Die CDU ist länger als sie will in einem Übergangszustand und hat das Abtreten von Angela Merkel noch nicht in den Griff bekommen. Was zur Zeit passiert ist aber typisch, nach einer Zeit mit einer starken Führungsfigur.
Das kommt davon, dass Angela Merkel nach vier Legislaturperioden aufgehört hat, aber eigentlich keine Nachfolgekräfte aufgebaut hatte, die von der Partei geliebt werden. Das macht man als Parteichefin oder -chef ungern, die Kronprinzen und -prinzessinen könnten einen ja auch vorzeitig absägen. Auch nach Helmut Kohl 1998 gab es ein Vakuum.
Und deswegen laufen in der CDU seit 2018 Diadochenkriege und Führungschaos.
Schon der Wechsel von der Vorsitzenden Angela Merkel zur von ihr angeguckten Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer 2018 fühlte sich für die Partei nicht rund und schlüssig an, sonst hätten Friedrich Merz und Jens Spahn damals nicht gegen sie kandidiert/kandidieren können. Annegret Kramp-Karrenbauer schaffte es dann nicht mal mehr zur Kanzlerkandidatur 2021. Aber auch ihr Nachfolger Armin Laschet wurde abgesägt, so dass nur noch Friedrich Merz übrigblieb, weil kein CDUler mehr die Partei strapazieren wollte.