BioTechnikum in Hessen unterwegs

„Eine ganz runde Sache“, lobte Schulleiterin Elisabeth Waldorff die zwei Tage mit dem BioTechnikum, dem Bio-Tech-Truck des Bundesforschungsministeriums, an ihrer Schule. Das BioTechnikum ist ein rollendes 100 Quadratmeter-Labor auf zwei Ebenen und sechs Meter hoch.

„Es war hervorragend, dass wir ihn hatten“, sagte die Schulleiterin der Wiesbadener Martin-Niemöller-Schule, einer MINT-Schule, auch weil das rollende Labor den Grundkurs Biotechnologie an der Schule ideal ergänzte. Die Schüler konnten unter anderem DNA aus Erbsen isolieren, Agarosegele laufen lassen, eine Solarzelle mit Pflanzenfarbstoffen herstellen oder virtuell ins Zellinnere reisen. Selbst kritische Fachkollegen, hätten das Konzept gelobt, nachdem sie mit zwei Schülergruppen aus Leistungs- und Grundkursen der 12. Klasse experimentieren konnten, berichtete Waldorff. Auch die Rückmeldungen der Schüler seien positiv gewesen. „Bei denen ist das sehr gut angekommen.“ Waldorff lobte die Organisation durch die Veranstalter. „Das ist wirklich sehr gut vorbereitet gewesen.“

Möglich macht dies die Initiative „BioTechnikum. Leben erforschen – Zukunft gestalten“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Im November und Dezember war die Informationskampagne zur modernen Biotechnologieforschung in Hessen unterwegs. Auftakt war am 10. November beim Pestalozzi Aufbaugymnasium in Idstein, den Abschluss bildete das Marianum in Fulda. Dazwischen machte der Truck über ein Dutzend Mal Station an Schulen in ganz Hessen.

Initiiert und maßgeblich finanziert wird die Tour, die auch durch andere Bundesländer führt, durch eine Public-Private Partnership des Hessischen Wirtschaftsministeriums, des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), Landesverband Hessen, und der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern.
Die hundert Quadratmeter sind multimediale Ausstellung, Kino, Dialogforum und Labor zugleich. Biotechnologische Praktika ermöglichen Wissenschaft zum Anfassen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler begleiten die Tour und erarbeiteten mit den Schülerinnen und Schüler die theoretischen Grundlagen für die Versuche. Anschließend können die Schüler selbst experimentieren. Dabei wurden sie bei Bedarf von dem Wissenschaftler-Team unterstützt.

Der Zusammenhang von biotechnologischer Forschung und der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren steht im Mittelpunkt der Ausstellung zu Grundlagen, Karrierechancen, Forschungs- und Anwendungsgebieten der Biotechnologie. Wie entsteht ein Medikament? Warum steckt Biotechnologie in Stonewashed-Jeans? Welche beruflichen Möglichkeiten bietet die Branche? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Interessierte bei ihrem Rundgang durch das Roadshowfahrzeug. Dabei hat jeder die Möglichkeit, ganz individuell in die Welt derBiotechnologie einzutauchen: Themendisplays bieten Basiswissen und prägnante Beispiele; an Multimedia-Terminals lassen sich vertiefende Informationen, Experimente oder ein Biotech-Quiz abrufen. Greifbar wird die biotechnologische Forschung dank Exponaten wie etwa dem DNA-Chip. Er verdeutlicht spielerisch, wie anhand von Erbgutschnipseln zum Beispiel Krankheiten diagnostiziert werden können. Ein weiterer Teil der Ausstellung nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise ins Innere einer menschlichen Zelle: Mit dem Multimedia-Lernspiel „Bodymover“ erforschen sie deren Bestandteile und steuern dabei die Orientierung in der Zelle mit der eigenen Körperbewegung.

Wer seinen Weg im Obergeschoss fortsetzt, erhält Einblicke ins Leben. Die Präsentation „Kunstwerke des Lebens“ zeigt auf einem Großbildschirm mikroskopische Aufnahmen von Mikroorganismen, Biomolekülen, schönen Schimmelpilze oder Immunzellen bei der Arbeit.