Am 25. März 1945 endete für Darmstadt der Zweite Weltkrieg

(PM Stadt Darmstadt) Am 25. März 1945 marschierten amerikanische Panzertruppen in Darmstadt ein und bescherten der stark zerstörten Stadt ein vorzeitiges Kriegsende.

Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte Darmstadt 115.000 Einwohner, zum Kriegsende lebten noch etwa 51.000 Menschen in Kellerhöhlen, Gartenhäuschen und den weniger zerstörten Vororten. Das öffentliche Leben war nahezu zum Stillstand gekommen. Die rund 200 in der Stadt und den Stadtteilen stationierten Soldaten und Volkssturmmänner hatten die an den Ausfallstraßen errichteten Panzersperren verlassen und sich in amerikanische Gefangenschaft begeben oder abgesetzt. Weiterlesen

“Da wo die Arbeit des Journalisten anfängt, hört Jung & Naiv sozusagen einfach auf.”

Bin ich doch nicht der Einzige, der “Jung & naiv” für falsch bei den Krautreportern hält? Jedenfalls bei deren Anspruch (und so wie ich es jedenfalls verstehe wenn “Faktencheck” angekündigt wird).

Publikative.org: Der Fall Jung und die Empörung über die Empörung – … erklären tut Tilo Jung auch nur recht wenig: Er lässt die von ihm ausgewählten Leute ausführlich zu Wort kommen, so dass sich die Zuschauer aus einem Wust von Statements nicht nur die relevanten Stellen raussuchen sollen, sie sollen diese auch noch einordnen bzw. auf Glaubwürdigkeit / Wahrheitsgehalt überprüfen. Da wo die Arbeit des Journalisten anfängt, hört Jung & Naiv sozusagen einfach auf.

Und deshalb hat das Format “Jung & naiv” meiner Meinung nach nichts bei den Krautreportern verloren. Die aber dafür mich als Abonnenten.

Es ist ja nicht so, dass Tilo Jung nicht blöd, nervig und naiv nachfragen kann. Das zeigen mir seine Fragen bei der Bundespressekonferenz.

(Publikative.org setzt aber einen anderen Schwerpunkt, als ich jetzt hier in meinem Blogeintrag.)

via Bildblog

Vor zehn Jahren: Anwaltspost und heftige Schadensersatzforderung

Der Deutsche Werberat hat seine Rügen für 2014 veröffentlicht.

Rote und gelbe Karten für 111 Kampagnen – Werberat setzt Bürgerwillen bei Unternehmen durch – Wie jetzt der Vorsitzende des Gremiums, Hans-Henning Wiegmann, im Jahresbericht mitteilte, habe es 2014 erneut zum Teil deutliche Grenzüberschreitungen in der Werbung gegeben. Allerdings: „Die übergroße Anzahl der Werbeaktivitäten berücksichtigt die rechtlichen und selbstdisziplinär gesetzten Vorgaben. Verbraucher und Unternehmen profitieren gleichermaßen davon.“

Meedia ist da etwas knackiger in der Überschrift: Werbung wird immer sexistischer

Vor über zehn Jahren hatte ich hier im Blog mal über eine Werbung eines lokalen Unternehmens geschrieben, das Ende der 90er Jahre vom Werberat gerügt worden war.

Ich hatte 2004 einen damals aktuellen Zeitungsartikel aufgegriffen. Bei der Zeitung rutschte damals der Text irgendwann von der Website, bei mir im Blog blieb er bestehen. Das entdeckte der Anbieter und schickte eine Abmahnung. Ich hätte falsche Tatsachen behauptet, sein Geschäft geschädigt und nun wolle er 30.000 Euro Schadensersatz.

Ach ja, und ich wäre auch dafür verantwortlich, dass mein Blogeintrag so weit oben (dritter Platz) bei Google erscheint. Nun, wenn ich wüsste, wie man das beeinflusst – oder es gewusst hätte – wäre ich reich, aber so richtig.

Tatsächlich hatte ich leider fehlerhaft abgeschrieben. Ich hatte “seit 2001” anstelle “bis 2001” geschrieben. Wie sich dann herausstellte, hatte die Zeitung von drei Rügen geschrieben (was ich einfach übernommen hatte), aber es waren nur zwei. Die Zeitung habe übrigens keinen Brief bekommen, sagte mir damals der Redakteur.

Ich hatte den Text und eine von mir ausführlich formulierte Korrektur meines Fehlers nach einigem Hin und Her, wie vom Anwalt der Gegenseite verlangt, von meiner Seite genommen.

