Links: Zocker und Zeitdruck

RP Online: Erster Weltkrieg – wer hatte Schuld? – Die Nationen wetteiferten um Geltung, Einfluss, Macht – das Resultat waren diplomatische Krisen in Reihe. (…) in Deutschland selbst freilich verfestigt sich die Überzeugung, man sei „eingekreist“ worden (…) Auch der französische Präsident Raymond Poincaré und Zar Nikolaus II. sind überzeugt, dass Entschiedenheit zum Erfolg führt (…) Eyre Crowe, Abteilungsleiter im Foreign Office: „In diesem Kampf, der nicht um den Besitz Serbiens geht, sondern bei dem es sich um das Ziel Deutschlands, seine politische Vorherrschaft in Europa zu errichten (… aber) noch am 1. August taumelt der französische Botschafter Paul Cambon aus einer Besprechung mit (Englands Außenminister) Grey in der schockierten Überzeugung heraus: „Sie werden uns im Stich lassen.“

RP online: Gerd Krumeich: „Deutschland hat das Pulverfass 1914 hochgehen lassen“ – „Noch 1913 hat die deutsche Regierung sehr viel getan, um einen Krieg zu verhindern, der schon in der Luft lag. Aber 1914 wollte man das Attentat von Sarajewo als „Test“ der russischen Kriegsbereitschaft ausnutzen. Man fühlte sich von Frankreich, Russland und England bedroht und glaubte, wenn denn Krieg kommen müsse, diesen „lieber jetzt als später“ führen zu können.“

Links – Christopher Clarks „Schlafwandler“ in Frankreich, Serbien und das Attentat, Erinnerungskultur, Otto Dix

Gerd Krumeich in der französischen Zeitschrift „L’histoire“ über Christopher Clarks „Schlafwandler“: L’allemagne contra-attaque – La responsabilité de l’Allemagne dans 14-18 ? Pas si grande, explique Christopher Clark dans son dernier livre. Les Allemands l’adorent!

welt.de: Wie sich Frankreich des Ersten Weltkriegs bedient – Die französischen Reaktionen auf neue Deutungen des Ersten Weltkriegs sind verhalten. Statt nationale Heldenmythen aufzugeben, werden schiefe Analogien zur Gegenwart konstruiert.

kulturwest: Wie kam es dazu? – Gegen diese »Clarkerei« streitet Krumeich: »Die Deutschen hatten mehr als andere den Finger am Drücker.« Von Stolpern und Schlafwandeln könne keine Rede sein, sagt Krumeich, auch nicht von »Urkatastrophe«. Das klinge nach Naturereignis. »Der Erste Weltkrieg war alles andere als das.« Sondern Ergebnis damaliger Mentalitäten und Handlungen.

t-online/dpa: Serbien weist Kriegsschuld von sich – Das Attentat werde als Ursache für das bis dato dunkelste Kapitel der Menschheitsgeschichte bewusst überhöht und das verheerende Machtstreben Wiens und Berlins dabei verschleiert. Nicht erwähnt wird im Zusammenhang mit diesem Vorwurf freilich, dass auch Belgrad machtpolitische Ziele verfolgte (…)

t-online/dpa: Unterschiedliche nationale Erinnerungskulturen – Für die Franzosen ist die Vereitelung des deutschen Durchmarschs an Marne und Somme ein Symbol des nationalen Widerstandes, Zusammenhalts und Opfermuts. Zumal Frankreichs Rolle im Ersten Weltkrieg im Rückblick weit ungetrübter ist als die im Zweiten, als das Vichy-Regime mit Hitler paktiert hatte.

Reutlinger General-Anzeiger: Der Erste Weltkrieg in den Augen von Dix

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Links – Lehren & John C. G. Röhl über Wilhelm II.

