Links: Rehabilitierung für Princip und Geld für Russland

diepresse.com: Aktivisten fordern mit einer Unterschriftenaktion die Rehabilitierung des Attentäters von Franz Ferdinand und dessen Frau 1914 – Die Morde seien kein Landesverrat, weil Bosnien juristisch immer noch Teil des Osmanischen Reichs gewesen sei.

diepresse.com: Paris finanziert russische Aufmarschpläne – Es gibt Geld für den Eisenbahnbau, damit die russische Armee schneller an ihrer Westgrenze ist.

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Warum die einen „immer“ in der Zeitung stehen und andere „nie“

Manche Gruppen oder Experten fragen sich, warum sie so selten in den Medien vorkommen? Ich erklär‘ das mal an einem praktischen Beispiel. Am Dienstag war „Safer Internet Day“.

Etwas spontan plante ich, den lokalen Ableger eines Computerclubs zu fragen, wie er das sieht, und was aus seiner Sicht das Internet sicherer machen könnte.

Mangels bisherigen Kontakten suchte und fand ich dann eine Internetseite. Mit Telefonnummer und E-Mail. Am Telefon war nur der AB und eine Antwort auf meine Mail kam nicht. Während ich meinen (für meinen eigenen Anspruch etwas dünnen) Text zum „Safer Internet Day“ dann ohne weitere Meinung eines ehrenamtlichen Experten schrieb und überlegt, wie ich die noch erreichen könnte, wurde ich nach Arheilgen geschickt. Da lägen tote Igel auf einer Brache, die gemäht und gerodet worden war.

Etwas sehr spontan plante ich, den lokalen Ableger eines Naturschutzclubs zu fragen, wie er das sieht, und was aus seiner Sicht das Leben für die Igel sicherer machen könnte.

Mangels bisherigen Kontakten suchte und fand ich dann eine Internetseite. Mit Handy- und Festnetznummer und E-Mail. Am Telefon war sofort die lokale ehrenamtlich arbeitende Expertin dran, ich musste keine E-Mail mehr schreiben und konnte raus vor Ort fahren und mir einen Eindruck verschaffen.

Und deswegen stand (wie so oft) – diesmal am Mittwoch – der BUND im Lokalteil und der CCC eben nicht. Und auf eine E-Mail-Reaktion warte ich immer noch.

Zuviele Blankoschecks

FAZ: Über Herfried Münklers Buch „Der Große Krieg“ – Ähnlich wie Christopher Clark kommt Münkler zu dem Ergebnis, dass für die Entscheidungen im Juli 1914 die „Blankoschecks“ ausschlaggebend waren, die Deutschland den Österreichern, Russland den Serben und Frankreich den Russen ausgestellt hatten. Somit lag der „Schlüssel zum Krieg“ in Petersburg. Die russische Mobilmachung führte dann dazu, dass in Deutschland der „Generalstab und nicht die Regierung entschied, welche Optionen zur Verfügung standen“.

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ZDF-Sendungen

(PM ZDF) Bis in den Frühherbst hinein setzt das ZDF im Erinnerungsjahr zum Thema „Erster Weltkrieg“ mehrere Programmakzente: Den Auftakt macht „Precht“ am Sonntag, 16. Februar 2014, 0.05 Uhr (eigentlich ist es Montag (17.) wenn man einen Recorder programmieren will). Richard David Precht diskutiert mit dem Historiker und Preußen-Kenner Christopher Clark die Frage „1914/2014 – Lernen wir aus der Geschichte?“. Der Erste Weltkrieg hätte nicht sein müssen, meint der Cambridge-Professor Christopher Clark, der in seinem aktuellen Geschichtsbestseller „Die Schlafwandler“ ebenso detailreich wie packend nacherzählt, wie Machtanmaßung, Engstirnigkeit und Unnachgiebigkeit der europäischen Großmächte direkt in die Kriegshölle führten.

Am Dienstag, 25. März 2014, 20.15 Uhr, zeichnet die „ZDFzeit“-Dokumentation „Mit Jubel in die Hölle“ anhand von Briefen und Tagebüchern Schicksale von Soldaten auf den Schlachtfeldern und ihrer Familien an der Heimatfront nach. Ergänzend zur Dokumentation bietet ZDF.de ab 24. März 2014 ein multimediales Spezial.

Mit der Aufklärung rund um das Attentat in Sarajevo beschäftigt sich der ZDF/ORF-Fernsehfilm „Das Attentat – Sarajevo 1914“ (Arbeitstitel), der am Montag, 28. April 2014, 20.15 Uhr, als „Fernsehfilm der Woche“ gesendet wird. Regie führt Andreas Prochaska, in den Hauptrollen spielen Florian Teichtmeister, Melika Foroutan und Heino Ferch. Eine Dokumentation im Anschluss zeichnet die Hintergründe des folgenschweren Anschlags und die Julikrise von 1914 nach, die in den Weltkrieg führte.

Das ZDF zeigt Teile des Sarajevo-Gedenkkonzerts der Wiener Philharmoniker, das am 28. Juni 2014 stattfindet. An diesem Tag vor genau 100 Jahren wurde der Thronfolger von Österreich-Ungarn in Sarajevo ermordet. Das Attentat gilt als Auslöser des Ersten Weltkriegs.

