„Journalismus heißt auch Dinge einzuordnen.“

Der österreichische ORF-Moderator Armin Wolf hat mit dem NDR-Medienmagazin „Zapp“ gesprochen.

„Ein Journalist im öffentlich-rechtlichen Rundfunk muss in seiner Berichterstattung unparteiisch
sein und ausgewogen berichten. Das heißt nicht, wenn eine Partei sagt, zweimal zwei ist vier und die andere sagt zweimal zwei ist fünf, dass man das unkommentiert nebeneinander stellt, und dann so tut, als sei beides gleich viel wert.“
Armin Wolf, ORF-Moderator

ndr.de: „Sie wollen die Öffentlich-Rechtlichen abschaffen.“

Warum nimmt man sich nicht Hans Roslings TED-Talks als Vorbild?

TED-Talks sollen vom Anspruch her ja tolle Vorträge sein. Aber ich finde die meisten langweilig.

Vielleicht sehe ich nur die falschen, vielleicht habe ich da falsche Vorstellungen. Aber derste Video, das ich unter dem Label “TED” sah, war eines mit Hans Rosling. Der mit Text und sinnvoll animierten Grafiken zeigte, wie sich die Welt (alle Länder) tendenziell positiv entwickelt.

TED-Video vom 22.05.2012: Hans Rosling hatte eine Frage: Haben einige Religionen eine höhere Geburtenrate als andere – und wie wirkt sich das auf das globale Bevölkerungswachstum aus? Auf dem TEDxSummit in Doha, Qatar, kartiert er Zeit und Religionen überspannende Daten. Mit seinem ihm eigenen Humor und Scharfsinn kommt er zu einer erstaunlichen Erkenntnis über die Weltfruchtbarkeitsraten.

Seitdem erwarte ich bei TED solche gelungenen Kombinationen von Text und Bild. Aber was mir unter TED in den meines Timelines als “ganz toll” nahegelegt wird, sind wenig packende Vorträge, weil eben einer auf einer Bühne mit dem TED-Logo steht und irgendwas erzählt.

Und wobei oft auf jegliche Grafik zur besseren Erläuterung verzichtet wird – weil Powerpoint und Konsorten ja böse sind und vom gesprochenen Wort ablenken.

Dass sie aber auf einen Blick etwas zeigen können (wie eben Hans Roslings Grafiken und Animationen) wird offenbar ignoriert. Klar, solche Animationen machen Arbeit, und man muss nachdenken, wie man Sachverhalte visualieren kann.

Aber ich glaube, wenn das gelingt, dann begeistert es wirklich, der Funke springt über, man kann es sich merken und erzählt es weiter. Aber wenn einer vorne steht und nur was erzählt, nun ja … Ich habe bislang nur Hans Rosling weiterempfohlen. Und von ihm kommt nichts mehr, denn er ist Anfang 2017 verstorben.

Um die Fußballweltmeisterschaft wird am 1. Juli gespielt

Zwischen Dänemark und Kroatien. Jedenfalls wenn es nach der “Unofficial Football World Championships” (UFWC) geht. Und Dänemark ist aktueller Weltmeister.

Weltmeister Dänemark? Ja, denn die UFWC hat das erste Länderspiel im 19. Jahrhundert (zwischen England und Schottland) als Duell um die Weltmeisterschaft definiert und guckt seitdem, wie Spiele gegen den jeweiligen “Weltmeister” ausgehen. Und so wanderte der Titel lange Zeit nur zwischen England und Schottland und dann Wales hin und her. In den 1930 holte dann Österreich den Titel von den britischen Inseln und inzwischen waren sehr viele Länder in diesem Modus Weltmeister geworden (Liste der Sieger der Unofficial Football World Championships).

Aktuell ist auf diese Art und Weise eben Dänemark Weltmeister. Weil es gegen Peru gewonnen hatte. Und am 1. Juli ist WM-Achtelfinale mit Kroatien.

