingstmontag ist einen Tag vorher. So eine Feier kündigt man mit Aktionsbeginn an, wenn man es ernst meint.

Inzwischen wirkt das Projekt auf mich immer mehr wie ein „ach lass uns mal Crowdfundig probieren“.

Es ehrt die Kollegen ja, dass das sie als Journalisten keine Ahnung von PR und Kampagnen haben, aber die müssen doch auch mal auf einer schlecht organisierten und Null vorbereiteten Veranstaltung gewesen sein, und daher wissen wie man es nicht macht?

Langsam bereue ich es 60 Euro bereitgestellt zu haben.

13. Juni: Krautreporter scheinen es noch zu schaffen
3. Juni: Countdown bei den Krautreportern. Aber so wird das nichts.

Countdown bei den Krautreportern. Aber so wird das nichts.

Countdown bei den Krautreportern. Nur noch 10 Tage fürs Funding. Hintergrund: Das Projekt will „900.000 Euro für ein Jahr Journalismus von 25 Autoren einsammeln“ (Zusammenfassung von Don Alphonso).

Aber jetzt erst kommen die Kollegen mit dem was schon vor dem Crowdfunding hätte stattfinden müssen: Sie nennen Themen, die sie machen wollen. Als da jetzt wären: Nahostkonflikt, Fernseh- und Rundfunkräte, die neue Ostfront oder professionelle Zahnreinigung.

Und sie haben nur noch zehn Tage um 15.000 Unterstützer zusammenzubekommen. Meiner Meinung nach wird das wird aber nichts mehr, sie haben nach 21 Tagen erst gut 6500 Unterstützer.

Nebenbei: Die Beispiele oben musste ich jetzt copy/paste zusammenklicken, das wäre einfacher das würde in einem Absatz auf Krautreporter stehen. Das macht es dem, der für das eigentlich schöne Projekt* werben will, leichter. (Andererseits ehrt das die Krautreporter, die haben wohl noch nie ihr Geld damit verdienen müssen, Pressemitteilungen zu redigieren. Wer das gemacht hat, weiß, wie man es den Kollegen bei der Tageszeitung leicht macht. )

* das eigentlich schöne Projekt: Ja, die Idee ist gut. Die Leser bezahlen die Journalisten und nicht wie sonst die Anzeigenkunden. Sinnvoll, dann wenn es eng wird, heißt es: Wer zahlt, sagt an. Und inzwischen bin ich ja der Meinung, dass der, der etwas will, es erstmal auch bezahlt. Und das wäre bei Krautreporter ja der Fall.

Nur frage ich mich langsam, wie die Krautreporter sich das mit dem Marketing gedacht hatten? Meiner Meinung nach hätte man schon vier bis zwei Wochen vorm Crowdfundingbeginn von dem Projekt was erfahren müssen. Ich halt mich für mittelgut informiert, aber zu mir war nichts durchgedrungen. Keine Gelegenheit vor drei Wochen „Endlich geht’s los“ zu sagen. Naja, und so zählt der Unterstützercounter zwar langsam hoch, aber ein Moment, wie es durch die Berichterstattung am Anfang war, kam nicht mehr rein. Dabei wäre ja Leute wie Jens Weinreich dabei, gerade er macht Sportpolitik und wenn es um die Sümpfe bei Doping, Fifa und IOC geht, kennt er sich aus. Nur wer von den Sportteillesern kennt den Namen?

Kann natürlich sein, dass ich komplett falsch liege und die Leser einfach zufrieden sind mit den kostenlosen News à la SpOn &Co. Oder sie spätestens jetzt bei den vorgestellten Themen den selben Mainstream vermuten, wie es ihn kostenlos bei SpOn &Co gibt.

13. Juni: Krautreporter scheinen es noch zu schaffen
6. Juni: Krautreporter – Eine Orga wie Kraut und Rüben

Eins, zwei, drei. Fertig.

In der Regel zähle ich ja die Teilnehmer auf einer Veranstaltung durch und schreibe die auch in den Artikel. Am 19. Mai 2014 hatte ich das dann mal gelassen. Denn ich hatte die Gäste (mit mir aber ohne Podium) auf einen Blick durchgezählt:

Eins, zwei drei. Fertig. Mehr kamen an dem Abend nicht zum DGB.

Ja, damit hatte keiner gerechnet. Am 19. Mai war das zweite Relegationsspiel zwischen SV 98 und Arminia Bielefeld. Da konnte natürlich der DGB nicht wissen, als er im Januar die Veranstaltung geplant hatte.

Die Fußball-WM hat man ja auf dem Schirm, aber wie eine Ligatabelle aussieht, kann ja keiner ernsthalt vorhersagen.

