Kollege von Radio Darmstadt gestorben

Christian Knölker ist tot. Der Journalisten-Kollege von Radio Darmstadt (Radar) ist in der Nacht zum vergangenen Samstag verstorben. Er berichtete regelmäßig für das nichtkommerzielle Lokalradio über Kommunalpolitik und aus dem Stadtparlament.

Vor einiger Zeit dachte ich, er habe einfach nur abgenommen, aber schließlich verlor er so rasend schnell an Gewicht, dass ich Kachexie wegen eines Tumors vermutete – schließlich es war Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Die Beerdigung findet am kommenden Montag, 25.10.2010, um 14 Uhr auf dem Alten Friedhof statt.

Hinter den Kulissen eines Kleiderkette-Artikels

Vor gut einem Jahr erschien ein kleiner Echo-Artikel (leider nicht online) von mir zu einem „Kleiderkette“-Spiel während der Orientierungswoche für Erstsemester an der TU-Darmstadt. In einem (von mir erst jetzt entdeckten) Maschinenbauer-Forum wunderten sich damals einige Studenten über die Welle, die ich in dem Text machte. Deshalb was dazu, was ich damals eigentlich vorhatte.

Einer der Studierenden wog im Forum ab:

(…) es zeugt nicht unbedingt von Reife, dass man in einem Wettbewerb verlangt, dass Probanden sich ausziehen. (…) Sicher ist es andererseits kleingeistig von den Medien, (…) aber die Sensationsgeilheit der Medien sollte jedem normalen Menschen mittlerweile aufgefallen sein.

Ein anderer fand den Artikel nur daneben:

Was für ein trauriger, schlechter Artikel! Gibts den noch Journalisten die ihre Arbeit gut machen?

Schlechter Artikel? Naja, alle Seiten hatten von mir Gelegenheit zur Stellungnahme bekommen. „Schlechte“ journalistische Arbeit wäre es gewesen, wenn ich einfach vom Leder gezogen hätte. „Sensationgeil“? Eigentlich nicht. Tatsächlich war es nämlich so, dass ich die Szene mit der Kleiderkette und den Studierenden in Unterwäsche auf dem Karolinenplatz am Rande zufällig beobachtet hatte. Da ich schon etwas älter bin, kam mir das Spiel aber seltsam vor. Und ich dachte an Fotos, die später bei Facebook oder StudiVZ etc. auftauchen könnten. Und dass es Menschen gibt, die das eigentlich nicht wollen, aber glauben, sie müssten. So habe ich der veranstaltenden Fachschaft eine E-Mail geschrieben. Und einfach mal gefragt, wie das so ist, mit Gruppendruck bei solchen Spielen während der Orientierungswoche und dem Risiko von fremden Leuten fotografiert zu werden, und wie das alles ausgeschlossen wird.

Nachdem (wie ich mich erinnere) eine Woche lang keine Antwort kam, schickte ich die gleiche Mail ans Fachbereichsdekanat und nochmal an die Fachschaft. Da hieß es, man werde schauen. Beide Male hatte ich mich nicht als Journalist und freier Echo-Mitarbeiter ausgegeben, denn ich wollte ja nur Antworten und gar nicht groß mit „Presse“ oder sowas drohen.

Wieder nach einigen Tagen ohne Antwort dachte ich, dass die das Aussitzen wollen, und das nun doch der Darmstädter Echo-Redaktion als Artikelthema vorzuschlagen.

Hätte man mal irgendwie reagiert (und nicht so läppsch wie das Dekanat) wäre nie ein Artikel erschienen! Und ich hatte zudem die Mails unter wickel.name geschickt, die Domain, die auf dieses Blog führt – welches dezente Hinweise auf lokaljournalistische Tätigkeit enthält.

Nun, es kam anders, nach Anfragen beim Unipräsidium (und der Frauenbeauftragten, hehe, und der Fachschaft) gab es heftige Einfangversuche der Geschichte durch den Uni-Vizepräsidenten und Null Reaktion vom Fachbereich und der Fachschaft. Dem Vernehmen nach waren die Studierenden beleidigt, dass ich die Geschichte unfair an die große Glocke gehängt hätte. Unfair? Unfair wäre es gewesen die Story ohne zu warten und ohne Rückfragen rauszuhauen und Psychologen zu suchen, die das sagen, was man für eine reißerische Geschichte so braucht Naja, wie gesagt, hätte man mal vorher reagiert (und sei es, dass man sich in einer Woche melden werde) wäre – wie gesagt – nicht gekommen.