Links: Zocker und Zeitdruck

RP Online: Erster Weltkrieg – wer hatte Schuld? – Die Nationen wetteiferten um Geltung, Einfluss, Macht – das Resultat waren diplomatische Krisen in Reihe. (…) in Deutschland selbst freilich verfestigt sich die Überzeugung, man sei „eingekreist“ worden (…) Auch der französische Präsident Raymond Poincaré und Zar Nikolaus II. sind überzeugt, dass Entschiedenheit zum Erfolg führt (…) Eyre Crowe, Abteilungsleiter im Foreign Office: „In diesem Kampf, der nicht um den Besitz Serbiens geht, sondern bei dem es sich um das Ziel Deutschlands, seine politische Vorherrschaft in Europa zu errichten (… aber) noch am 1. August taumelt der französische Botschafter Paul Cambon aus einer Besprechung mit (Englands Außenminister) Grey in der schockierten Überzeugung heraus: „Sie werden uns im Stich lassen.“

RP online: Gerd Krumeich: „Deutschland hat das Pulverfass 1914 hochgehen lassen“ – „Noch 1913 hat die deutsche Regierung sehr viel getan, um einen Krieg zu verhindern, der schon in der Luft lag. Aber 1914 wollte man das Attentat von Sarajewo als „Test“ der russischen Kriegsbereitschaft ausnutzen. Man fühlte sich von Frankreich, Russland und England bedroht und glaubte, wenn denn Krieg kommen müsse, diesen „lieber jetzt als später“ führen zu können.“

Leserforschung

„Gefragt nach den regionalen Top-Themen, nannten die meisten Abonnenten Kommunalpolitik, Soziales und Wirtschaft, so eine Tageszeitung. „Für uns eine echte Überraschung: Berichte über Kerwe-Veranstaltungen und von Karnevalssitzungen belegten die beiden letzten Plätze. Blickt man jedoch auf die Altersklassen der Befragten, ergibt sich ein differenziertes Bild: Das überdurchschnittliche Interesse etwa der Leser zwischen 51 und 60 Jahren an Kerb-Berichten (16,1) teilt kein Vertreter der 31- bis 40-Jährigen (0,0).“

„Niemand wird jemals einen Streit mit einem Kunden gewinnen“ – eine richtige aber keine Weisheit aus dem 12. Jahrhundert

Neulich hörte ich auf einem Termin („Das kann das Internet nicht“ – Stärken des Einzelhandels) das Zitat

„Ein Kunde ist die jeweils wichtigste Person in dem Betrieb. Er ist nicht von uns abhängig, sondern wir von ihm. Er bedeutet keine Unterbrechung in unserer Arbeit, sondern ist ihr Inhalt. Er ist kein Außenseiter unseres Geschäfts, er ist ein Teil von ihm. Er ist niemand, mit dem man sich streitet. Denn niemand wird jemals einen Streit mit einem Kunden gewinnen. Ein Kunde ist eine Person, die uns ihre Wünsche mitteilt. Unsere Aufgabe ist es, diese zu seiner Zufriedenheit auszuführen.“

Angeblich stammt es aus dem 12. Jahrhundert von einem Hans-Heinrich Path aus dem Kloster Eismar.

Da ich nicht das ganze Zitat notierte, guckte ich zuhause nochmal ins Internet. Und entdeckte im Blog des Beraters Heiko Stein, dass es weder ein Kloster Eismar gab, noch einen Hans-Heinrich Path, jedenfalls nicht im 12. Jahrhundert. Wenn dann war es das Kloster Cismar und Hans-Heinrich Path lebte dort im 20. Jahrhundert. Er war Buchautor, sammelte Sinnsprüche und druckte sie in Fraktur. Eine Schrift in der ein „C“ auch mal mit einem „E“ verwechselt werden kann. Was das „Kloster Eismar“ erklären würde.

Und dann gibt es von dem Zitat noch eine englische Version, die das Blog „Quote Investigator“ untersuchte.

A customer is the most important visitor on our premises. He is not dependent on us. We are dependent on him. He is not an interruption in our work. He is the purpose of it. He is not an outsider in our business. He is part of it. We are not doing him a favor by serving him. He is doing us a favor by giving us an opportunity to do so.

„Quote Investigator“ führt das Zitat auf das Jahr 1941 und einen Automobilmanager zurück, Kenneth B. Elliott, Vizepräsident des damaligen Autoherstellers Studebaker. Er sagte es 1941 in einem Interview mit der Zeitschrift „Printers’ Ink: A Journal for Advertisers“.

Macht aber nichts, denn dass der Kunde immer recht hat ist nunmal richtig. Natürlich kann man ihm auch sagen, dass er nicht recht hat, nur dann muss man sich überlegen, ob man den Kunden noch will und man auf ihn verzichten kann.

PS: Ich hatte meinen Fund dem Vortragsredner auch gemailt, aber von bislang keine Antwort bekommen. Wäre schön zu wissen, ob er immer noch das Zitat als aus dem 12. Jahrhundert referiert.

Veröffentlicht unter Job