„Ein Spagat zwischen Filmkunst und bekannten Filmen“ in Weiterstadt

Das Kommunale Kino Weiterstadt ist Teil des Gebäudeskomplex‘ Bürgerzentrum.

„Ein Spagat zwischen Filmkunst und bekannten Filmen“ nennt Jochen Pollitt das Programm des Kommunalen Kinos Weiterstadt. Was 2019 zu zwei Kinopreisen und ausverkauften Vorstellungen führte.

Echo online: Kommunales Kino, Rück- und Ausblick

Der Aufstieg Skywalkers – Wie Disney die Fortsetzung endgültig in den Sand setzte

Nun hat die neue Star Wars-Trilogie also ein Ende. Mit einem geklonten Imperator Palpatine. Ja, das kann man machen, aber dann hätte die ganze neue Trilogie darauf ausgerichtet sein müssen. Aber Disney wollte vermutlich schnell an Geld kommen und pfuschte halt eine neue Trilogie – nein, drei B-Movies, die sie halt nummerierten – zusammen, in der Hoffnung, die Fans werden es schon schlucken.

Bezeichend finde ich es ja auch hier, dass Disney nach der Lucas-Films-Übernahme alles außer den Filmen und den Clone Wars-Serien wie lästigen Ballast über Bord gekippt hat. Ok, sie haben es in Kanon und Legends aufgeteilt, aber das ist halt nur die nette Art gewesen zu sagen, dass man frei Hand haben will.

Aber als sie nach dem Murks bei VII und VIII nicht weiter wussten, griffen die Disney-Leute auf den Star Wars-Comic „Das dunkle Imperium“ zurück. In dem Comic taucht Palpatine als Klon wieder auf. Nur: Der Comic erschien in den 1990ern und spielt 10 Jahre nach Ep. VI. Da passt das noch alles zusammen. Warum es jetzt für den Film aber 30 Jahre dauern musste, damit der Palpatine-Klon wieder auftaucht, ist nicht schlüssig.

Hätte Disney nur einmal nach- und nicht mur ans Geldraffen gedacht und sich die Star Wars-Romane und -Comics angeschaut und überlegt, was man davon verfilmen könnte, würde Disney jetzt nicht so blöde mit Star Wars dastehen. Mit der Thrawn-Trilogie und „Das dunkle Imperium“ hätten locker zwei Trilogien (also Ep. 7, 8 und 9 sowie 10, 11 und 12) mit einer schlüssigen Handlung bestückt werden können. Ich hätte mit einer angepassten Version des dunklen Imperiums angefangen, in der die Planetensysteme des Imperiums immer weiter weniger werden, bis eben plötzlich die Imperialen wieder besser werden. Weil einer es geschafft hat, Palpatine zu klonen. Und für die Episoden 10, 11 und 12 hätte man Großadmiral Thrawn als den Drahtzieher der Klonierung darstellen können und wie der weiter versucht, das Imperium wieder zu errichten.

Nachtrag. Wer weiß, vielleicht ist Corona die Strafe für diesen Film, der ja Ende 2019 rauskam?

Auweia: David Benioff und D.B. Weiss machen Star Wars

Die Game-of-Thrones-Showrunner wollen und sollen Star-Wars-Filme machen (Disney Chef bestätigt: Der nächste Star Wars Film kommt wohl von den Machern von „Game of Thrones“).

Ich werde mir die Filme nicht (im Kino) angucken. Das liegt aber nicht daran, dass David Benioff und D.B. Weiss (D & D) meiner Meinung nach die letzten zwei Staffeln von GoT in den Sand gesetzt haben. Nein, liegt eher daran, dass ich mich seit 1999, da kam Episode I in die Kinos, von den Star-Wars-Machern verascht fühle. Wobei die Kombination aus Erfahrung mit Zuschauerverarsche seit 20 Jahren sowie D & D den Murks noch potenzieren könnten.

Episode I, II und III haben blöde Handlungen. Aber jedes Mal war ich ins Kino gegangen, in der Hoffnung, es könne ja nur besser werden. Aber nein, es wurde immer blöder und zudem war von Anfang an jede Spannung raus, die solche Filmen überhaupt haben können. Wer weiß, wie der Imperator heißt und dann Episode 1 guckt, weiß wer der Typ mit der Kapuze ist. Und wer Episode III kennt, weiß in Teil V (den man normalerweise nach III gucken würde) gleich wer da der Vater ist. Und in Teil VI auch sofort, was Obi-Wan im Gespräch mit Yoda meint.

Ok, dachte ich dann im Jahr 2015, als Teil VII kam, da geht die Handlung weiter und ist weniger Zwängen unterworfen, weil es keine Vorgaben wie bei I-III gab. Aber dann dann war Teil VII ein Abklatsch von Episode IV!

