Deutscher Fassadenpreis 2013 für Hochschule Darmstadt

Die neue Fassade am Hochhaus der Hochschule Darmstadt.

(PM Hochschule Darmstadt) Die von dem Berliner Architekturbüro Staab Architekten durchgeführte Sanierung des Hochhauses der Hochschule Darmstadt (HDA) ist mit dem Deutschen Fassadenpreis 2013 für vorgehängte hinterlüftete Fassaden ausgezeichnet worden. Verliehen wurde die Auszeichnung im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main. Insgesamt gingen 117 Bewerbungen beim Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden ein, der den Preis seit zehn Jahren vergibt.

Vorgehängte hinterlüftete Fassaden bestehen aus einer äußeren Fassadenschicht, einer speziellen Luftschicht und der üblichen Dämmschicht an der Gebäudewand. Dieser Aufbau gewährleistet eine verbesserte Feuchtigkeitsregulierung. „Das Hochhaus C10 ist ein Beispiel eines überzeugenden Einsatzes vorgehängter hinterlüfteter Fassaden, die die Nachkriegsmoderne zeitgemäß weiterdenken, indem sie dem Haus eine ausgeprägte ‚Strahlkraft‘ verleihen“, heißt es in der Jury-Begründung. „Der Ansatz überzeugte in seinem ganzheitlichen Anspruch, der gestalterische Herausforderungen mit funktionalen Erforderlichkeiten in einer beispielhaften Weise miteinander verbindet.“

Die Hochschule Darmstadt von einem Dach gegenüber.

Im Zuge der Grundinstandsetzung 2009 bis 2011 wurde das 60 Meter hohe und 1963 fertiggestellte Gebäude bis auf den Rohbau zurückgebaut, die Fenster ersetzt und die Außenwände mit vorgehängten hinterlüfteten Fassaden versehen. Die Nordseite des Hochhauses wurde großflächig verglast, während auf der Südseite markante Verschattungselemente angebracht wurden, um der Aufheizung der Räume durch Sonneneinstrahlung entgegenzuwirken. Diese dreidimensional gefalteten Fassadenelemente aus Aluminium dienen als feststehender und wartungsfreier Sonnenschutz.

Durchgeführt wurde die Sanierung vom Berliner Büro Staab Architekten, dessen Arbeit bereits im Juli 2013 mit einer Auszeichnung beim Deutschen Architekturpreis gewürdigt wurde. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst hatte für die Sanierung des Hauses Mittel aus dem Hochschulinvestitionsprogramm HEUREKA zur Verfügung gestellt.

Das 16-geschossige Gebäude wird von den Fachbereichen „Mathematik und Naturwissenschaften“, „Elektrotechnik und Informationstechnik“ und in geringerem Umfang auch von den Fachbereichen „Informatik“ sowie „Maschinenbau und Kunststofftechnik“ genutzt. Daneben sind hier auch der AStA, das Student Service Center und das Präsidium mit der zentralen Hochschulverwaltung zu finden.

Die Fassade während der Sanierung.

Der Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden e.V. vergab die renommierte Auszeichnung in diesem Jahr zum zehnten Mal. Die Bundesstiftung Baukultur honoriert die Auszeichnung als bundesweit bedeutsamen Preis. Seine Preisträger erfahren durch die Stiftung eine besondere Würdigung: Architekt und Bauherr des siegreichen Projektes werden in den Konvent der Baukultur berufen.

Vor der Sanierung.

Ein „Blitzlicht zum damaligen Zeitpunkt“ auf den Neuen Politikstil bei den Plänen zum Rathausneubau

Das aktuelle Rathaus (nur der Eingang) am Luisenplatz.

Auf eine große Anfrage der SPD-Fraktion zum Rathausneubau gibt es Antworten. Eine finde ich recht interessant:

Echo online, 1.11.2013 – Stadt will nach Verwaltungs-Umzug Technisches Rathaus und Ordnungsamt verkaufen – Abschließend fragt die SPD, wie der Magistrat das Ergebnis der Bürgerumfrage zum Rathaus-Neubau bewerte. Dabei hatten 76,3 Prozent der Befragten das Projekt als unwichtig bewertet. Dies sei aus Sicht des Magistrats nur „ein Blitzlicht zum damaligen Zeitpunkt“, heißt es in der Antwort. Man wolle das Projekt künftig umfassend erläutern.

Auf gut deutsch: Die Befragten war ja nur zu doof die Genialität, Bedeutung und Tragweite des Projekts zu erkennen.

Das alte Rathaus am Marktplatz.

Also echt, ein Millionenprojekt, das nie Thema im Kommunalwahlkampf war und auch nicht im Koalitionsvertrag drinsteht, wird jetzt, … Moment mal … Was ärgere ich mich da? Das ist die ultimative Sichtweise, so machen wir das jetzt immer. Was einem nicht in den Kram passt, ist ein „ein Blitzlicht zum damaligen Zeitpunkt“ und darf, nein, muss sogar ignoriert werden. Zum Wohle aller.

Darmstadt braucht Wohnungen? Ach was, „ein Blitzlicht zum damaligen Zeitpunkt“. Studierende auf die Konversionsflächen? Ein „Blitzlicht“! Im 100 Jahren sieht das schon ganz anders aus. Hoher Bedarf bei Kinderbetreuung? Egal, „ein Blitzlicht zum damaligen Zeitpunkt“. Weltkulturerbe Mathildenhöhe, Denkmalschutz, strukturelles Defizit, Straßensanierung, marode Kanäle? Wurscht. Erdgeschichtlich betrachtet ist das alles nicht mal ein Blitzlicht, maximal ein millisekundenlanges Aufblinken am anderen Ende der Galaxis.

Das Kollegiengebäude (Sitz der Regierungspräsidentin) am Luisenplatz ist angeblich zu klein. Nur: Welche Behörden braucht der Bürger denn gleichzeitig an einem Platz? Bauamt und Sozialamt wird man so gut wie nie gleichzeitig benötigen. Man könnte also bei mehreren Gebäuden bleiben und das Kollegiengebäude wäre wenigstens etwas repräsentativ.

Deswegen wird im Februar 2014 auch einfach die alte Landesregierung in Wiesbaden weiterregieren, die Wahl vom September war nur „ein Blitzlicht zum damaligen Zeitpunkt“. Dem Wähler waren war das was er tat, einfach nicht umfassend genug klar geworden. Ebenso: Der Grüne Jochen Partsch ist OB? „Ein Blitzlicht zum damaligen Zeitpunkt.“ Kommunalwahl 2011? Pfft! „Ein Blitzlicht zum damaligen Zeitpunkt.“ SPD-Dezernenten abgewählt? Ungültig! „Ein Blitzlicht …“ – Moment … da bin ich mir jetzt gar nicht so sicher. „Ein Blitzlicht zum damaligen Zeitpunkt“, so ein Spruch ist doch eigentlich nur dem SPD-Baudezernenten zuzutrauen, sowas würde doch keiner von den Grünen vertreten, der Partei für Bürgerbeteiligung, Bürgerrechte und Bürgerinitiativen.

Der Marienplatz, der angeblich beste Standort für ein Rathaus. Dabei sind dort – besonders bei Regen – Feuchtbiotope, die Lebensraum für zig Lebewesen bieten.