„Sternenkrieger“ auf der Darmstädter Frühjahrsmess‘

Einige der 501. Legion waren heute auf der Darmstädter frühjahrsmess‘ auf dem Karolinen- und dem Friedensplatz. Sie kommen nochmal, am 7. Mai, dem letzten Tag der Mess‘ zwischen 15 Uhr und 19 Uhr.

Inferno Kommando, Stormtrooper, Gunner des Todessterns, Sandtrooper und TIE Fighter Pilot.

Ich muss ja zugeben, der „Sandtrooper“ war auch gut zu fotografieren. Die helle Rüstung hat eine bessere Zeichnung als die schwarzen Rüstungen. Und er war mit dem TIE-Fighter-Piloten der größte Darsteller. Da konnte ich leicht über die Köpfe der Kinder, die sich von ihren Eltern fotografieren ließen drüberfotografieren.

Und zum Abschied das was vom neuen Politikstil in Darmstadt übrig geblieben ist

Sieht so aus, als hätten OB Jochen Partsch und „seine“ Darmstädter Grünen die Osterferien genutzt, Strippen zu ziehen, um vor dem OB-Wechsel im Juni noch ein paar Personalien für ein paar Jahre festzuzurren.

Und dabei war man mal vor zwölf Jahren angetreten, einen neuen Politikstil einzuführen. Tja, schade eigentlich.

(€) Echo online: Scheidender OB Partsch besetzt noch schnell die Posten

Nachtrag: Grüne, CDU und Volt weisen in einer Pressemitteilung die Vorwürfe zurück. Die Wahltermine für die Gremien seien Zufall und den normalen Abläufen geschuldet, sagen die Koalitionäre. Und zum Schluss kommt eine geschickte Volte:

„Die Koalition hatte Willen gezeigt, vertrauensvoll in die Arbeit mit dem neuen Oberbürgermeister einzusteigen. Dies wurde durch die SPD einseitig aufgekündigt, indem inmitten der Gespräche zwischen SPD und Koalition und sogar vor dem Gespräch zwischen OB Jochen Partsch und Herrn Benz eine derartige, zudem fehlerhafte Pressemitteilung herausgegeben wurde. Das Ziel dieser Pressemitteilung bleibt schleierhaft und entspricht nicht den Grundsätzen einer vertrauensvollen Zusammenarbeit“ so Malena Todt und Andreas Ewald abschließend.

Genau so geht das. Denn es ist ja eine Win-Win-Situation. Erstmal Strippen ziehen. Wenn es keiner merkt, ist alles prima und man hat seine Schäfchen im Trockenen. Und wenn das auffliegt und die Düpierten das benennen (gestern, die SPD-Fraktion), dann sind sie „die Bösen“ mit denen man leider, leider nicht vertrauenvoll zusammenarbeiten könne. Perfekt.

Allerdings legen gerade die Abläufe bei der Besetzung des Kulturreferats nahe, dass da probiert wurde, am kommenden OB vorbei Fakten zu schaffen und das nur durch Nachfragen und Berichterstattung erstmal so nicht passiert. Und es ist ja nicht zum ersten Mal, dass die Gremienbesetzung „optimiert“ werden sollte (9. Oktober 2011: Alter Politikstil bei der Besetzung des neuen HEAG Holding-Aufsichtsrats)

Und noch ein Nachtrag: Es ist fast alles so gekommen, wie es Oppositionskreise vermutet hatten. (€) Der Darmstädter Magistrat hat über Aufsichtsratsposten von sechs Gesellschaften entschieden.

Nur die Stelle Kulturreferat soll später besetzt werden. Die Rathauskoalition aus Grünen, CDU und Volt haben ihre Mehrheit noch genutzt und die kurzfristig im Magistrat angesetzten Wahlen durchgezogen. Und so mehr von ihren Leuten in den Gremien untergebracht. Bei der Gelegenheit wurde der Noch-OB Jochen Partsch in den Entega-Aufsichtsrat gewählt und bleibt damit auch nach seiner Amtszeit in dem Gremium.

