Notrufarmband abgelegt und im Bad gestürzt – Notrufdienstleister wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt

Um die Passage „es wird so lange angerufen, bis der Teilnehmer erreicht wird“ geht es der Tochter der Verstorbenen. Der Hausnotrufanbieter weiß jedoch nicht, wie die Passage in die Unterlagen gekommen war.

Was erst wie ein einfacher Amtsgerichtsprozess aussah, ist doch komplizierter. Eine Seniorin hat einen Hausnotruf, stürzt im Bad, wird erst nach drei Tagen von der Tochter gefunden und stirbt an den Folgen des Sturzes.

Allerdings hatte sie das Notrufarmband – nicht zum ersten Mal und manchmal auch für zwei Tage – abgelegt. Andererseits merkt der Notrufservice, wenn das Band abgelegt wird. Ruft dann aber nur einmal an.

Jetzt stand aber damals in den Unterlagen “es wird so lange angerufen, bis der Teilnehmer erreicht wird”. Aber es steht auch da, dass Armband ablegen in der Veranwortung des Teilnehmers liege.

Echo online: Leiter eines Notrufdienstes wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt – Der Leiter eines Hausnotrufanbieters steht seit Montag wegen unterlassener Hilfeleistung vor dem Amtsgericht. Laut Anklage soll er im Oktober 2012 nicht adäquat reagiert haben, als eine Kundin ihr Notrufarmband im Wohnzimmer abgelegt hatte, danach im Bad stürzte und an den Folgen starb. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe.

Update 9. November 2015: Prozess gegen Leiter einer Hausnotrufservicestelle ist eingestellt

Schwarzes Pedelec für roten Bürgermeister

„Wir wollen das Fahrrad für die kurzen Dienstwege“, erklärten Ralf Möller und Jürgen Merlau von der städtischen Abteilung für Wirtschaftsförderung. „Es wird für jeden in der Verwaltung unbürokratisch zur Verfügung stehen“, sagte Möller. Man prüfe wie das dann ankomme und ob noch weitere Pedelecs sinnvoll seien.

Ein Dienst-Pedelec komme aber nicht nur deswegen in die kommunale Fahrzeugflotte, weil sie selber viel Rad fahren, versicherten der Bürgermeister und sein Wirtschaftsförderer. Vor der Anschaffung stand eine Mitarbeiter-Umfrage, die Akzeptanz für ein Pedelec ergab. „Und es ist deutlich günstiger als ein weiterer Dienstwagen“, so Möller.

Das „Stadtrad“ ist ein Modell mit Mittelmotor. Weiterlesen

Umweltausschuss 2. Teil: 378.000 Euro für fließenden Verkehr und intelligente Ampelschaltungen

Es gab ja nicht nur Stimmung im Umweltausschuss am Dienstag, auch wenn ich mir die Dimension des Vorhabens aus dem Parlamentsinformationssystem erarbeiten musste.

Echo Online: Fließender Verkehr, bessere Ampelschaltungen – Luftreinhalteplan gegen die Stimmen der Linkspartei erweitert

Und es zeigte sich das Dilemma der Regierungsfraktionen. Was soll man anderes sagen als „ganz tolle Vorlage“? Da eine lange Rede halten, wie klasse das alles ist, ist genauso albern. Man könnte aber auch die Größenordnung des Projekts verweisen – ok, das habe ich dann auch selbst zusammengerechnet.

Polemik im Umweltausschuss und ein Nebensatz zur Lichtwiesenstraßenbahn

Manchmal sitzt man in einem Ausschuss und damit im Dilemma. Ein komplexes Thema wird durch einen polemischen Beitrag der Opposition äh … bereichert und es gibt auch entsprechende Antworten der Koalition. Super zum Schreiben (Echo online: Linkspartei: „Aufgebläht und doch unvollständig“), Streit kapiert jeder, nur um was es eigentlich geht, fällt hinten runter.

Werner Krone von der Linken hatte eine verbale Breitseite auf die Magistratsliste mit „Projekten zur potentiellen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger“ abgefeuert; er kritisierte sie als aufgebläht und doch unvollständig. Er holte streckenweise so weit aus, dass selbst die Ausschussvorsitzende Katrin Kosub (SPD und auch Opposition) ihn mehrfach daran erinnerte, dass man im Umweltausschuss sei und er zur Sache sprechen solle.

Irgendwann kommentierte dann Werner Krone den Architektenwettbewerb zum Saladin-Eck und das Lob aus der Branche damit, dass es auch bei Experten Abhängigkeiten gebe. Und die Bürgersicht, so Krone, wie auch Leserbriefe zeigten, eine andere sei.

Diese angedeuteten Mauschleien konnte die parteiunabhängige Baudezernentin Cornelia Zuschke nicht durchgehen lassen. Ergebnisse würden nicht am Bürger vorbei erzeugt, die Verfahren seien transparent, widersprach sie deutlich.