Tja, und damit war es bei mir vorbei. Star Wars gibt es für mich nur noch wenn es „kostenlos“ irgendwo gestreamt oder gesendet wird.

Übrigens: Bei diesen ganzen Serien, die im Star Wars-Universum spielen und beim Disneychannel für Kinder laufen, sind deutlich stimmiger und besser als die die neuen Kinofilme. Sogar die Lego-Star-Wars-Stories sind besser!

4 Minuten 37 – Leilas Dilemma

Leila (Inken Paland) betritt ihre Wohnung und bemerkt einen Einbrecher. Kameramann im Hintergrund ist Johannes Tran (Hochschule Darmstadt).

Da stand vergangene Woche im Hof der Nachbarschaft plötzlich Ausrüstung mit Filmkameras herum. Und dann kam noch ein Tisch mit Catering dazu, so dass ich dann doch mal fragte, was da gedreht wird. Und damit hatte ich sehr spontan einen Ortstermin bei einem studentischen Filmprojekt, zu dem ich so gut wie keine Anfahrt hatte.

Echo online: Dreharbeiten im Johannesviertel

Im Film „4 Minuten 37“ (das ist noch ein Arbeitstitel) geht es darum, darum, dass eine junge Frau (gespielt von Inken Paland) nach Hause kommt und einen Einbrecher bemerkt. Sie ruft die Polizei, kommt dann aber in ein Dilemma. Die 4 Minuten 37 sind die Zeit, die Leila hat, um sich zu entscheiden. Der ganze Film soll um die zehn Minuten dauern.

In Zeiten, in denen Filme mit iPhones gedreht und geschnitten werden, fragte ich Produzentin Katharina Hein (Uni Mainz) sowie Drehbuchautorin und Regisseurin Corinna Kranig (Hochschule Mainz/Sorbonne), warum denn mit „richtigem“ Equipment gearbeite wurde. Aber das ist relativ einfach, erklärten die beiden. Mit professioneller Beleuchtung hat man das Licht unter Kontrolle, im Treppenhaus ist es etwas zu duster und das Licht, das aus der Wohnung kommt, sieht dann auch besser aus. Und bei einer Kamera mit großem Sensor kann man besser mit Schärfe und Unschärfe im Bild arbeiten.

Der Film soll dann bei verschiedenen Festivals eingereicht werden, unter anderem auch für Weiterstadt.

Da auch studentische Filmprojekte Geld kosten, haben die Macherinnen ein Crowdfunding eingerichtet: https://www.startnext.com/4minuten37.

Nanu? Malcolm McDowell spielt Pierce Brosnans Vater

Trailer „Professor Love“ auf YouTube

In der ARD läuft gerade „Professor Love / How to make love like an Englishman“ mit Pierce Brosnan, Salma Hayek und Jessica Alba. Brosnan spielt einen Professor, der dauernd junge Freundinnen hat und den Vater des Professors spielt Malcolm McDowell.

Nur: Malcolm McDowell ist Jahrgang 1943 und Pierce Brosnan ist Jahrgang 1953 … Jetzt kann man sich fragen, ob Brosnan sich gut gehalten hat oder warum McDowell älter besetzt wird als er ist?

„Die kleine Hexe“ ist eine kleine Umweltfrevlerin (und noch vieles mehr)

Trailer des Films „Die kleine Hexe“.

„Die kleine Hexe“ wurde verfilmt und läuft jetzt in den Kinos. Ich hatte das Buch ja 2013 wegen der Diskussion um einige Worte mal gelesen und entdeckt, dass es eigentlich ein noch viel schlimmeres skandalöses Machwerk ist. Ich hoffe, der Film hat das alles berücksichtigt.

Otfried Preußlers Kinderbuchklassiker „Die kleine Hexe“ soll künftig ohne die Worte „Negerlein“ und „Neger“ erscheinen. Es sei nötig, Bücher dem sprachlichen und politischen Wandel anzupassen, erklärte der Verlag.

Leider ist der Verlag inkonsequent. Das in den fünfziger Jahren erschienenen Buch hat noch viel mehr Übel in sich. Die kleine Hexe ist nämlich eine kleine Umweltfrevlerin. In einem Kapitel kocht sie sich eine Salbe gegen wundgelaufene Füße in die unter anderem „gemahlene Fledermauszähne“ und „Kröteneier“ reinkommen. Unglaublich! Fledermäuse und Amphibien stehen unter Artenschutz. Das unterläuft den Umweltschutz bei unseren Kleinsten. Tja, so eine Prägung rettet kein Waldkindergarten. Kein Wunder, dass die Atomkraft sich so lange halten konnte. Aber vielleicht kann man die Salbe noch so im Buch lassen, weil sie ein Produkt der Alternativmedizin ist und keine böse Schulmedizin.