Dabei war das sogar Thema einer Fachschaftssitzung wie ein Protokoll zeigt:

• Problem: „Kleiderkette zwingt zum Ausziehen“ Marc Wickel
o Antwortschreiben verfassen (bereits durch Meike geschehen)
o Andere Seite: Fotograf wollte penetrant Fotos machen
o Anbieten: Unterschriften sammeln

Und gerade „Fotograf wollte penetrant Fotos machen“ wäre doch ganz interessant gewesen. Denn den Hinweis hätte ich in meinem Artikel natürlich auch bringen müssen. Wenn man es mir mal gesagt hätte.

Die Geschichte hat schließlich einen Lauf genommen, der mich eigentlich sogar ärgert. Nämlich, dass sich erst etwas tut, wenn man die Medien einschaltet. (Dass eine Volontärin darüber geschrieben hatte, stellte ich erst danach fest – und und als ich sie fragen wollte, wie das war, war sie im Urlaub.)

Und mir ist natürlich auch klar, dass weiterhin „Kleiderkette“ gespielt werden wird. Halt etwas abseits auf einer Wiese im Herrngarten oder im Hochschulstadion.

„Zwischenzeitliche“ Bedeutung

Freundlicher Hinweise an Personalabteilungen:

Nehmen Sie das Wort „zwischenzeitlich“ aus Absagen einfach raus. „Zwischenzeitlich“ klingt so, als hätten Sie und ich etwas abgesprochen und ich hätte mich nicht daran gehalten. So dass Sie die Stelle dann „zwischenzeitlich“ vergeben haben. Logisch. Wer nicht will, der hat schon.

Ich mache ein Beispiel:
„Hast Du mir Deinen Duden leihen?“, frage ich einen Freund am Telefon. „Ja“, sagt der, „ich kann Dir meinen sogar schenken, ich kaufe mir einen neuen. Komm‘ einfach morgen vorbei.“

Jetzt komme ich aber am nächsten Tag nicht vorbei, verbummele die Verabredung und erscheine erst nach vier Wochen. „Ich komme den Duden holen“, sage ich zu ihm, und er antwortet: „Das geht nicht mehr. Du warst nicht gekommen, da habe ich ihn zwischenzeitlich meiner Schwester geschenkt.“

„Zwischenzeitlich“ impliziert beim Empfänger, er hätte eine größere Chance gehabt, wenn er sich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt gemeldet hätte. Hatte ich in meinem Fall aber nicht. Mein Profil hat von Anfang an nicht gepasst, eine/r war besser als ich, und wir haben deswegen ja bis auf Bewerbung und Absage ja keinen weiteren Kontakt gehabt.

Hermann Scheer gestorben

Hermann Scheer während des hessischen Landtagswahlkampes Anfang 2008 im Eberstädter Ernst-Ludwig-Saal. (Foto: Marc Wickel)

PM SPD-Bundestagsfraktion – Der Sozialdemokrat Scheer war ein streitbarer Parlamentarier und Aktivist, der zu seinen politischen Überzeugungen stand und die Menschen stets zu begeistern wusste. Auf dem wichtigen Feld der Ökologie prägte er wesentlich die sozialdemokratische Orientierung.

Mit seinem Entwurf zu einer radikalen Energiewende hin zu den Erneuerbaren Energien errang Hermann Scheer weit über die Grenzen Deutschlands hinaus Anerkennung und Respekt. Sein politisches Ideal war, der Welt eine Energieversorgung zu gewährleisten, die ohne Atomkraft und Kohle auskommt.

Hessens SPD-Vorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel würdigte Scheers konzeptionelle Kraft. „Er hat in einzigartiger Weise politische Vision und praktisches Handeln verknüpft. Als einer der Väter des Erneuerbaren Energiengesetzes hat er der Energiewende zum Durchbruch verholfen und dabei ökologische Vernunft und wirtschaftlichen Erfolg gleichsam verwirklicht. Der nächste logische Schritt in Scheers Konzeption wäre es gewesen, in einem Kabinett von Andrea Ypsilanti die zukunftsweisende Energiepolitik am Beispiel Hessens beispielhaft umzusetzen. „Er war auch hier seiner Zeit weit voraus – Hermann Scheer hinterlässt uns mit dem Energiekonzept für Hessen den Masterplan für die dringend notwendige Energiewende.“

„Er war einer der Visionäre, die die Energiewende hin zu den erneuerbaren Energien vorgedacht haben und mit dafür gesorgt haben, dass Deutschland heute Vorreiter bei den erneuerbaren Energien ist“, sagte Tarek Al-Wazir Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Hessischen Landtag. „Hermann Scheer hinterlässt nicht nur in der SPD, sondern in der deutschen Politik insgesamt eine Lücke, die nicht zu schließen ist.“

Seit 1965 war Scheer Mitglied der SPD. Seit 1980 war er Mitglied des Deutschen Bundestages und von 1993 bis 2009 auch Mitglied des SPD-Bundesvorstandes.