So. Und nun? Zur Sache trug das Gefecht wenig bei. Soll ich das im Artikel nun weglassen? Helfe ich womöglich den einen, oder den anderen? Aber gesagt ist nunmal gesagt.

Leider fehlt dann der Platz, die Projekte zu nennen.

Ach ja, einen Nebensatz der Baudezernentin fand ich noch interessant, beim Projekt „Straßenbahn zur Lichtwiese“ (nicht auf der Liste, SPD-Antrag dazu von CDU, Grünen und Uffbasse abgelehnt) gehe es auch um die Ereichbarkeit des Böllenfalltorstadions. Das war für mich ein neuer Aspekt, war es in meiner Wahrnehmung bislang darum gegangen, den TU-Campus dort besser anzubinden.
Weiterlesen

Arbeitsleistung

Das ist zwar von vor einem Jahr, kann man aber ruhig nochmal bringen.

Das Bildblog verlinkte auf die medienwoche.ch die mal bei Freienhonoraren nachgerechnet hat:

„Ein altgedienter Redaktor oder Ressortleiter, der pro Jahr – sagen wir mal – 140’000 Franken verdient, müsste als freier Journalist 1000 Artikel à 6000 Anschläge schreiben fürs NZZ-Feuilleton, um sein aktuelles Gehalt zu erzielen. Das entspräche einem Opus im Umfang von 4000 Standardseiten, also etwa den gesammelten Werken von E.T.A. Hoffmann; geschrieben in einem Jahr.“

Vielleicht ist es aber auch anderesherum – der Festangestellte ist zu gut bezahlt.

7 Tage, 7 Songs – 5. Tag: The Witch and The Saint

7 Tage, 7 Songs – 5. Tag: The Witch and The Saint

Der Job erweitert den eigenen Horizont ungemein, er bringt mich auch auf Blasmusikkonzerte. Blasmusik? Ja, genauso muss ich auch geguckt haben, als mir einer von seinem Hobby erzählte. Und dann nachschob, dass man „sinfonische Blasmusik“ spiele, die eben nicht Polka und volkstümliche Musik ist. Und auch wenn es Blasmusik ist, verkürzt meiner Meinung nach „Blasmusik“ in dem Fall zu sehr.

Es werden inzwischen auch extra Stücke für sinfonische Blasorchester komponiert, wie zum Beispiel „The Witch and the Saint“ von Steven Reineke.

Oder „Alpina Saga“ von Thomas Doss, ein Stück in dem man die Sterne glitzern hören kann.

Ich bin ja kein Schnorrer, aber …

Mal was aus dem Reporteralltag abseits der Berichterstattung.

Auf einem Termin bat mich einer, zu schauen, dass mein Artikel auch in dem Anzeigenblättchen erscheint, das im selben Verlag wie die Tageszeitung erscheint. Weil es durch die kostenlose Verteilung eine größere Reichweite hat und das bei dem Thema wichtig wäre, wenn es viele Leute lesen.

Ich erklärte, dass ich das a) nicht entscheide (freier Mitarbeiter) und b) kommunalpolitische Artikel nicht ins Anzeigenblättchen kommen (Erfahrung und Logik). Denn irgendeinen Unterschied zur kostenpflichtigen Lokaltageszeitung müsse es ja geben. Und wer würde die Tageszeitung kaufen, wenn er früher oder später alle Artikel im kostenlosen Anzeigenblatt finden würde? Eben. Also kommen nur die „bunten“ Themen in die kostenlose Wochenzeitung. (Über diese Strategie kann man diskutieren, aber ich bin da der falsche Ansprechpartner.)

Drei Wochen später kam eine Mail: „Leider habe ich nicht im $Anzeigenblatt Ihren Artikel finden können, obwohl ich Sie ja ausdrücklich darum gebeten hatte (…)“ Und im weiteren hätte der Herr gerne den Artikel von mir zugemailt.

Hätte er mal einfach nur gefragt („Ich habe den Artikel verpasst, könnten sie ihn mir bitte schicken?“, oder so) und nicht was untergeschoben. Denn was mich auf die Palme brachte war dieses Weiterlesen

Veröffentlicht unter Job

Feuerwehr baut „Kastenwagen“

Der neue „Kastenwagen“ der Feuerwehr Schneppenhausen zur Kerb 2015.

Für das „Fahrzeug“ (zirka 4,5 Meter breit, 4,5 Meter hoch und 9,5 Meter lang) wurden 1100 Bierkästen verbaut, pro Schicht um die 100 Kästen, die mit insgesamt 8000 Kabelbindern fixiert wurden. Die Kästen stammen von der geschlossenen Miltenberger Brauerei „Kalt-Loch-Bräu“ die es von 1580 bis 2010 gab.

Echo online: Schneppenhausen feiert mit großen Umzug