Zeitzeugin in der Hessenwaldschule

Die Zeitzeugin Lilo Günzler (82) sprach am Mittwoch (3.) in der Hessenwaldschule.

„Ich hatte Angst. Angst, dass die Mama wieder so schrecklich weint.“ Am Mittwoch schilderte die Zeitzeugin Lilo Günzler in der Gräfenhäuser Hessenwaldschule, wie sie als Kind 1938 mit ihrer Mutter die brennende Frankfurter Synagoge am Börneplatz sah. Da merkte sie als Fünfjährige, dass Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland verfolgt wurden. Nur war das Judentum in ihrer Familie (ihr Vater war katholisch) nicht gelebt worden, sie kannte den Begriff gar nicht.

Lilo Günzler, die später Erzieherin wurde, schilderte Bombennächte und wie Frankfurter Juden, darunter ihre Mutter und ihr (Halb)bruder ins KZ Theresienstadt deportiert wurden. Die Pläne, wer von denen weiter transportiert und im KZ Auschwitz ermordet werden sollte, waren schon fertig. Nur hatte die Rote Armee das Vernichtungslager zuvor, am 27. Januar 1945, befreit.

Echo Online: Blick in die Hölle – Die 82 Jahre alte Lilo Günzler spricht an der Gräfenhäuser Hessenwaldschule über ihre Kindheit in der Nazizeit

Was ich auch noch unglaublich finde: Die Deportationen fanden noch im Februar und März 1945 statt. Da standen die Alliierten schon im Westen und im Osten auf Reichsgebiet und Deutschland vor der militärischen Niederlage.

Im Westen haben die Alliierten Mitte Februar 1945 die Reichsgrenze bei Aachen und den Vogesen überschritten, im Osten steht die Rote Armee nicht mehr weit weg von Berlin.

Das Bürgerhaus Braunshardt und die Kosten

Eine Weiterstädter Frage, die ich mal in einem Artikel angehen wollte, hat sich am Donnerstag (4.) selbst beantwortet: Wer in der Politik ist eigentlich für und wer ist gegen das Bürgerhaus Braunshardt? Denn ich hatte so ein paar Meinungen mitbekommen und dachte, dass ich da mal nachfragen müsste.

Politisch gibt es nun eine Antwort: Die CDU blickt auf die Haushaltslage und ist angesichts des knappen Etats dagegen, ein Bürgerhaus zu bauen.

Echo Online: Kritische Stimmen zum Bürgerhaus – Was die Bürgerhäuser kosten

Echo Online, 27.10.2014: Weiterstädter Bürgerhäuser unter der Lupe – Betrieb der drei Gebäude kostet jährlich rund 643.000 Euro

Echo Online, 25.8.2014: Seit Jahren wird in Etappen am Weiterstädter Bürgerzentrum gearbeitet

Kurze Haushaltsberatung in Weiterstadt

Der vorgeschlagene Weiterstädter Haushalt für 2015 hat ein Volumen von 53,43 Millionen Euro und schreibt mit genau 81.172 Euro Überschuss eine Schwarze Null. Die Haushaltsberatung im Haupt- und Finanzausschuss war am Montag (1.) mit zwei Nachfragen eher kurz, das für Donnerstag (4.) geplante Nachsitzen fiel aus.

Echo Online: Kooperation stimmt für Haushaltsentwurf

Jetzt doch „Soziale Stadt“-Förderung im Westen Darmstadts

Das hatte ich im September 2013 doch „aufgedeckt“, dass die Stadt immer noch (erfolglos) dabei war, das Pallaswiesen- und das Mornewegviertel ins „Soziale Stadt„-Programm zu bekommen. Es stand als Vorhaben im Sozialatlas von 2013, nur tat es das auch schon 2010. Nur hatte man 2013 nicht groß drauf hinwiesen, sondern es einfach in den Bericht reingeschrieben. (Ich hatte in beide Berichte halt damals jeweils reingeguckt.)

Die Cover der Sozialatlanten von 2010 und 2013.

Und vom Land Hessen gab es auch keine Hoffnung oder klare Antwort, ob und wann der Darmstädter Westen in das Förderprogramm reinkommt.

Echo Online, 7.9.2013: Neuer Sozialatlas für Darmstadt – „Die Städte und Gemeinden können jederzeit einen Aufnahmeantrag stellen“, sagte eine Sprecherin des hessischen Wirtschaftsministeriums auf Anfrage. Aber die Kapazität des Soziale-Stadt-Programms sei begrenzt, es gebe eine Warteliste. „In der Regel beträgt die Wartezeit mehrere Jahre, ein Regelzeitraum kann hier nicht benannt werden.“

Jetzt aber hat sich bei dem Städtebauprogramm doch was getan und das ist auch gut:

darmstadt.de: Förderbescheide – In diesem Jahr wird das Stadtgebiet Pallaswiesenviertel/Mornewegviertel der Stadt Darmstadt neu in das Programm aufgenommen, während die Maßnahme Kranichstein fortgeführt werden kann. Priska Hinz, Hessens Ministerin für Stadtentwicklung überreichte dem Oberbürgermeister Jochen Partsch, einen Förderbescheid über 169.000 Euro für das Gebiet Pallaswiesenviertel/Mornewegviertel im Programmjahr 2014. Damit können gemeinsam mit dem Eigenanteil Investitionen in Höhe von insgesamt 250.000 Euro finanziert werden.

Deswegen kann man jetzt natürlich auch auf 2010 verweisen:

Echo Online, 5.12.2014: Förderung für Pallaswiesen- und Mornewegviertel – Dass Pallaswiesen- und Mornewegviertel endlich im Fördertopf sind, sei „lange geplant und erhofft“, sagte OB Partsch. Schon bei der Erstellung des vorletzten Sozialatlas’ noch zu seiner Zeit als Sozialdezernent sei dies empfohlen worden.