Er war Präsident und Gründer der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien Eurosolar e.V. und Vorsitzender des Weltrats für Erneuerbare Energien (WCRE). 1999 wurde ihm der Alternative Nobelpreis verliehen, 1998 erhielt Scheer für sein Umwelt-Engagement den Weltsolarpreis. Als sein größter politischer Erfolg gilt vielen die Gründung der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien, IRENA, im Jahr 2009.

Wenige Tage vor seinem Tod am 14. Oktober 2010 ist sein jüngstes Buch „Der energethische Imperativ“ erschienen.

Wachstum durch ICE-Anschluss

Jedenfalls in Limburg und Montabaur:

Handesblatt: Das bringen Hochgeschwindigkeitsstrecken – Die Wirtschaftsleistung ist dank der besseren Zuganbindung nach Köln und Frankfurt deutlich gestiegen, lautet das zentrale Ergebnis der Studie. Im Vergleich zu ähnlichen Städten ohne ICE-Anschluss stieg das Bruttoinlandsprodukt dort um jeweils 2,7 Prozent. Auch Beschäftigung und Einwohnerzahl legten dank der besseren Anbindung überproportional stark zu.

ÖPNV einplanen

Das wäre auch mal was für Veranstaltungen am Wochenende: Die Startuhrzeiten so setzen, dass man mit Bus und Bahn so kommen kann, dass man nicht 30 bis 45 Minuten zu früh kommen muss. Also, wenn die Bahn um 10 Uhr an der Haltestelle ist, nicht 10 Uhr als Zeitpunkt ausmachen sondern 10.15 Uhr.

Aber anstelle so einer Werbekampagne, die auch was bewirken könnte, werden 30.000 Euro für die Kampagne „Öfter mal mit Bus und Bahn“ rausgehauen. Unter anderem mit Plakaten in Bussen und Bahnen, wo die Umworbenen doch schon längst drinsitzen.

Cannabis-Kekse

Der Angeklagte soll Cannabis-Kekse gebacken haben. Er bestätigt das, aber es habe nicht gewirkt. Ihm sei sogar nach dem Verzehr schlecht gewesen. „Ja“, bestätigt der Staatsanwalt, „er habe nachgefragt und es könne sein, dass das Cannabis verbrennt, wenn man es oben draufstreut.“

Ein Kollege und ich gucken uns grinsend an: „Jetzt wissen wir wenigstens, wie man das macht.“

Der gesamte Fall ist allerdings gar nicht lustig:

Echo online: Ehemaliger Messdiener zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Grenz(wertige)gänge

Vielleicht bin ich der Falsche für Grenzgänge, oder ich habe immer Pech, aber die Dinger finde ich nicht besonders interessant. Es ist eine Wanderung mit Imbiss und die Teilnehmer schwätzen unterwegs miteinander. Was auch schön ist, gut tut und sein muss, aber das ist so gar keine Nachricht. Die, die mitlaufen finden das alles prima. Und wenn man nachhakt, kommt nichts. (Warum auch, ich weiß ja auch nicht, warum ich gerne Familienspiele spiele.)

Wenn man Glück hat ist eine einzige inhaltliche Station dabei, der Rest ist hurtig durch die Gegend laufen (wegen der Erbensuppe am Schluss), so dass auch keine Zeit ist sich mal was anzugucken oder zu fotografieren, weil dann die Truppe ja schon wieder weiter ist.

Ach ja, die Veranstalter stellen selber fest, dass immer weniger Menschen teilnehmen, aber neue Konzepte für Nachwuchs halten sie für zu aufwändig, weil sie keine wissen.

Nun. ein Grenzgang würde sich ja geradezu für Geocaching anbieten …

Dreist oder naiv?

Da wird vor einem Jahr von einer Gruppe beklagt – und woanders an erster Stelle breitgetreten – dass die Zeitung eine Pressemitteilung will (so sagt es die Zeitung), anstelle einen Reporter zu schicken.

Jetzt war ich dort und wurde (von jemand anderem) am Ende gefragt, ob es den Artikel vorher zum lesen gibt. Selbst wenn es so war wie vor einem Jahr beschrieben, passt das jetzt ja nicht so ganz zusammen, oder? War das jetzt dreist oder naiv?

Veröffentlicht unter Job