Nolympia gewinnt in Hamburg

Hamburg hat sich im Volksentscheid gegen Olympia entschieden. Ich finde das ja richtig, Olympische Spiele sind meiner Meinung nach inzwischen eine seltsame Veranstaltung. Nicht was den Sport angeht (ok, da gibt es immer mal wieder dieses Doping), aber wegen dem was dahintersteckt: Steuervergünstigungen und Sondergesetze. Was man eigentlich als feudalistische Relikte verdammen würde, wird da umjubelt.

Ich erinnere mal an London 2012:

Junge Welt: Das Demonstrationsrecht ist während der Spiele ausgesetzt. Laut einem eigens entworfenen Sondergesetz können Kundgebungen jederzeit aufgelöst werden. Hierfür erhalten auch private Sicherheitsleute Polizeibefugnisse.

SpOn: In den britischen Medien werden die Olympia-Fahrbahnen nur „Zil Lanes“ genannt – so wie die Spuren, auf denen einst die Mitglieder des sowjetischen Politbüros mit ihren Wagen der Marke Zil durch Moskau fuhren. Dass die ausländischen Olympia-Kommissare nun zu ihren Terminen an ihnen vorbeirauschen, während die Einheimischen im Stau schmoren, bringt die Volksseele zum Kochen.

Telepolis: Bereits 2006 setzte die damalige Labour-Regierung eine entsprechende Gesetzesveränderung durch. Firmen und Individuen, die für das Londoner Organisationskomitee für die Olympischen Spiele (LOCOG) arbeiten, werden sowohl von der Körperschafts- als auch der Einkommenssteuer befreit.

A propos Olympia und eigene Gesetze. Da war 2006 die – dank Olympia-Schutzgesetz – eine DOSB-Abmahnung gegen das Saftblog möglich, weil die was mit Olympischen Ringen gemacht hatten: Law.Blog.de: Schneller – höher – teurer: Abmahnen als olympische Disziplin?

Und dann gibt es noch so andere Anwandlungen bei den Olympiern:
futurezone.at – Olympisches Komitee verbietet Negativberichte, Olympische Spiele: Mobile Hotspots verboten

70 Jahre im Vorstand

1953 gewann die „Dorfmannschaft“ aus Braunshardt die Süddeutsche Hallenhandballmeisterschaft und durfte zur deutschen Meisterschaft nach Berlin. Der stehende junge Mann in der Bildmitte ist Helmut Volz, der inzwischen 86 Jahre alt und seit 70 Jahren im TSV-Vorstand ist.

Dass einer 70 Jahre in einem Verein ist, kann ja passieren. Aber 70 Jahre im Vorstand? Helmut Volz (86) aus Braunshardt schaffte das – und ist es noch. Er wollte 1945 bei der TSG Braunshardt Handball spielen und kam gleich in den Vorstand des damals frisch wieder gegründeten Vereins. Volz wurde am Samstag vom Landessportbund Hessen mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet.

Echo online:
TSV Braunshardt ehrt verdiente Sportler

Helmut Volz engagiert sich seit fast 70 Jahren für den TSV Braunshardt (Artikel einer Kollegin von 2014)

Berliner Olympiabewerbung: „Es wurden weitgehend unkontrolliert 51.305.684,12 DM verpulvert.“

Ich war noch jung, als ich in den 90ern erfuhr, dass für die Bewerbung Berlins für die Olympischen Spiele im Jahr 2000 über zig Millionen DM rausgehauen worden waren. Die Summe hätte ich nicht mehr gewusst, aber der Betrag hatte mich damals schon geärgert, das weiß ich noch.

Jens Weinreich veröffentlicht in seinem Blog den „Bericht des Landesrechnungshofes Berlin zu Verschleuderung von öffentlichen Mitteln während der Berliner Olympiabewerbung 2000. Es wurden weitgehend unkontrolliert 51.305.684,12 DM verpulvert.“

Olympiabewerbung Berlin (2000): “Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln”

Lesehinweis zu wahren Olympiakosten

Berlin, das offizielle Berlin, will die Olympischen Spiele 2024 ausrichten. Der Sportjournalist Jens Weinreich war auf einem Bürgerforum des Berliner Senats.

Krautreporter: Olympia-Bürgerforum – Dauerlächler vs Dauerbrüller – Unwahrheiten über das IOC sind vergleichsweise leicht zu verschmerzen. Viel ärgerlicher sind die Aussagen Heiner Brandis (Direktor des Landessportbunds Berlin) zu den Kosten Olympischer Spiele, die sich mit jüngsten Postulaten von Senatsmitgliedern decken. (…) Brandi behauptete am Donnerstag zum Beispiel, die Ausrichtung Olympischer Spiele „kostet Berlin keinen Cent“. (…) Olympiaorganisatoren bezeichnen viele kostenintensive Projekte gern als „nicht-olympiabedingte Kosten“ und verschieben sie in einen anderen Etat.

Jens Weinreich hat in seinem Blog noch ein paar Fotos von Anmerkungen der Forumsteilnehmer, die diese auf Tischdecken schrieben: Berlins Olympiabewerbung 2024: was die Bürger auf Tischdecken schreiben.

Der bescheidene Udo Lattek

Ich bin jetzt ja nicht so der Fußballfan, aber eine Geschichte zum am 1. Februar 2015 verstorbenen Udo Lattek habe ich jetzt gar nicht gelesen.

Ich erinnere mich noch, als er in den 80ern Trainer bei Bayern München war und die Bayern während der Saison 1985/86 gar nicht nicht auf Platz 1 standen. Da wurde er im „Aktuellen Sportstudio“ gefragt, wann er denn wieder mit den Bayern an der Tabellenspitze stehen wolle? Und er so: Och, das reiche am letzten Spieltag.

Und so war es dann auch.

Unterwegs … ein Zufall

Bei einem Termin in Braunshardt gab es einen sehr schrägen Zufall. Ich traf dort eine Klassenkameradin, mit der ich damals (1978/79) im Gymnasium war.

Ok, das ist nicht ungewöhnlich, wer aus der Gegend nicht wegkommt, trifft immer die gleichen Leute. Aber sie wohnt inzwischen in Frankfurt und war nur zu Besuch. Dass sie aus Weiterstadt war, wusste ich nicht, in der Klasse waren um die drei Dutzend Schüler, damals wusste ich nur nicht wo diese ganzen Orte wie Kranichstein, Messel, Roßdorf oder Worfelden liegen.

Das sehr schräge war: Ich hatte neulich das Klassenfoto von damals angeguckt und auf dem Weg zum Termin (!!) kurz überlegt, dass ich doch mal den einen Kollegen fragen sollte, ob diese Klassenkameradin seine Schwester war/ist. Der Nachname ist nämlich der gleiche und an der Schule hieß auch ein Lehrer so (tatsächlich der Vater des Kollegen).