SZ: Lehren aus dem Ersten Weltkrieg – Letztlich bleibt 1914 eine Warnung (etwa für Präsident John F. Kennedy während der Kuba-Krise 1963). Dieses Jahr erzählt viel davon, wie extrem schief internationale Politik laufen kann, wie schnell alles gehen und was es für furchtbare Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Wilhelm-Biograf John C. G. Röhl im SZ-Interview: „Wilhelm II. sah in Hitler seinen Vollstrecker“ – „Der Kaiser widmete sich mit aller Macht der Außen- und Rüstungspolitik. Er scharte ein Sammelsurium von Ratgebern unter sich, die unkoordiniert und unfähig agierten. Diese Männer hatten das Sagen – und das ohne verfassungsgemäße Legitimation.“

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Links: Parallelen zwischen damals und heute & „Der größte Fehler Englands“

„The Economist“ sieht Parallelen zwischen heute und 1914. In Asien, nicht in Europa. Mit China (Deutschland), Japan (Frankreich) und den USA (Groß-Britannien).

The economist: Look back with angst – Yet the parallels remain troubling. The United States is Britain, the superpower on the wane, unable to guarantee global security. Its main trading partner, China, plays the part of Germany, a new economic power bristling with nationalist indignation and building up its armed forces rapidly. Modern Japan is France, an ally of the retreating hegemon and a declining regional power. The parallels are not exact—China lacks the Kaiser’s territorial ambitions and America’s defence budget is far more impressive than imperial Britain’s—but they are close enough for the world to be on its guard.

Der Politikwissenschaftler Joseph S. Nye sieht diese Parallelen nicht so sehr und sieht auch einen Ausweg.

diepresse.com: Kann sich die Katastrophe von 1914 wiederholen? – Die heutige Welt unterscheidet sich von der Welt von 1914 in mehreren Punkten. Einer ist, dass Kernwaffen für führende Politiker eine Art Kristallkugel sind, die ihnen zeigt, wie ihre Welt nach einer Eskalation aussähe. (…) Die USA haben mehr Zeit, ihre Beziehungen mit einer aufstrebenden Macht zu regeln, als Großbritannien vor 100 Jahren hatte.

The Guardian: Historian Niall Ferguson: Britain entering first world war was ‚biggest error in modern history‘ – „Britain could indeed have lived with a German victory. What’s more, it would have been in Britain’s interests to stay out in 1914 (…)“

Das mag man aus der Rückschau so sehen, aber damals hatte man eben nicht das Gefühl, da abwarten zu können. Es erinnert mich an Texte, die zeigen, dass Deutschland den Zweiten Weltkrieg alleine aus wirtschaftlichen Gründen verlieren musste. Tja, das wusste damals nur keiner und wenn, hätte man es darauf nicht ankommen lassen wollen.

Christopher Clark und Serbien

Die Gerda-Henkel-Stiftung hat den Südosteuropahistoriker Prof. Dr. Holm Sundhaussen gefragt, wie er Christopher Clarks Beurteilung zu Serbien und den Serben einschätzt:

„Aus Lust am Erzählen gelegentlich überpointierte Aussagen“ – Clarks Werk ist auch als Antwort auf die Arbeiten der „Fischer-Schule“ zu lesen. In Fritz Fischers „Griff nach der Weltmacht“ von 1961 taucht der Name des Attentäters von Sarajevo, Gavrilo Princip, auf 700 Seiten nicht ein einziges Mal auf. Nicht einmal eine Fußnote war er wert. Und der Name des damaligen serbischen Ministerpräsidenten Nikola Pašić fällt lediglich einmal und eher beiläufig. Fischers Darstellung war ganz auf die Großmächte, allen voran auf das Deutsche Kaiserreich fokussiert.