Grundsteuer A und B rauf auf 395 Punkte

Das Relief mit Darstellungen dreier Weiterstädter Stadtteile hängt im Sitzungssaal des Rathauses.


Weiterstadt will die Grundsteuern A und B erhöhen. War bislang nur die Grundsteuer B-Erhöhung geplant, ergänzte die ALW den Magistratsvorschlag um eine Grundsteuer A-Erhöhung. Was die CDU überraschte und die eigentlich harmonisch besprochene Grundsteuer B-Erhöhung in einer Debatte enden ließ.

Ich dachte ja erst, das die Grundsteuer A-Erhöhung ein Überraschungsmanöver war, um die Weiterstädter Union mit ihren bäuerlichen Mitgliedern zu ärgern, aber mir wurde versichert, dass das in zwei Gremien vorher bekannt war. Und ich sah auch kein Grinsen als ich nachfragte.

Echo Online: Grundsteuer A soll auch steigen – SPD und ALW stimmen im Weiterstädter Finanzausschuss für Anhebung

Ahnungslose Busfahrer finden ihr Ziel dann doch

Dass Busunternehmen ihre Fahrer nicht unbedingt in die Motoreinstellungen (z.B. für Stadt- oder Überlandverkehr) einweisen, wurde mir mal erzählt – damit die sie halt nicht verstellen.

Das man den Fahrern aber nichtmal sagt, für welche Kunden und welche Tour gebucht sind, fand ich gestern dann doch etwas seltsam.

Ich sollte über die „Jobtournee“ berichten (Studierende und Absolventen treffen neun Unternehmen an ihren Standorten). Treffpunkt war um 10.30 Uhr am Hauptbahnhof, aber um 10.15 Uhr war noch niemand zu sehen. Es war kalt und es waren schon ein paar andere Studenten da, die draußen frierten und nicht wussten wohin, da noch keine „Reiseleitung“ da war.

Aber dafür gab es zwei Busse (ich wusste, dass es drei Busse sind) mit den Nummern „1“ und „2“ in den Fenstern, die für die Rundfahrt ganz geeignet erschienen. Ich fragte die beiden Fahrer, ob sie für die „Jobtournee“ fahren – und die wussten von nichts, aber so gar nichts; sagten sie jedenfalls (ja, sie konnten perfekt Deutsch).

Aber als es dann um 11 Uhr losging, stiegen wir in genau diese Busse ein – und kamen auch ans Ziel.

Ein dreifach ungewöhnlicher Prozess

1. Wenn man jemanden überfällt, dann beraubt man in der Regel nicht den Ex-Schwager. 2. Ein Angeklagter wird selten von der Verhandlung ausgeschlossen, weil er zu sehr stört. Und bei der Richterin war es sogar das erste Mal in 20 Jahren. 3. So ein krummes Strafmaß hatte ich bisher noch nicht: Drei Jahre, sechs Monate und zwei Wochen. Die zwei Wochen stammen aus einer frühren Geldstrafe, die mit ins Urteil einbezogen werden musste.

Echo Online: Schwager überfallen – Mehr als dreieinhalb Jahre Haft für Angeklagten

Der Förderverein, der als Kerbverein angefangen hat

Echo Online: Der Förderverein Kranichstein wird dieses Jahr 25 Jahre alt. Er veranstaltet die „Bunte Wiese“ und ist Keimzelle vieler Projekte

Übrigens: Ein Bild, dass der Fotograf André Hirtz von der „Bunten Wiese“ im Mai gemacht hat (und mit meinem Text, *trittbrettfahrbeimruhm*) wurde als eines der besten „Presse-Fotos Hessen-Thüringen 2014“ ausgezeichnet

Der Indoor-Adventmarkt

Der Jugendposauenchor des evangelischen Dekanats Darmstadt spielte auf dem Kranichsteiner Weihnachtsmarkt.


Der Kranichsteiner Weihnachtsmarkt hat eine Besonderheit: Es ist ein „Indoor“-Weihnachtsmarkt.

Echo Online: Der Weihnachtsmarkt auf dem man nicht friert – Der Förderverein wollte im Jahr 2000 einen Weihnachtsmarkt für den Stadtteil, aber die markttypischen Holzhäuschen für die Händler waren nicht zu finanzieren. Also tat sich der Verein mit dem Wohnpark zusammen, der damit auch eine Veranstaltung im Haus für seine Bewohner hat.

Nikolaus Bernd Rohrmann grüßte auf dem Adventmarkt im Wohnpark Kranichstein.


(Ich bin ja dafür, die ein- bis dreitägigentägigen Märkte „Adventmärkte“ zu nennen. Weihnachtsmärkte sind für mich die großen Märkte, die von Ende November bis 23. Dezember laufen. Aber da gibt es wohl keine Regel.)

Unterwegs … im Landgericht: Kugel auf Balkon im zweiten Stock

Beim Landgerichtsprozess um den Mord in der Taunusstraße am 21. März 2014 ging es am Donnerstag (28.) um Schmauch- und Treibladungsspuren sowie die Lage von Projektilen und Hülsen.

Unter anderem war ein Projektil von den fünf Schüssen auf offener Straße irgendwo so abgeprallt, dass es auf einer Couch auf einem Balkon im zweiten Stock landete.

Echo Online: Schussspuren belasten den Angeklagten

Zweiter Teil: Anwälte kritisieren, dass der Angeklagte nicht über seine Rechte belehrt wurde und beantragen Beweisverwertungsverbot

Nachtrag: Drei Schüsse in den Rücken, zwei auf den zu Boden gegangenen