Der Haken an der UFWC ist natürlich, dass sie keine Turniere organisiert und sich nebenbei aus systematisch aufgebauten Welt- und Kontinentalmeisterschaften, Qualifikationsspielen, Turnieren und mehr oder weniger zufälligen Freundschaftsspielen ergibt, weil ja keiner auf die UFWC achtet.

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“Kontrollierte Zentren” – Nun ja

Manche Begriffe klingen erstmal ganz gut, aber …

Udo Vetter via Twitter: Ein auf dem ersten Blick gelungener Schachzug, die geschlossenen Flüchtlingslager auf EU-Ebene schönfärberisch als “Kontrollierte Zentren” zu bezeichnen.

Nur anscheinend hat da keiner auch nur einen Zentimeter, abgekürzt cm, weiter gedacht.

Tasächlich gibt es diese Formulierung.

tagesschau.de: Flüchtlingszentren – was meint die EU damit? – In dem Text, auf den sich die 28 Mitgliedsstaaten geeinigt haben, ist nur vage von “kontrollierten Zentren” die Rede, in die Bootsflüchtlinge, die auf dem Mittelmeer gerettet werden, künftig gebracht werden sollen.

 

Zeugen aus Oberbayern sagen im Prozess um die Leiche im Wald bei Münster (Hessen) aus

Justizia im Sommer auf dem Darmstädter Justizzentrum am Mathildenplatz.

Personensuchen über die Medien können auch was bringen. Hier hatte ein Zeuge eigentlich Fußballergebnisse nachschauen wollen, stieß auf einen Artikel über einen Vermisstenfall, wurde zu einem anderen Text weitergeleitet und stellte dann fest, dass er die Frau gesehen hatte. Gestern sagten er und seine Frau im Darmstädter Landgericht aus.

Echo online: Ehepaar aus Oberbayern will Opfer und einen Mann auf Parkplatz im Spessart gesehen haben

Echo online, 22.6.2018: Frauen demonstrieren im und vor dem Darmstädter Landgericht
Echo online, 11.6.2018: Im Totschlagsprozess sollen Insekten Aufschluss über das Opfer geben
Echo online, 8.6.2018: Töchter des Opfers bezeichnen den Angeklagten als seltsam
Echo online, 5.6.2018: Frau aus Eifersucht getötet? – Mann aus Breuberg steht vor Gericht in Darmstadt

Richtfest: 12 Stellplätze für 77 Wohnungen in der Lincoln-Siedlung

Sonnig war es beim Richtfest in der Franklinstraße.

Echo online: Richtfest für Gebäude mit 77 Wohnungen in der Lincoln-Siedlung – Tiefgaragenstellplätze treiben Mieten – Es wird in Hessen zu wenig gebaut


Alle Mietwohnungen sind laut Bauverein AG Richtung Süden ausgerichtet und haben über eine Fußbodenheizung. Der große Wohnraum wird über Fenster im Norden und Süden mit Licht versorgt und wirkt dadurch außerordentlich hell. Die Wohnungen im Erdgeschoss sind bei Bedarf mühelos rollstuhlgerecht umbaubar. Ihnen sind, ebenso wie den Wohnungen im Staffelgeschoss (4. Geschoss), kleine Terrassen vorgelagert. Die Wohnungen in den anderen Geschossen haben Loggien und Balkone. Die Gebäude werden über Treppenhäuser sowie Aufzüge erschlossen; pro Haus ist zudem ein größerer Aufzug als sogenannter Fahrradaufzug vorgesehen. (Foto Bauverein AG)

Das Besondere an den 77 Wohnungen ist, dass die Bauverein AG an der Stelle eigentlich den Bestand entkernen und aufstocken wollte.

Social-Media-Regelungen für ORF-Redakteure – „Liberty dies by inches“

In Österreich wird diskutiert, ob sich ORF-Mitarbeiter auf Social Media nicht mehr privat zu politischen Themen äußern dürfen.

„Liberty dies by inches“ heißt es auf Englisch, „die Freiheit stirbt zentimeterweise“.