Es gibt auch ein Interview mit Gerd Krumeich zum Clark-Buch und seinen Serbien-Kapiteln: „Christopher Clark spricht die Deutschen von der Schuld am Ersten Weltkrieg frei

Links: Fotoausstellung, Presseschau, Gedächtnisort Internet

Ausstellung: „1914 – Welt in Farbe“ im LandesMuseum Bonn, noch bis zum 23.3.2014

Link mit Links:

Zeit.de: Das große Erinnern – Im Gedenkjahr 2014 wird auch das Internet zum Gedächtnisort – Heute kann die heimliche Liebespost jeder lesen, der die Website www.europeana1914-1918.eu aufruft (…) So entsteht derzeit etwa unter www.1914-1918-online.net eine Online-Enzyklopädie unter der Leitung des Historikers Oliver Janz von der Freien Universität Berlin. (…) Einen Überblick über die historischen Angebote im Netz bietet dazu schon seit zehn Jahren die Humboldt-Universität zu Berlin unter www.erster-weltkrieg.clio-online.de.

Deutsche Welle: Der Erste Weltkrieg in den Medien – Jahrzehntelang war der Erste Weltkrieg vielen Deutschen wenig präsent. Doch pünktlich zum Auftakt des Erinnerungsjahrs 2014 ändert sich das. Manche Medien ziehen sogar Parallelen zur Euro-Krise. Eine Presseschau.

Neue Osnabrücker Zeitung: Der Erste Weltkrieg elektrisierte viele Bürger – Jüngere Forschungen relativieren das Bild der allgemeinen Kriegsbegeisterung ein wenig. Manch einberufener Fabrikarbeiter oder Landwirt, der seine Familie unversorgt zurücklassen musste, war durchaus nicht wild darauf, an die Front zu kommen.

Und noch einer zu Christopher Clark:

FR: Der Krieg war im Oktober 1914 verloren – Der Historiker Hans-Ulrich Wehler über die Ursachen des Ersten Weltkriegs, die Schuldigen, die katastrophalen Fehleinschätzungen des deutschen Generalstabs und den Übergang zum totalen Krieg.

Solche Feststellungen wie in der Überschrift sind natürlich sehr vom jetzigen Wissen geprägt. Denn wenn das die Entente damals schon gewusst hätte, wäre sie das ganz ja entspannt angegangen. Konnte sie aber nicht, weil sie weiterhin mit dem Schlimmsten rechnete.

Die Presse: Der Erste Weltkrieg läutet den Untergang der Herrscherhäuser Habsburg, Hohenzollern und Romanow ein

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Links: Bekannte Kriegsteilnehmer, Wissenschaft, der Krieg wird zum Weltkrieg

kurier.at: Erst Weltkrieg, dann Künstler und Politiker
Attila und Paul Hörbiger, Karl Farka, Hans Moser. die Politiker Theodor Körner und Julius Raab waren im Ersten Weltkrieg Soldaten.

diepresse.com: Hitler und Stalin im Ersten Weltkrieg

kurier.at: Wenn Dichter in den Krieg ziehen
Bekannte Frontberichterstatter waren Franz Molnár, Robert Musil, Franz Werfel und Egon Erwin Kisch.

diepresse.com: Was Österreichs Krieg erst zum Weltkrieg machte

diepresse.com: Nobelpreisträger: Die Wissenschaft begann schon 1914 auszubluten

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Links: Nachhaltig wirkenden Propaganda, Feldpostbriefe und Russland im Krieg

welt.de: 1914 : Wir sitzen immer noch Goebbels‘ Propaganda auf

Mitteldeutsche Zeitung: Die erste Schlacht des 1. Weltkrieges: Der fremde Krieg

SpOn:
Russland im Ersten Weltkrieg: Armee der Bauernsöhne

Erster Weltkrieg: Feldpostbriefe des jüdischen Soldaten Otto Meyer

tagesspiegel.de: Erster Weltkrieg und Europa: Wie in England mit 1914 Politik gemacht wird

ORF.at: Der Erste Weltkrieg und das Burgenland

Stuttgarter Zeitung: 100 Jahre Erster Weltkrieg: Der Große Krieg und seine Gegenwart