Aber so wie ich den Darmstädter Beteiligungkodex verstehe, sollen (ja, das steht nur sollen) ‚Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Stadtwirtschaft ihr Mandat niederlegen, wenn sie das Amt, das Grundlage für ihre Wahl oder Entsendung in das Aufsichtsgremium war, nicht mehr ausüben‘. (PDF: Punkt 1.11.). Und ja, man könnte jetzt sagen, dass ja nicht der Ex-OB, sondern der durchaus sachkundige Jochen Partsch nun ins Gremium gewählt wurde, aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass das so nicht gedacht ist. Außerdem klingt das nach der Bauernschläue, die ich sonst nur von CSU-Generalsekretären kenne.

Es sind noch Plätze im Mini-Bölle frei

Das Mini-Bölle ist ein Modell des Merck-Stadions am Böllenfalltor aus dem 3D-Drucker des Lilienfans David Saar. Hier sind nur zwei der vier Modelltribünen im Bild.

Nun sind das „Mini-Bölle“ von David Saar und die von Arthur Schönbein mitausgelöste Spendenaktion auch im Darmstädter Echo:
Echo online: Im Mini-Bölle sind schon 800 Figürchen gesetzt

Darmstädter Grüne suchen Gründe für die Niederlage bei der OB-Wahl

Die Fraktionsvorsitzenden der Darmstädter Grünen äußern sich im ECHO (€) zur Niederlage ihres Kandidaten bei der OB-Wahl. Meiner Meinung nach übersehen sie drei Dinge:

a) Die Grünen wurden 2021 zwar wieder die größte Fraktion, aber sie haben nach dem deutlichen Sieg von 2011 bei den Kommunalwahlen 2016 und 2021 jeweils Prozente verloren. Deswegen braucht Grün-Schwarz seit 2016 auch Kooperations- oder Koalitionspartner. Und: 2021 hatten die Grünen in DA sogar doppelt verloren, denn hessenweit hatten sie zugelegt.

b) Da Jochen Partsch nicht mehr kandierte, wurde diese OB-Wahl bei diesen Kandidaten zu einer Abstimmung über die Stadtregierung. Was nicht schlimm sein muss. Die Opposition wird nämlich nur gewählt, wenn die Menschen mit der Regierung unzufrieden sind. Nur, das waren sie, siehe die Wahlen 2016 und 2021. Und für Selbstverständlichkeiten. wie z.B. ein notwendiger Neubau eines Gerätehauses einer Freiwilligen Feuerwehr, ist es meiner Meinung nach etwas vermessen, große Dankbarkeit zu erwarten.

c) Es gibt so gut wie keine Grünen-Ortsvereine. Die Grünen-Stadtverordneten wohnen bestimmt überall in Darmstadt, aber sie treten kaum als Stadtteilvertreter auf.

Zwei Nachträge: d) Was in einem Kommentar bei fb stand, will ich aufgreifen: Grünen-Kandidat Michael Kolmer war auch der Verkehrsdezernent. Aber die Grünen-Verkehrspolitik hat ein gewisses Mobilisierungspotenzial auch bei den Gegnern dieser Politik. e) Nicht alle CDU-Wählerinnen und -Wähler mögen die Grünen, weswegen da auch wieder Stimmen verloren gingen, entweder zum SPD-Kandidaten Hanno Benz oder zu den Nichwählern.

Klaus Teuber †

Wenn man einen Spiel-Prototypen testen kann, ist das für Spieler von Brett- und Familienspielen immer eine schöne Sache. Man sieht mal ein Spiel wie es aussieht, wenn es noch nicht professionell produziert ist, man kann vielleicht noch was verbessern. Und mit etwas Glück kann man irgendwann sagen, dass man ein späteres „Spiel des Jahres“ probegespielt hat.

