Zapf Dingbats’ Vater

Der Schrift-Gestalter Hermann Zapf feierte am 8. November seinen 90. Geburtstag. Er entwirft seit 1938 Schriften für die in Bad Homburg ansässige Linotype GmbH. Der in Darmstadt lebende Designer hat im Laufe seines bisherigen Lebens mehr als 200 Alphabete entworfen, darunter die Schrift-Klassiker Palatino, Optima, Zapf Chancery und Zapfino. Der Gestalter ist zugleich auch einer der angesehendsten Kalligrafen weltweit: 1960 schrieb er die Ausfertigung der Präambel der Charta der Vereinten Nationen in vier Sprachen für die Pierpont Morgan Library in New York.

Seit Mitte der 30er Jahre beschäftigt sich Hermann Zapf mit der Gestaltung von Schriften. Sein Wissen um den Entwurf von den verschiedensten Alphabeten hat sich der gelernte Retuscheur selbst beigebracht.

1938 veröffentlichte er seine erste Schrift, eine Fraktur-Type mit der Bezeichnung Gilgenart. 1947 ließ er sich in Frankfurt nieder und arbeitete mit der D. Stempel AG zusammen, einer international tätigen Schriftengießerei, die später in die Linotype-Gruppe aufging. Bis 1956 war Hermann Zapf dort künstlerischer Leiter. In dieser Zeit entwickelte er einige seiner wichtigsten Schriftfamilien, wie beispielsweise die Palatino sowie die Optima, die immer noch zu den beliebtesten Schriften weltweit zählen.

In den späten 50er Jahren arbeitete Hermann Zapf als Buchdesigner für verschiedene Verlage, unter anderem für Suhrkamp, den Insel Verlag und den Hanser Verlag. Zeitgleich erwarb sich der Schriftenentwerfer seinen Ruf als herausragender Kalligraf. So schrieb er 1960 die Ausfertigung der Präambel der Charta der Vereinten Nationen in vier Sprachen für die Pierpont Morgan Library in New York.

Als einer der ersten Designer hat sich Hermann Zapf früh mit der Verarbeitung von Schriften durch Computer beschäftigt. Während Hermann Zapf seine Visionen in Deutschland nicht durchsetzen konnte, fielen sie in den USA auf fruchtbaren Boden. Er baute dort eine Brücke zwischen den grundverschiedenen Welten der grafischen Entwerfer und Computerspezialisten. 1972 gestaltete er eines der ersten Alphabete für computergestützten Mengensatz, unter anderem die Marconi Antique, heißt es in der Pressemeldung weiter. 1976 übernahm er eine Professur für “Typographic Computer Programs” am Rochester Institute of Technology, den weltweit ersten Lehrstuhl dieser Art. Daneben unterrichtete er an der Technischen Hochschule Darmstadt von 1977 bis 1987.

Hermann Zapf arbeitet heute als freier Schriftgestalter für die Linotype GmbH in Bad Homburg. Mit seinen verschiedenen Schriftfamilien zählt er zu den erfolgreichsten Schriftdesignern unserer Zeit, heißt es in dem Schreiben weiter. 1974 bekam er den Gutenberg-Preis der Stadt Mainz. Seit 2003 ist er Honorary Doctor of Fine Arts der University of Illinois. Verheiratet ist er mit Gudrun Zapf-von Hesse verheiratet, die selbst eine renommierte Schriftdesignerin ist und am 2. Januar 2008 ebenfalls ihren 90. Geburtstag gefeiert hat.
(PM Stadt Darmstadt)