Warum es kein öffentlich-rechtliches Sportfernsehen gibt

Wer sich fragt, warum es eigentlich nicht einen Sportkanal von ARD und ZDF gibt – wo es doch der Bundestag auf Phoenix und das Kinderprogramm in den Kika ausgelagert wurde? So ein Sportkanal hätte ja auch Vorteile, vor allem, wenn dadurch das normale Programm verschoben wird oder ausfällt.

Nun, ganz einfach: Sport bringt Einschaltquote und rechtfertigt in der Jahresbilanz die öffentlich-rechtliche Systemrelevanz.

dwdl.de: EM hilft ARD & ZDF auf die Beine – Dass ARD und ZDF insbesondere bei den jüngeren Zuschauern mit Problemen zu kämpfen haben, ist kein Geheimnis. Da kommt die Fußball-EM gerade recht. Bereits nach der ersten Woche konnten die Quoten deutlich aufpoliert werden.

„Ein Erfolgsrezept ist, dass man mit der Bima nicht auf Konfrontationskurs geht.“ – Konversion in Hanau

Das Symboldbild für die Darmstädter Konversionflächen. Die seit Spätsommer 2008 verschlossene Cambrai-Fritsch-Kaserne.

2008 zogen die amerikanischen Soldaten aus Darmstadt wie auch aus Hanau ab. Sie hinterließen in Darmstadt 314 Hektar und in Hanau 340 Hektar an ehemaligen Militärflächen. Anfang 2012 sind in Darmstadt 3,3 Hektar der Konversionsflächen umgewandelt (die St. Barbara-Siedlung), in Hanau hingegen fast 170 Hektar. Über 100 Millionen Euro wurden bereits investiert, 1500 Menschen zogen nach Hanau. Darmstadt hat zwar auch Zugzug, aber von den 500 Wohnungen die pro Jahr benötigt werden, entstehen zur Zeit nur rund die Hälfte. Bestand in der Lincoln- und Jefferson-Village sind rund 850 Wohnungen.

Mit seinem Konversionstempo nehme Hanau „eine Leuchtturmfunktion in Deutschland ein“, sagte schon im Jahr 2010 Axel Kunze, Vorstandsmitglied der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Die Bima soll seit 2005 – beschlossen von der damaligen rot-grünen Bundesregierung – die Konversionsflächen zu Marktpreisen verkaufen und Geld in den Bundeshaushalt bringen.

Den Hanauer Weg stellte am Montag (11.6.) der Hanauer Stadtrat Ralf-Rainer Piesold vor. Auf Einladung der im Ernst-Ludwig-Saal auf Einladung seiner Darmstädter FDP-Parteifreunde sprach der Dezernent für Liegenschaften, Umwelt und Wirtschaftsförderung im Ernst-Ludwig-Saal.

„Ein Erfolgsrezept ist, dass man mit der Bima nicht auf Konfrontationskurs geht“, sagte Piesold den rund 40 Zuhörern unter denen auch die Koalitionsstadtverordneten Ludwig Achenbach (CDU) und Hans Fürst (Grüne) waren. Weiterhin sollten Politik und Bima nicht nur auf den unteren Sachebenen zusammenarbeiten. Bei so großen Flächen wie in Hanau seien auch regelmäßige Gespräche zwischen Stadtregierung und Bima-Vorstand sinnvoll.

„Stadtentwicklung muss man so betreiben, dass Private investieren“, sagte der Wirtschaftsförderungsdezernent. „Wenn Sie Investoren für Militärflächen finden wollen, ist das Image einer Stadt entscheidend.“ Negativ seien beispielsweise jahrzehntelang brachliegende Flächen in der Stadt, erinnerte an Beispiele wie zehn Jahre leerstehende ehemalige Tankstellen. Auch inwieweit eine Stadt verlässlich und flexibel sei, spreche sich in der Branche schnell rum. Aber nicht alles in Hanau wurde in Wohn- und Gewerbegebiete konvertiert. Aus einem ehemaligen Panzerfeld wurde ein geschütztes FFH-Gebiet mit Magerrasen auf dem Przewalski-Pferde grasen.„Eine sympathische Anwendung mit einem hohen Imagegewinn.“

„Das Planungsrecht liegt bei der Stadt“, erklärte der studierte Betriebswirt, daher könne man bestimmen, was wo hinkommt. Die Bima müsse zum Verkauf das ausschreiben, was die Stadt vorgebe. Allerdings sollte man so einen „Masterplan“ pragmatisch anpassen um die Balance zwischen Stadtentwicklung und Investorenrenditen zu finden. „Wir versuchen Wachstum zu generieren“; erinnerte er an die 1500 Neubürger und 3700 neuen Arbeitsplätze in Hanau.
Der Hanauer FDP-Vorsitzende plädierte für eine schrittweise Flächenentwicklung. „Die Anfangsvorstellung der Bima war eine Kaserne en bloc zu vermarkten. Aber in der Regel geht das nicht“, blickte Piesold auf die Praxis. Wenn man parzelliere, werde man auch eher den Standortmöglichkeiten gerecht.