Ich hatte dieses Glück mit dem „Spiel des Jahres“ 1988 und dem von 1990. Das waren die Spiele „Barbarossa und die Rätselmeister“ sowie „Adel verpflichtet“. Die hatte 1987/88 der Autor Klaus Teuber zu dem Darmstädter Spieletreff gebracht, bei dem ich damals regelmäßig war. Klaus Teuber kam dazu aus Roßdorf, was nicht wirklich weit weg war.

„Barbarossa und die Rätselmeister“ hieß im Entwurf nur „Rätselmeister“ (wenn ich mich richtig erinnere) denn das Spiel basierte auf dem Fantasybuch „Die Schule der Rätselmeister“ von Patricia McKillip, das Klaus gelesen hatte. Der Prototyp war schon ziemlich weit und gut spielbar, aber es fand sich nur schwer ein Verlag, wie er erzählte. Im Spiel sind kleine Schreibtafeln, Knete, Plastikpfeile und Stifte neben den Figuren und dem Spielbrett. Das machte es aber aufwändig für einen Verlag. Papier und Pappe sind einfach billiger und einfacher zu konfektionieren. Aber ASS verlegte das Spiel dann doch. Es war das erste Spiel, für das Klaus Teuber einen Verlag fand und es wurde auch noch promt „Spiel des Jahres“. Es heißt inzwischen „Knätsel“ (Knete und Rätsel) und wird von Kosmos verlegt.

„Adel verpflichtet“ hieß als Prototyp „Ausstellung in New York“. Es ging um Gemälde, die in verschiedenen Städten ausgestellt, verkauft aber auch geklaut werden. Die letzte Ausstellung, bei der es nochmal viele Ruhmespunkte gab, war in New York, daher der Spielname. Anstelle um Gemälde geht es in „Adel verpflichtet“ um skurrile Gegenstände. Für diese mehr oder weniger erfundenen Objekte musste man keine Bildnutzungrechte erwerben. Und dann konnte man die Gemälde ja auch klauen, was eher unpassend erschien. Also wurden die Galeristen zu spleenigen Lords, die sich gegenseitig auch mal beklauen, bzw. einen Dieb losschicken.

Ich erinnere mich an einen weiteren Prototypen, da ging es darum, Milchkannen von einer Alm ins Tal zu bringen. Das Spiel erschien eventuell auch in dem Setting. Später gab es aber ein passendes und auch lustige Thema in „Asterix und die Römer“, verlegt von Ravensburger. Anstelle Milchkannen sammelt man Römerhelme.

Obwohl es Prototypen waren, waren Klaus Teubers Entwürfe recht gut ausgestattet. Das lag daran, dass er als Zahntechniker, seinem handwerklichen Geschick und aus seinen Werkstoffen gut Figuren und Spielsteine herstellen konnte. Er könne alles ein bisschen, hatte er mal gesagt, das sei ganz praktisch für einen Spieleautor.

„Siedler von Catan“ hatte ich nicht probegespielt, damals machte ich gerade mein Diplom. Das Grundspiel für vier Spieler war eigentlich eine reduzierte Version, wie ich erfuhr, als ich ihn mal fragte. „Siedler“ war ursprünglich gleich für sechs Spieler ausgelegt und mit Seefahrern. Und leider muss ich sagen, dass ich „Siedler“ nicht gerne spiele, weil ich immer Würfelpech habe: Die Hand voller Karten und dann würfele ich die Sieben …

Nun erfuhr ich am Dienstag während eines Termins, dass Klaus Teuber am 1. April 2023 im Alter von 70 Jahren gestorben ist. Traurig. Mit 70, das ist doch viel zu früh.

Und ja, die Bescheibungen seines Wesens in den Nachrufen stimmen. Er war freundlich, zugewandt und hatte Humor Und dass er bescheiden auftrat, stimmt auch. Ich habe ein paar Spiele von ihm, aber keines ist signiert. Weil er sich darum nie gerissen hat, sie zu signieren.

Klaus Teuber erklärt während „Darmstadt spielt“ 2003 in der Aula der Edith-Stein-Schule eines seiner Spiele.

OB-Wahl in Darmstadt

Moderator Lars Hennemann wartet auf die beiden Gewinner des ersten Wahlgangs.