Was damit gemeint ist, zeigt meiner Meinung nach sehr schön ein Entwurf einer Regelung, der zur Zeit für ORF-Mitarbeiter im Umlauf ist. Klingt alles schlüssig, hat es aber in sich, wenn man genauer darüber nachdenkt, Weiterlesen

Bauarbeiten entfernen zeitweise „wesentlichen Baustein“ fürs Mobilitätskonzept Lincoln

Die Straßenbahnhaltestelle Lincoln-Siedlung soll helfen, dass die Bewohner mit weniger privaten PKW auskommen.

So kann’s gehen. Realität trifft Verkehrsplanungspreis. Da holt Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) am Freitag (22. Juni) in Berlin den Deutschen Verkehrsplanungspreis für das Mobilitätskonzept der Lincoln-Siedlung ab, bei dem der „ÖPNV ein Grundpfeiler eines verkehrsarmen Quartiers“ ist.

Und seit Montag (25. Juni) werden nun die verkehrsärmeren Sommerferien genutzt, um bis 3. Ausgust umfassend in der Heidelberger Straße am Kanal und den Straßenbahngleisen arbeiten zu können.

Tja, und deswegen ist die Straßenbahnhaltestelle “Lincoln-Siedlung” (wir erinnern uns: ÖPNV, ein Grundpfeiler) erstmal geschlossen.   Es gibt einen Schienenersatzverkehr mit Bussen, aber die Haltestelle “Lincoln-Siedlung” kann zur Zeit nicht angefahren werden. Die nächsten Haltestellen sind Landskronstraße und Marienhöhe.

Was sagt das Bewerbungsanschreiben tatsächlich aus

Huh, die Deutsche Bahn will es Bewerbern leichter machen. Bewerber für Ausbildungsplätze kommen künftig ohne Anschreiben aus.

Ja, warum denn nicht? Denn sind wir doch mal ehrlich: Unternehmen wollen zwar am liebsten Überzeugungstäter als Mitarbeiter, aber trotz ihrer 150-prozentigen Überzeugung wollen die Mitarbeiter seltsamerweise auch ein Gehalt.   So weit her kann es mit der Überzeugung also nicht sein.   Daher kann man meiner Meinung nach den Bewerbungsprozess schon mal hinterfragen und entrümpeln.

Zudem sei das Anschreiben eh ein schwieriges Mittel, um einen Bewerber zu beurteilen, sagt der Wirtschaftspsychologe Uwe Kanning. Es sage eigentlich nur etwas über Berufserfahrung. Aber Moment, die haben Auszubildende ja eher nicht.

Prof. Dr. Uwe P. Kanning: Wenn die Verpackung wichtiger ist als der Inhalt – Aus Sicht der Forschung handelt es sich bei den Bewerbungsunterlagen um ein äußerst stumpfes Schwert der Personalauswahl. Belegt ist lediglich, dass die Fachlichkeit, die Vielfalt der Berufserfahrung – und nicht so sehr die Dauer – sowie Durchschnittsnoten aussagekräftig sind. Sämtliche formale Kriterien bewegen sich im Bereich der völligen Spekulation. (…) Bewerbern kann man angesichts dieser Praxis eigentlich nur eines raten: Vergesst euer Studium, die guten Noten, Auslandsaufendhalte & Co. Was zählt, ist letztlich die Verpackung.


50 Strategien, die falschen Mitarbeiter zu finden …
und wie Sie es besser machen können
von Uwe Peter Kanning

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Weiterstadt gegen Variante 4 bei “Amtix kurz”

Fünf Varianten wurden für Amtix kurz untersucht, Variante 4 blieb übrig. Variante 5 ist nach Simulatortests nicht fliegbar. Diese Grafik stammt aus dem PDF (4MB) des Expertengremium aktiver Schallschutz: Maßnahmenbericht laterale Optimierung AMTIX kurz.


Echo online: Weiterstadts Bürgermeister lehnt Vorschlag zur Flugroute Amtix kurz ab

Ich bekomme ja den Eindruck, dass es sich Darmstadt am Ende mit einigen Landkreiskommunen verscherzt hat, wenn die Abflugroute “Amtix kurz” verlegt wird. Denn Weiterlesen