Zitat: Lob für den Altkanzler

Es gibt Politiker, die werden unter Druck zu Diamanten, wie Helmut Schmidt, und es gibt Politiker, die unter Druck zerbröseln, wie Rudolf Scharping.
Michael Spreng

Eigentlich geht es in Sprengs Blogeintrag um Guido Westerwelle, aber das könnte man auch anders sehen. Sueddeutsche.de: “Westerwelle – der Beste seit Franz Josef Strauß“. Oder Spon: Guido Westerwelle hat seine Hartz-IV-Attacken von den US-Republikanern abgekupfert

Namensspielchen reloaded

Zeit einen 20 Jahre alten Witz hervorzukramen und neu zu erzählen:

– Warum wurde Thomas de Maizière Innenminister und nicht Finanzminister?
– Weil er Angesichts des Haushaltslochs nicht zu Thomas de Misère werden wollte. Haha.

Ok, ok, das ist eigentlich ein altes Wortspiel. Die Älteren werden sich erinnern, dass vor rund 20 Jahren in der DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière (die zwei sind Cousins, beide in der CDU, beide Juristen) regierte. Er war der erste frei gewählte DDR-Regierungschef und stand einem Land vor, dass eigentlich pleite war.

Damals scherzte ein DDR-Kabarettist: „Was heißt Konkursverwalter auf Französisch?“ – „Notar de Misere“. (Ja, das reimte sich noch etwas besser.)

Die gute Fee gibt es tatsächlich

Bisher kannte ich ja nur die Zahnfee. Die ist ganz nett, die bringt einem pro ausgefallenem Milchzahn ein Goldstück. Und die mit den Wünschen. Aber das sind ja nur Märchen.

Aber viel, viel besser – weil sie existiert – ist die „Signing Fee“. Die bringt einem mit wortwörtlich einem Federstrich ganze Jahresgehälter – und man behält sogar seine Zähne.

Naja, klappt nicht immer (das mit dem Jahresgehalt), wie gerade der Bundestrainer feststellen musste:

Sueddeutsche.de: Streit um Löw eskaliert
Das DFB-Präsidium hat die Verlängerung des Vertrages von Joachim Löw auf seiner außerordentlichen Sitzung auf die Zeit nach der WM in Südafrika vertagt. […] Die Leitung der Nationalmannschaft erwartete für einen neuen Zweijahreskontrakt eine sogenannte „Signing Fee“ in Höhe eines Jahresgehalts, hieß es in Berichten am Tag der Sondersitzung.

Abmahnen – einfach und risikofrei

Jetzt ist „die lustigste Abmahnung des Jahres“ auch bei SpOn angekommen. Eine Firma mahnte drei Website-Betreiber ab, weil sie ihr Firmenlogo auf deren Sites entdeckt hatte.

Tatsächlich aber stammte das Firmenlogo vom firmennetzwerkinternen Werbeblocker. Der tauschte die Werbung gegen das Logo aus. Das Unternehmen hat das inzwischen selbst festgestellt und die Abmahnungen zurückgezogen.

Mir zeigt das (mal wieder), dass Abmahnungen zu einfach und zu wenig riskant für den Abmahner sind. Schließlich hatte das Unternehmen mit allem gewedelt was ging, wie Karsten Windfelder seine „Witzabmahnung“ beschreibt:

“es zu unterlassen […] für jeden Fall der Zuwiderhandlung […] eine fällig werdende Vertragsstrafe in Höhe von 25.000 EUR zu zahlen.”

“die durch die Einschaltung einer Rechtsanwaltskanzlei entstehenden Kosten […] aus einem Streitwert von 50.000 EUR zu erstatten.”

“Wir haben Sie daher aufzufordern […] bis zum […] einzustellen. Weiterhin haben wir Sie aufzufordern, aufgrund der Verletzung […] eine strafbewehrte Unterlassungserklärung […] abzugeben. […]. Wir fordern Sie auf […] Sollten Sie diese letzte Gelegenheit zur gütlichen Einigung des Sachverhalts nicht wahrnehmen, werden wir unsere Rechte bei Gericht […].”

Mal einen Streitwert einseitig festsetzen, abmahnen und dann gucken was passiert, scheint mir der einfachere Weg zu sein, als sich erst kundig machen. Abmahnen ist offenbar risikolos, wenn man falsch lag rudert man zurück, sagt „tschuldigung“ und alle freuen sich, dass nichts passiert ist. (Mein Traum: Bei ungerechtfertigte Abmahnungen muss der Abmahner seinem „Opfer“ den von ihm eigenmächtig festgesetzten Streitwert bezahlen. Damit man einfach vorher nachdenkt und auch beim Streitwert auf dem Teppich bleibt.)