Hanno Benz, Lars Hennemann und Michael Kolmer


Moderator Lars Hennemann


Hanno Benz (SPD)


Michael Kolmer (Grüne)


Hanno Benz und Michael Kolmer


(PM Stadt Darmstadt) Michael Kolmer ist bei der Darmstädter Oberbürgermeisterwahl 2023 am heutigen Sonntag (19.) mit 23,71 Prozent der Stimmen auf Platz 1 gewählt worden. Nach dem vorläufigen Endergebnis, das gegen 20 Uhr Uhr vorlag, folgt mit 20,63 Prozent der Stimmen Hanno Benz auf Platz zwei. Damit wird eine Stichwahl nötig, die am 2. April erfolgt. Zur Wahl aufgerufen waren 113 726 Darmstädterinnen und Darmstädter.

Die Stimmen verteilen sich wie folgt:
Michael Kolmer (Grüne) mit 23,71 Prozent (13.017 Stimmen),
Hanno Benz (SPD) mit 20,63 Prozent (11.323 Stimmen),
Kerstin Lau (Uffbasse) mit 18,96 Prozent (10.409 Stimmen),
Paul Georg Wandrey (CDU) mit 18,24 Prozent (10.011 Stimmen)

Holger Klötzner (Volt) mit 8,67 Prozent (4757 Stimmen),

Ulrich Franke (Die Linke) mit 2,89 Prozent (1586 Stimmen),
Gerburg Hesse-Hanbuch (FDP) mit 2,8 Prozent (1535 Stimmen),
Harald Uhl (Freie Wähler) mit 2,46 Prozent (1353 Stimmen).
Mirko Steiner (Die Partei) mit 1,13 Prozent (623 Stimmen),
Michael Ziemek (WGD) mit 0,5 Prozent (276 Stimmen); Ziemek hatte vor der Wahl die Kandidatur zurückgezogen.

Klimaschutzaktivisten kleben sich auf die Darmstädter Alexanderstraße

Nun ist auch Darmstadt Weltstadt, die „Letzte Generation“ hat auf unseren Straßen demonstriert. Das heißt in deren Fall, dass Aktivisten ihre Hände auf die Straße geklebt haben, die Polizei den Verkehr umleitete, das als Versammlung nach Artikel 8 Grundgesetz wertete und die Teilnehmer nach einer gewissen Zeit von der Straße löste und erstmal in Gewahrsam nahm.

Und so sieht es auf der Straße aus, wenn die Polizei eine Hand vom Asphalt gelöst hat: Ein nicht mehr klebriger und dafür fester Umriss einer Hand.

(€) Echo online: „Letzte Generation” in Darmstadt: 99 Minuten Klimaprotest

Hessens staugeplagteste Stadt

Darmstadt hat die zweifelhafte Auszeichnung „Hessens staugeplagteste Stadt“ gewonnen. Naja, gewonnen ist jetzt von mir, Darmstadt belegt den sechsten Platz in einer bundesweiten Untersuchung und ist damit in Hessen vorne.

t-online (dpa): Darmstadt zählt nach Daten des Verkehrsdienstleisters Inrix zu einer der staugeplagtesten Städte in Deutschland.

Aber das ist schon eine interessante „Auszeichnung“ auch für die Stadtregierung und wenn man sich an die Entstehung der noch regierenden Koalition aus Grünen und CDU im Jahr 2011 erinnert. Die Koalition basierte auch darauf, dass das Straßenbauprojekt „Nordostumgehung“ nicht kam. Die Grünen waren gegen diese Umgehungsstraße und hatten das im Wahlkampf auch gesagt, die CDU war für die Umgehungsstraße. Schließlich setzten sich sich die Grünen durch und die Koalition plante die Trasse ab.

Jetzt könnte man ja fast auf die Idee kommen, dass es zwischen „keine Nordostumgehung“ 2011 und „staugeplagteste Stadt“ 2023 einen Zusammenhang gibt.