Positives zerstören – „Geschenke“ von Freemailern

Wie man den Begriff „Geschenk“ in den Dreck zerrt, zeigt mir jedes Jahr mein E-Mail-Dienstleister. „Geburtstagsüberraschung“ heißt es dann und die Website zeigt nach dem Einloggen ein Päckchen mit Krönchen. Sehr niedlich. „Zu Ihrem Geburtstag haben wir für Sie eine ganz besondere Überraschung vorbereitet“, heißt es weiter. Naja, man ahnt es schon was es sein wird – ist ja jedes verdammte Jahr eine „ganz besondere Überraschung“: Kostenlose Premium-Funktionen. Hui, das das klingt doch toll – ach so, für drei Monate. Och. Diese drei Monate, in denen man die rechtzeitige Kündigung dann vergißt und dann erstmal für viel mehr Monate dabei ist – natürlich gegen Geld.

Sorry Leute, das ist kein Geschenk, das ist ein trojanisches Pferd mit einem Probeabo im Inneren. Das ist auch keine „ganz besondere Überraschung“, das ist immer noch ein Probeabo, wie es jeder angeboten bekommt.

Und damit ist das positiv besetzte Wort „Geburtstagsüberraschung“ auch nur noch hässliches Marketinggeschrei. Danke!

Da gab es ja noch so ein Liedchen zur WM

Dass die italienische Mannschaft gerne Catenaccio spielt – also hinten Beton anrühren, vorne auf Konter hoffen und bei 1:0 nur noch auf Halten spielen – haben zur diesmaligen WM auch ein paar Comedians gemerkt. Und ein Liedchen komponiert: „Wer den Cup gewinnt, ist scheiß egal, nur Italien nicht nochmal“. Gibt es natürlich auch auf YouTube – und im Fernsehen ist es auch schon gelaufen. Nur habe ich gestern festgestellt, es kennt doch nicht jeder. Und das muss ja nicht sein.

Die vier Sterne: Nur Italien nicht! Wobei ich mich frage, wieso da fünf Menschen singen …

Dass Schwarz-Gelb nicht klappt …

… haben wir ja eigentlich schon vorher gewusst. Da gibt es doch dieses YouTube-Video von 2009, in dem die Generalsekretäre Ronald Profalla (CDU) und Dirk Niebel (FDP) gegenseitig ins Wort fallen. Inzwischen sitzen die beiden als Kanzleramts- und Entwicklungshilfeminister in der Traum-Koalition (oder doch Trauma-Koalition?) am Kabinettstisch. Da kann man sich ja lebhaft vorstellen, wie das inzwischen abgeht. (Erinnert durch SpOn: Merkels Pannen-Maschinist)

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Lena Meyer-Deutschlandrut ;-) gewinnt ESC

Andrea und Kristof (und bestimmt ganz viele andere) haben live mitgebloggt. Ich hatte immer zwischen „Star Trek – Der Aufstand“ und ESC gezappt und war müde wegen Sonnenbrand, den ich mir ausgerechnet an dem einzigen Tag im Jahr holte, an dem das ging.

Ich muss zugeben, ich hatte vorher „unserem“ Eurovision Song Contest-Beitrag 2010 „Satellite“ wenig Chancen gegeben. Denn als das Lied bei der Casting-Show zum ersten Mal lief, fand ich es wenig gängig. Und die ESC-Zuschauer hören in der Finalshow die Songs ja wahrscheinlich auch nur zweimal: Das erste und das letzte Mal. Für diese Bedingungen fand ich „Satellite“ nicht so doll. Nach seit März gefühlt eine Million Mal im Radio gehört klang „Satellite“ gar nicht so schlecht, aber wie gesagt, bei einmal hören…

Und wie sollte sich die Sängerin so präsentieren können wie bei „Ein Star für Oslo“? Da hat sie ja einige Fernsehsendungen Zeit gehabt, sich und ihre Art („Ich weiß nicht, wo ich hin soll. Ich quatsche einfach noch ein bisschen weiter„) darzustellen?

Aber gut, ich habe mich geirrt. Gestern abend war ich während der Punktevergabe dann doch eingenickt, zu den „Satellite“-Klängen wieder aufgewacht und fragte mich erstmal, mich ob das jetzt bedeutet: „Wir sind Eurovision“?

Also ins Internet geguckt und tatsächlich: Die Geschockte, die rockte.

Aber nun hat die ARD den nächsten ESC an den Hacken:

Zwischen 25 und 30 Millionen soll das norwegische Fernsehen für die Übertragung am Wochenende ausgegeben haben. [Die Kosten, die auf den NDR] zukommen, waren denn auch ein zentrales Thema auf einer Pressekonferenz am Montag […] Angesprochen auf das Kostenproblem musste NDR-Intendant Lutz Marmor freimütig gestehen: „Wir werden das nicht alleine schaffen.“

Das letzte Feudalsystem

Ach ja, in der Schweiz ist es genauso übel wie ich es damals über deutsche Unis hörte. Was mich langsam erschreckt ist, dass das 2010 die gleichen Geschichten sind die ich von vor 15 Jahren kenne.

Tagesanzeiger (Schweiz) – „Die Uni ist ein Feudalsystem“: Kaum ein Tag verging ohne unbezahlte Überstunden. Einige Male muckste sie auf. Der Professor schrie sie dann an: Sie sei zu geldgierig. Keine echte Wissenschaftlerin. Denn Wissenschaft, das sei Leidenschaft. Wer für ihn arbeitete, tat dies ohne Arbeitsvertrag, ohne geregelte Pflichten und Arbeitszeiten. «Es war die reinste Willkürherrschaft. Entweder man unterwarf sich, oder man wurde fertiggemacht.» Sie war nicht die Einzige, die irgendwann genug hatte. Drei ihrer Kollegen verliessen gleichzeitig mit ihr das Institut.