In der anschließenden Diskussion meinte der Grünen-Stadtverordnete Hans Fürst, dass Darmstadt und Hanau nicht vergleichbar wären. „Wir reden hier über 60 Hektar für Wohnungen.“ Auch Parzellieren und die Stadt als Mittler zwischen Bima und Investoren, sah Fürst beim Darmstädter Anforderungsprofil nicht als Möglichkeit mit Blick auf geplante und zugesagte alternative Wohnprojekte.

(Der Artikel erschien zuerst im Eberstädter Lokalanzeiger)

Der schwierigste Tag in einen Stromnetz mit regenerativen Quellen

Für einen noch kommenden Artikel über Stromnetze sagten mir zwei Experten: „Der schwierigste Tag in einem Stromnetz mit regenerativen Quellen ist der Pfingstsonntag.“

Gutes Wetter + nicht zu warm = viel Solarstrom, der wegen des Feiertags kaum verbraucht wird.

Tatsächlich. Welt.de: Zu Pfingsten wurde von Solaranlagen in Deutschland kurzzeitig so viel Strom produziert wie in fast 20 Atomkraftwerken.

Grüner Teppich zwischen Kuppel und Kubus – Die südliche Wilheminenstraße soll im Frühjahr 2013 Fahrradstraße werden

Die Wilheminenstraße soll 2013 zwischen Wilheminenplatz und Gothestraße (rund 700 Meter) Fahrradstraße werden. Das Foto zeigt den Blick nach Norden von der Schader-Stiftung aus.

Am Anfang stand eine Wertungstafel mit blauen Punkten am Mittwochabend (23.) in der Mensa Mornewegschule. Moderator Robert Ahrnt gab jedem der rund 50 Teilnehmer fünf blaue Klebepunkte, um vor und nach der Veranstaltung Interessen und Stimmungen zu erfahren. Rund zwei Drittel der Teilnehmer gaben an, innerhalb Darmstadts vieles oder fast alles mit dem Fahrrad zu erledigen. Daher war es keine Überraschung, dass zwei Drittel die geplante Fahrradstraße vorab schon positiv bewerteten.

Wie sich zeigte, waren überwiegend Vielradler gekommen (ich bin auch einer), die eine eigene Straße natürlich positiv finden. Egal wie kurz die Strecke ist.

Die im Auftrag der Stadt arbeitende freie Stadt- und Verkehrsplanerin Karin Weber stellte die Planung vor. Die Wilheminenstraße zwischen Wilheminenplatz (Kuppelkirche St. Ludwig) und Goethestraße (Kubus der Schader-Stiftung) soll im kommenden Frühjahr zur Fahrradstraße werden. Planungsdezernentin Brigitte Lindscheid rechnet damit, dass die Umgestaltung 40.000 Euro bis 50.000 Euro kosten wird.

„Die Planung ist noch nicht fertig“, sagte Karin Weber. Im Moment laufe die Bürgerbeteiligung und die Fachämterstimmten sich untereinander ab. Die baulichen Veränderungen der Wilheminenstraße seien für das Frühjahr 2013 geplant, sagte Weber, danach sei die Eröffnung geplant.*

An ihrem Südende (Kreuzung Goethestraße) soll die Wilheminenstraße zugänglicher für Radfahrer werden. Das kurze Stück, das Goethe-und Klappacher Straße verbindet ist mit 4,70 Metern breit genug für Auto- und Radfahrer, sodass Radler dort von der Klappacher Straße aus in die Goethestraße oder Wilheminenstraße fahren können.
Die Wilheminenstraße wird dann Vorfahrtstraße mit grünen Fahrbahnmarkierungen (Weber: „Wir rollen den Radfahrern den grünen Teppich aus.“) an den Kreuzungen. An der Heinrichstraße (50.000 Fahrzeuge pro Tag) komme man aber nicht vorbei, erklärte Karin Weber. Daher bleibe dort die Ampel.