Aber als die Texte weg waren, kam wieder Anwaltspost. Denn bei Google erschienen noch die Snippets, nur gab es dazu keine Blogeinträge mehr. Nun war ich schuld daran, dass der Sachverhalt nicht mehr nachvollziehbar sei. Da bekam ich eine Ahnung, woher so mancher Anwaltswitz kommt.

Was mich auch etwas ärgerte: Ich hatte damals mangels Geld einen Beratungsschein für einen Anwalt bekommen. Der dann plötzlich fand, dass er noch einen Beratungsschein (nochmal eine Pauschale) brauche, weil der Sachverhalt sich geändert habe. Sah die Rechtspflegerin vom Amtsgericht aber anders. Und ich fühlte mich etwas zwischen den Stühlen.

Damals wusste ich auch nichts davon dass der Darmstädter Anwaltsverein und Südhessen im Landgericht eine Erstberatung für 15 Euro anbietet. Die Beratungsstelle im Anwaltszimmer im Landgericht Darmstadt hat immer dienstags von 13.30 Uhr bis 15.30 Uhr geöffnet.

Vorsicht, freier Journalist – Sechs Zwänge und Folgen für meine Arbeit

Ich bin ja freier Journalist. Wenn ich auf einen Termin komme, werde ich oft gefragt, ob ich Angestellter oder freier Mitarbeiter bin. Allerdings habe ich den Eindruck, dass das eher Neugier ist. Und die wenigsten, die das fragen, daraus Schlüsse für die Termingestaltung ziehen.

Denn “Freier” zu sein, bringt bei der Arbeit so einiges mit sich.

1. Ich werde mehr oder weniger nach Volumen bezahlt. Ich bekomme Geld vom Kunden, wenn ich etwas abliefere.

2. Wenig Arbeit für viel Volumen ist dadurch äußert attraktiv.

Pressemitteilungen sind zwar diesbezüglich prima, aber natürlich stehen die auch im Internet und sind wenig exklusiv. Und die Zeiten in denen das den Lesern reichte, sind vorbei.

3. Je länger ein Termin dauert, desto schlechter wird mein rechnerischer Stundenlohn. Und es kommt noch die Zeit dazu, die ich fürs Schreiben und Gegenrecherchieren brauche. (A. Ich glaube ja nicht alles. B. Manches weiß auch der Gesprächspartner nicht. C. Einige Fragen ergeben sich erst beim Schreiben.)

Falsche Informationen oder heiße Luft kosten mich Zeit, um die ab- und aufzuklären. Und ich kann deren Aufdeckung nur selten in Zeilen ummünzen. D.h. ich entwickle leider Vorurteile gegenüber solchen Informanden, denn die reduzieren den fiktiven Stundenlohn.

4. Wenn ich um einen Termin oder eine Info anfrage und man antwortet mir einfach nicht oder lässt mich auflaufen, habe ich ein Problem: Kein Volumen zum Liefern.

Eine einfache Absage (“nee, will nicht”) erspart mir weitere Anfragen. Ich muss auch nicht x Mal mailen oder dreimal am Telefon mit blöden Ausreden abgewimmelt werden. Oder sogar vor Ort auftauchen. Und ich ärgere mich nur einmal kurz – und erinnere mich nicht lang daran. Da wir im Lokalen sind, gilt nämlich: Man sieht sich mindestens zweimal.

5. Wenn man mich auf einem Termin alleine rumstehen lässt, muss ich mir meine Infos fürs Volumen komplett selber suchen. Im blödsten Fall kommt dabei ein Artikel raus, der dem, der mich ignoriert hat, so gar nicht passt, weil seine Sicht nicht vorkommt.

6. Wenn eine Pressestelle oder ein Politiker auf meine Fragen schweigen, dann muss ich die Antworten auf jeden Fall woanders suchen (und Gegenrecherche und faire Berichterstattung kommen ja auch noch dazu). D.h. am Ende schreibe ich das was ich habe – und ob das den Schweigern in den Kram passt, ist mir dann egal.

7. Da mir 1.-6. bewusst sind, schaue ich natürlich, mich da trotzdem nicht vor irgendeinen Karren spannen zu lassen oder in eine Falle zu tappen. Oder jeder Sache hinterherzurennen

8. Kritik an der Redaktion des Auftraggebers sind bei mir an der falschen Adresse. Ich bin kein Redakteur, mein Einfluss auf dortige Abläufe liegt nahe Null. Außerdem halte ich Stille Post nicht für sinnvoll. Ich kann (und will – ja, wg. dem Volumen eher Themen vorschlagen, die ich für gut halte.

9. Leider bin auch ich nicht perfekt, erfülle vermutlich nicht unbedingt 1.-6. Auch ich habe nur begrenzte Ressourcen, muss schlafen, vergesse Sachen, kann und will bewusst nicht 24/7 im Einsatz sein.