Fettexplosion bei der SG Arheilgen

Dichter Rauch in Umkleidekabinen, brennende Papierkörbe, eine Fettexplosion, Rauchmelderalarm und dazwischen Kaffee, Kuchen und Videos. Samstag (12.4.) gab es beim Arheilger Sportverein SGA einen Crashkurs zu Brandschutz und Sicherheit Echo online: Was tun, wenn’s brennt?

Die Freiwillige Feuerwehr Arheilgen zeigte unter anderem eine Fettexplosion. Das passiert, wenn man in der Küche Wasser auf brennendes Öl oder Fett gibt, um es (vergeblich) zu löschen. Nur ist in der Küche nicht soviel Platz für den Feuerball – also nie machen.

Qualität wird eben kopiert

Da lese ich auf einem Termin auf einer Folie eine gute Zusammenfassung eines Modellprojekts und denke, das sollte ich schnell mitschreiben. Nur kommt mir die so bekannt vor – klar, so hatte ich vor zwei Wochen in der Ankündigung zu dem Termin das Modell zusammengefasst.

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Verdi gegen verkaufsoffenen Sonntag in Weiterstadt am 6.4.2014

Das ist ein bisschen ein Deja vu für mich. Gestern kam eine Verdi-Pressemitteilung rein in der die Gewerkschaft ankündigte gegen den verkaufsoffenen Sonntag in Weiterstadt am 6. April zu klagen.

Das hatte ich schonmal erlebt, im Januar 2013: 5.1.2013, Echo online: Verdi will verkaufsoffenen Sonntag in Weiterstadt verhindern. Nur ist es diesmal nicht zwischen den Jahren und etwas mehr Zeit bis zur Sonntagsöffnung. Heute: Klage gegen verkaufsoffenen Sonntag in Weiterstadt – Weiterstädter Gewerbe will am 6. April öffnen, Kritik von Gewerkschaften und Kirche.

Am 6. April ist in Weiterstadt die WAA, ein Automesse, die seit Jahren tausende Besucher anlockt. Und von der auch Autohändler ganz angetan sind wie ich 2011 erfuhr.

Meine Erfahrung mit Teamarbeit

Team ist unter Spöttern ja eine Abkürzung für „Toll, ein anderer macht’s“. Den Eindruck hatte ich vor einigen Jahren auch in einem Projekt. Die Kooperationpartner (praktischerweise nicht am Schreibtisch gegenüber, sondern im Ausland) lieferten eher spärlich für eine gemeinsam betreute Website.

Und nun gibt ein Berater in einem SpOn-Artikel einen Hinweis darauf, dass im Team jeder mit weniger Einsatz rangeht: So sank die Leistung bei Testpersonen, wenn sie nur glaubten, es ginge um Teamwork. Aha.

Bei den damaligen ausländischen Partnern war es so, dass mit dem Geld zwei Uni-Stellen kofinanziert wurden. Und dem Prof war natürlich wichtiger, dass seine Mitarbeiter bei ihm fein forschen und nicht fürs ferne Frankfurt Fachartikel formulieren. Weil man sich auf die dortigen hauptberuflichen Schreiber verlassen konnte.

Es gibt natürlich auch Gründe für Teamarbeit, steht bei SpOn:

In manchen Situationen kann sich die entspannende Wirkung des Teams positiv auswirken: Dort, wo uns zu viel Anspannung im Weg steht, also bei besonders schwierigen Aufgaben. Hier werden die Ergebnisse im Team besser. Und nur hier ist es wirklich sinnvoll, nach einer Arbeitsgruppe zu rufen.

Und dann sollten auch die Rollen in einem Team (z.B. Erfinder, Macher oder Koordinator) richtig besetzt sein. Ein Detail, das übrigens in Stellenausschreibungen selten bis gar nicht erwähnt wird. Teamfähig muss man sein – nur welche Rolle zu besetzen ist, das sagen die nicht. Und manche haben im Bewerbungsgespräch dann auch keine Antwort darauf.

Copy & Paste bitte vollständig

Ich kann ja verstehen, dass Vereine ganze Pressartikel über ihre Veranstaltungen auf ihre Websites kopieren (und nicht dafür bezahlen, weil sie das Geld bei Honorarforderungen es nicht hätten und dann eben nicht tun würden.)

Nur – um das beliebte Argument für freches Kopieren im Internet aufzugreifen – ist das selten „Werbung“ für Schreiber wie mich, weil das Autorenkürzel dann doch meistens weggelassen wird.

Nur bin ich da so eitel und fände es ganz gut und fair, dass dann auch mein Name – wenn schon denn schon – und nicht nur das Kürzel dabeisteht. Weil das eh keiner außer den Kollegen kennt.

Veröffentlicht unter Job