Am Wilheminenplatz und St. Ludwig soll die Radfahrstraße über die Ostseite geführt werden, da an der Westseite neben der (Georg-Büchner-Anlage) jetzt schon ein Fußgängerbereich sei, erklärte die Planerin, auch wenn zwei Dritter der Radfahrer über die Westseite fahren. Enden wird die Radstraße an der Hügelstraße, die dort aufgepflastert und barrierefrei gestaltet werden soll.

Der Wilheminenbuckel wird in Süd-Nord-Richtung (bergab) weiterhin für Radfahrer gesperrt bleiben. Die Planer wollen den Radverkehr nach dem Wilheminenplatz über die Hügelstraße, Zimmerstraße und Grafenstraße an der Innenstadt vorbeileiten. Wobei die Zimmerstraße dann auch ausgebaut werden muss. Viele Radfahrer wollten nicht in die Innenstadt, erklärte Karin Weber, dass die Fahrradstraße nicht über die Fußgängerzone Wilheminenstraße fortgesetzt werden soll. Zudem seien am Wochenende dort viele Fußgänger unterwegs.

Eine Lösung, die auch Planungsdezernentin Brigitte Lindscheid bevorzugt, da sie die „relativ klare Regelung“ am Wilheminenbuckel beibehalten will. Vorschläge der Teilnehmer zu bestimmten Tageszeiten die Durchfahrt zu erlauben oder die Fußgängerzone mit einem mittigen, farbig abgegrenzten Radfahrstreifen auszustatten, sah die Dezernentin skeptisch.

Am Ende stand eine Wertungstafel mit roten Punkten und ähnlichen Fragen. Allerdings war die Teilnehmerzahl im Lauf des Abends um die Hälfte auf 25 geschrumpft. Den Infoabend selbst fanden drei schlecht. Drei Viertel bewerteten nach der Veranstaltung die vorgestellte Fahrradstraße und die Planung dazu positiv.

Nach über zwei Stunden Veranstaltung war nur noch die Hälte der Bürger übrig. Entweder waren nur noch die Fahrradstraßenkenner übrig geblieben oder doch einige schlauer geworden.

(Dieser Artikel erschien – ohne Fotos – heute in den Bessunger Neuen Nachrichten.)


* Dieser Ablauf hatte mich damals ja schon etwas gewundert, da die Bürgerbeteiligung einfach so eingepreist war und es offenbar – egal was dabei – rauskommt, auf jeden Fall dann eine Fahrradstraße kommt. Sollte sowas nicht ergebnisoffen sein?

Links: Antje Herden, Pallaswiesenstraße 45, Feuerwehr will raus, Kreditbetrüger und Steuerhinterzieher vor Gericht

Gesammelte Werke bei Echo- Online:
„Kind der weiten Welt“ – Antje Herden: Multitalent aus dem Viertel schreibt jetzt Bücher für junge Leser

Antje hat auch ein Blog: Rauschmittel (wo es etwas kuscheliger ist als hier) und ist morgen (Freitag, 13.4.) als Moderatorin live und in Farbe bei der Dichterschlacht in der Centralstation.

Folien am Zaun, aber kein Bauantrag – Weiterhin Stillstand in der Pallaswiesenstraße 45 und auf dem Grundstück nebenan.

Falschparker behindern Löscheinsätze – Brandschutz: Freiwillige Feuerwehr will in der Alicenstraße künftig abschleppen lassen

Mittäter schwärzt Kreditbetrüger an – Landgericht: Drei Männer gestehen, 243.000 Euro ergaunert zu haben

Steuerschuld erst im Nachhinein beglichen – Gericht: Unternehmer aus Bischofsheim muss 3150 Euro Geldstrafe zahlen

Verriss gibt es leider nur im Feuilleton

Leider kann man manchmal nicht ehrlich sein, wenn was auf einem Termin doof ist. Hölzerne, wie bestellt klingende Texte einer Theatergruppe, dünne Stimmen im Gesang der Band und nichtsagende Worte der Festredner. Sowie nur ein Ersatzmann für die Ministerin, die eigentlich kommen wollte.

Auch toll sind die, die meinen besonders cool tun zu müssen. Das kostet nur Zeit. Und meistens ist die Luft schnell raus, wenn man nachfragt. Nur: Wer nichts sagt, kommt auch nicht mit Namen in die Zeitung. Ja, leider kann man manchmal nicht ehrlich sein. Aber es gibt ja das Blog.

Den Zeitungsartikel dazu müsst ihr schon selber suchen.

Veröffentlicht unter Job