Mich würde mal interessieren, wie es denn wäre, wenn einer der Websitebetreiber genauso ausversehen wie die Firma das Firmenlogo verwendet hätte? Ich vermute, dass das Unternehmen dann nicht mit einer Eintrag auf der Startseite diesem zufrieden wäre:

Ad-Blocker-Abmahnung: hierbei handelt es sich um einen bedauerlichen unternehmensinternen Fehler. K. hat die 3 Abmahnungen bereits am Donnerstag umgehend schriftlich zurückgezogen und sich bei den betreffenden Personen entschuldigt.

via Cynxpire

„It was my destiny that I experienced this twice“

Am 8. August 1945 kam Tsutomu Yamaguchi mit schweren Brandverletzungen zurück zu seiner Familie – und vom Regen in die Traufe. Denn die Verbrennungen waren eine Folge des Atombombenabwurfs über Hiroshima vom 6. August. Und Yamaguchis Familie lebte in – Nagasaki. Wo am 9. August die USA ihre zweite Atombombe über Japan abwarfen.

Tsutomu Yamaguchi starb am 4. Januar im Alter von 93 Jahren.

Stadt Augsburg mahnt wegen der Domain augsburgr.de ab (Update 2)

Da registriert ein junger Mann die Domain „augsburgr.de“, fragt bei der Stadt Augsburg nach, ob er diesen Namen verwenden darf und bekommt anstelle ein „Nein“ eine Abmahnung. Ist zwar auch ein „Nein“, aber ein teures.

Die Absage kommt nämlich nicht vom städtischen Rechtsamt, sondern von einem Anwalt, der deswegen auch etwas mehr als 1800 Euro von dem Augsburger Bürger haben will. Schließlich hat er ja wegen dem für die Stadt einen Brief schreiben müssen.

Augsburger Allgemeine, 23.11.2009 Dass für die anschließende Abmahnung ein externer Anwalt eingeschaltet wurde, hält [Jurist Joachim Pfeilsticker vom OB-Referat] für völlig in Ordnung. „Es handelte sich dabei um sehr spezielle Rechtsfragen“, sagt er.

Naja, die spezielle Rechtsfrage hat meiner Meinung nach die Stadt selber daraus gemacht. Sie hätte auch einfach ihre Auffassung („Nein, wir sind nicht einverstanden …“) bekanntgeben sowie die Übertragung für sich fordern können („… und jetzt her mit der Domain“). Das wäre meiner Meinung nach alles ohne externe Prüfung locker im Rechtsamt gegangen. Ist zwar nur die Augsburger Auffassung, aber wenn der Typ nicht sofort (Frist setzen) mitspielt, kann man ja immer noch abmahnen.

Vielleicht stellt mal ein Augsburger Stadtparlamentarier eine ähnliche kleine Anfrage. Und dann mal schauen, ob die Stadt das dann ohne Anwaltsrückfrage kostenlos beantworten kann oder nicht.

via netzpolitik.org

Update: Augsburger Allgemeine – Stadt Augsburg rudert zurück

Update 2: Augsburger Domainaffäre: Nachgefragt beim Bürgermeister

Aber auch hier finde ich keine Erklärung dafür, dass die Stadt nicht einfach schreibt, dass nach ihrer Auffassung augsburgr.de nicht verwendet werden dürfe. Und sie vor Gericht ziehen, wenn es einer doch tut.

Was macht die Stadt Augsburg eigentlich bei einer Presseanfrage zu – sagen wir – einem Bauprojekt? Schicken die dann auch gleich ein Gutachten und stellen das der Zeitung in Rechnung? Schließlich ist auch da der Sachverhalt oft kompliziert und man braucht fachmännischen Rat?

Island bald ohne McDs Thousand Island Dressing

Island verliert zwei Burgerbuden:

Die Welt, 27.10.2009, Unrentabel – McDonald’s gibt Island auf – Island wird in wenigen Tagen keinen einzigen McDonald’s mehr haben. Die beiden Filialen der US-Fast-Food-Kette in dem Inselstaat im Nordatlantik schließen am 1. November […] McDonald’s musste in Island alle Waren – Fleisch, Gemüse, Käse und sogar die Verpackungen – importieren. Der isländische Markt war zu klein, um diese Produkte vor Ort zu produzieren.

Etwas Hintergrund hätte der Meldung auch nicht geschadet und erklärt: Island ist etwa so groß wie Baden-Württemberg und Bayern zusammen, hat etwas mehr Einwohner als Mannheim, aber logischerweise kein Einzugsgebiet.