Im Deutschlandfunk gab es am 30. April eine Podiumsdiskussion zum Promovieren: Der Weg zur Promotion Schule oder freie Selbstbestimmung?, nachzuhören als MP3 (ca. 20MB).

USAmerikanisch

Da ist was dran: Wider den Begriff „US-amerikanisch“.

Ich wurde 1995 von einem Kolumbianer (?) auf „US-amerikanisch“ geeicht. Ich sagte „Amerika“ und er fragte ob, ich die „Vereinigten Staaten“ meine. „Die haben uns nämlich auch noch den Namen gestolen“, meinte er, warum der Unterschied wichtig sei.

Nachtrag: Da der Link oben nicht mehr geht, versuche ich mal eine Zusammenfassung: Man brauche die Differenzierung „US-Amerkanisch“ nur selten, da bei uns mit „amerikanisch“ und „Amerika“ in den meisten Föllen die USA gemeint sind. Was sich auch daran zeige, dass man alle anderen Staaten auf dem amerikanischen Kontinent mit ihren Namen benennt und man da nicht von „brasil-amerikanisch“ etc. spreche.

Leistung lohnt sich … naja … vielleicht

Sueddeutsche.de hat mit einer Kündigungsberaterin gesprochen:

sueddeutsche.de: Dienstag – der beste Tag zum Kündigen
Auch heute noch wird eine Kündigung als Scheitern erlebt.

Schmidt: Ja, aber das ist falsch. Früher wurde in der Regel wegen Fehlverhaltens oder Minderleistung gekündigt. Heute gibt es meist eine Quote: Zum Beispiel müssen zehn Prozent der Belegschaft abgebaut werden. Da geht es oft um ganz andere Überlegungen als um die Leistung des Einzelnen.

Griechisches Gold im Zweiten Weltkrieg – Eine Odyssee

„Wir“ – also die Deutschen im Zweiten Weltkrieg – sollen uns damals das griechische Gold unter den Nagel gerissen haben. Sagte Vizepremier Theodoros Pangalos der BBC. Ja, die Deutschen haben damals tatsächlich so ziemlich jedes Verbrechen begangen, nur nicht dieses Gold geraubt.

Handelsblatt: Die Wahrheit über das Gold der Griechen – Das Gold, 18,86 Tonnen, wurde im Frühjahr 1941 beim Vormarsch der Deutschen auf die Insel Kreta gebracht. Als deutsche Fallschirmjäger auch dort landeten, kam das Gold nach Alexandria, später nach Pretoria und schließlich nach London. Nach Kriegsende wurde es zurückgebracht und in der Bank von Griechenland eingelagert. Dort liegt es heute noch. Inzwischen ist der Goldschatz der Griechen sogar auf 112,4 Tonnen angewachsen.

Spitzentaktzeiten im ÖPNV

30.000 Euro für eine Werbekampagne, damit die Menschen mehr mit Bus und Bahn fahren. Das mus doch was bringen. Bei solchen Hammerangeboten wie diesem, frage ich mich echt, warum diese 30.000 Euro verpuffen werden:

Dieser zusammengestauchter Screenshot zeigt exemplarisch, wie hervorragend die ÖPNV-Verbindungen abends von Gräfenhausen aus sind.

Alle Stunde ein Bus ist ja echt super. Genial. Und Fahrzeiten von über einer Stunde, da hat man doch was für seine zwei Euro. Soviel dunkle Ortschaften und Landstraßen sind nämlich echt selten. Und damit das nicht zum Gewohnheitsgut wird fährt der Bus irgendwann nur noch alle 90 Minuten – oder so. Taktwechsel erhalten nämlich die Spannung.

Nachtrag: Ach ja, was auch die Spannung erhält ist, einen Bus ausfallen zu lassen. Das war die Sondereinlage am vergangenen Sonntag (14.2.2010) , als ich und zahlreiche andere zum AEWG-Umzug nach Gräfenhausen wollten. Ok, Karneval, aber etwas, was die Busse füllt – was ein privatwirtschaftliches Unternehmen doch interessieren könnte. Der 5515er-Bus, der um 11.51 Uhr an der Pallaswiesenstraße abfahren sollte, kam einfach nicht. Und die RMV-Mobilitätszentrale konnte mir auch nicht weiterhelfen, weil sie die Leitstelle des Busunternehmens nicht erreichte. Und der Busfahrer des um 12.51 Uhr kommenden Busses, wusste nichts von einem Ausfall auf der Linie – soviel also zur Kundeninformation. Die Busse, die pünktlich eine Stunde später kamen (ein 751er und ein 5515er) waren dann voll. Der 751er war so narrenvoll, dass er gar nicht mehr anhielt und gleich durchfuhr.

Nachtrag II: Inzwischen wurde mir mitgeteilt, dass er Bus ausgefallen war, weil die Heizung kaputt war.

A propos Olympia

Sport ist gesund:

FR-Online – Mit Knochenbrüchen ins Geschichtsbuch: Im Ziel verlor Petra Majdic mehrfach das Bewusstsein, das Siegerpodest konnte die Bronzemedaillengewinnerin nur mit fremder Hilfe besteigen und bei ihrem Auftritt vor der Weltpresse verzog die Dritte im klassischen Langlauf-Sprint nach jedem Satz vor Schmerzen das Gesicht. […] Einen Tag danach gab der slowenische Mannschaftsarzt Matjaz Turel die genaue Diagnose bekannt: vier Rippen gebrochen, dazu ein Lungenfellriss.