Dann ist die Protagonistin eine Widerständlerin gegen die Obrigkeit. Anstelle einen Förster, der seine Kompetenzen überschreitet anzuzeigen und den Behörden den Sachverhalt zu überlassen, greift sie zur Selbstjustiz. Klar, das muss raus.

Und die Botschaft am Schluss des Buchs ist mehr als bedenklich. Da verbrennt die Protagonistin die Hexenbücher der anderen Hexen; das hat neben der Billigung rachsüchtigen Faustrecht ja wohl ganz eindeutige Bezüge.
Aber das übelste ist der Buchtitel. „Klein“ und „Hexe“ sind diskriminierend und fern vom politisch korrektem Deutsch. Der Titel muss geändert werden in „Die in ihrer Größe herausgeforderte Alternativreligiöse“. Hoffen wir, dass der Verlag sich in seinem politischen Paternalismus auch dieser Sachen annimmt, damit die Neuauflage wie geplant im Sommer 2013 komplett in Neusprech erscheinen kann. Und die erste Auflage geht an unsere Soldaten in Afghanistan, damit sie wissen, welche Freiheit sie am Hindukusch gegen fundamentalistische Taliban verteidigen.

Und ja, das ist eine Glosse.

Wann wird endlich die erste Staffel "American Gods" wiederholt?

Früher drehten Serienplots erst dann ins Surreale und Dahinerzählte ab, wenn den Autoren nichts mehr einfiel; das war so ab Staffel fünf oder so. Wo sind also die ersten Staffeln von „American Gods“, „Better call Saul“ und „The man in the high castle?“ Die will ich endlich mal sehen.

Roger Moore †

Moonraker – official Trailer (1979)

Mit Roger Moore ist am 23. Mai 2017 älteste der „echten“ James-Bond-Darsteller gestorben, also einer der Bond-Darsteller, der in der 1962 begonnenen Bond-Film-Reihe der Eon-Productions mitspielte. Er ist der erste verstorbene Eon-Bond-Darsteller und wurde 89 Jahre alt.

Damit wurde Roger Moore genau so alt wie der erste James Bond-Darsteller Barry Nelson († 2007). Der gab einen Jimmy Bond 1954 in einer Casino-Royale-Version für das US-Fernsehen – mit Peter Lorre als „Le Chiffre“ und Linda Christian (Romina Powers Mutter, † 2011) als erstem Bondgirl.

Roger Moore ist Jahrgang 1927, seine Vorgänger Sean Connery und George Lazenby sind 1930 und 1939 geboren.

Der richtige, also der literarische James Bond könnte auch noch leben, denn er wurde am 11. November 1920 geboren – in Wattenscheid. Das hatte mal der Fleming-Freund James Pearson in einer autorisierten James-Bond-Biografie festgestellt. Und da am 11.11. bei uns der Karneval anfängt, hat James Bond also schon seit seiner Geburt die „Lizenz zum Tröten“ (SCNR).

Nachruf auf welt.de: Pointen, Frauen, Projektile

ARD-Serie „Charité“ – Medizin gegen Ende des 19. Jahrhunderts

Die sechsteilige, historische (spielt um 1890 herum) Serie „Charité“ steht nun mit allen Folgen in der ARD-Mediathek.

Einiges ist für die Erzählung allerdings Fiction. Aber der Teil, der für mich am ehesten nach Seifenoper klingt, war tatsächlich passiert: Der Bakteriologe Robert Koch (50) lässt sich von seiner Ehefrau scheiden und heiratet eine 20 Jahre alte Schaupielerin und Sängerin.

teleschau.de: Wie realistisch ist die historische Medizinserie „Charité“?
rbb-Podcast: ‚Charité‘ – ein Faktencheck zur ARD-Serie

Michael Ballhaus‘ Videotipps aus dem Jahr 2000

Der Fassbinder- und Hollywood-Kameramann Michael Ballhaus ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Beim Deutschlandradio gibt es einen Nachruf als Audiodatei.
Im Jahr 2000 gab er in der ZEIT ein paar Tipps fürs Urlaubsvideo, ich hatte die Seite damals aufgehoben und neulich beim aufräumen gefunden. Aber praktischerweise steht der bald 17 Jahre alte Text inzwischen online:

Zeit.de: Ihre Urlaubsfilme will keiner sehen? Das muss nicht sein. Hören Sie auf Michael Ballhaus! – Wenn Sie einen guten Film machen wollen, müssen Sie heraus aus der Normalität. Ich möchte etwas zeigen, was man mit seinen Augen normalerweise so nicht sieht.